Studientag zur zukünftigen Kirche

Bischof Overbeck bei den Militärseelsorgenden und den Pfarrhelferinnen und -helfer

In diesem Jahr widmeten sich der 2. und 3. Tag der Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge in Berlin dem Thema „Synodalität – der Weg der Kirche für die Zukunft“. In Anwesenheit von Militärbischof Franz-Josef Overbeck ging es in Vorträgen und Diskussionen intensiv um den „Synodalen Weg“ der deutschen Kirche (2019–23) sowie um den „Synodalen Prozess“ der katholischen Weltkirche mit den Bischofssynoden im Oktober 2023 und im Jahr 2024.

Informationen für die Militärseelsorge

Eröffnet wurden die Gespräche durch Frau Irme Stetter-Karp, die seit 2021 Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist und dem Präsidium des Synodalen Wegs angehörte. Sie gab einen Überblick über das „Woher, wofür und wohin?“ dieses Wegs, den die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) initiiert hatte, benannte Lernerfahrungen und Probleme, die lebhafte Diskussionen auslösten.

Eine eher theologische Ermutigung zum synodalen Dasein unter der Überschrift „Von Gott begleitet auf den Wegen des Glaubens“ gab Professorin Dorothea Sattler aus Münster. Auch sie ist ZdK-Mitglied, nahm am Synodalen Weg teil und leitete dort zusammen mit Bischof Franz-Josef Bode das Forum zum Thema Frauen in der Kirche. Sattler warb für eine hörende Kirche und für die Umsetzung der Papiere und Beschlüsse in Taten.

In einem Podiumsgespräch über die „Perspektiven des Synodalen Wegs“ unter der Moderation von ZdK-Vizepräsidentin Claudia Nothelle (Professorin für Fernsehjournalismus in Magdeburg) setzten sich die Vize-Koordinatorin des Vatikanischen Wirtschaftsrats Charlotte Kreuter-Kirchhof (Jura-Professorin in Düsseldorf) und Pfarrer Siegfried Kleymann aus Münster (seit 2021 Geistlicher Begleiter) über die Erfahrungen mit und die Ergebnisse aus den Synodalversammlungen auseinander. Hier bekam die Ordensregel des Hl. Benedikt eine besondere Rolle, und die Frage- und Diskussionsrunde wurde besonders lebendig.

Der bisherige Vertreter des Katholikenrats des Katholischen Militärbischofs beim Synodalen Weg, Oberst i. G. Burkhard Köster, stellte zum Abschluss sehr anschaulich seine ganz persönliche Sicht – Blick zurück und nach vorne – auf das synodale Geschehen in Forum und Plenarversammlungen dar. Daraus leitete er Handlungsempfehlungen ab und schaute voraus auf den Synodalen Ausschuss und Rat.

„Möge die Kirche in den Herzen erwachen!“

Geistlicher Höhepunkt war der Pontifikalgottesdienst zur Mitte des Studienteils am Dienstagabend in der Kirche St. Ansgar. In seiner Predigt sagte Militärbischof Overbeck: „Wir müssen die Botschaft des Glaubens leben, ökumenisch gemeinsam!“ Weiter gab er den Zuhörern mit auf den Weg, es lohne sich, für diese Kirche einzutreten. In der Militärseelsorge gälte es, den Blick auf das gemeinsame Gute zu lenken, nicht unbedingt nur Qualität zu liefern. Wichtig sei es, die Menschen in ihren Umständen anzusprechen und aufmerksam zu machen. Deshalb sollten die Militärseelsorgenden nah an die Menschen gehen, sich um sie bemühen, sich um ihre Seelen sorgen: „Die heutige Frage der Soldaten nach Gott ist wesentlich schwerer zu beantworten als vor Jahrzehnten. Die Orte dafür sind das Gebet, Einzelgespräche und der Lebenskundliche Unterricht.“ Es gelte, Veränderungen anzunehmen und neue Formen auszuprägen, um Gemeinschaft zu bilden. „Erwacht die Kirche auf eine neue Weise in den Herzen? Ich glaube, dass es in Zeiten der Veränderungen so ist!“ Die Welt, die Gesellschaft hätten sich verändert – die Kirche sei dabei aus dem Lebensmittelpunkt herausgetreten. Der Anspruch, Kirche vor Ort zu sein, sei nicht verschwunden. Das sei auch Thema in Rom, vom Papst vorgegeben: Gemeinschaft, (Mission) Sendung und Teilhabe.

Jörg Volpers / Norbert Stäblein