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Gottlos glauben?

© KS / Doreen Bierdel
© KS / Doreen Bierdel

Ausgehend von der These des kürzlich emeritierten Philosophie-Professors in Erfurt, Dr. Eberhard Tiefensee, dass „gottlos glauben“ möglich ist, betrachten sehr unterschiedliche Autoren Religion und Religionskritik heute. Dies sind in dieser „Kompass“-Ausgabe Dezember 2018 neben Prof. Tiefensee der Linke-Bundestagsabgeordnete, Dr. Gregor Gysi (über religiöse Ethik), und der Referent für Sekten- und Weltanschauungsfragen, Dr. Martin Hochholzer (Einblicke in atheistische Spiritualitäten). Diplom-Theologe Lothar Bendel bürgt dafür, dass auch die Sicht der Militärseelsorge und nicht nur der Blick auf Ostdeutschland zu Wort kommen.

Zum Titelthema passt ferner der Bericht über einen ersten Workshop, mit dem das Bundesverteidigungsministerium die Ethische Bildung in der Bundeswehr für die nächste Zeit in den Blick nimmt und eine neue Zentrale Dienstvorschrift vorbereitet.

„Nicht immer passen mir die politischen Vorstellungen der Kirchen. Das ist auch nicht nötig. Aber sie sind auf der Grundlage einer Ethik aufgebaut, die in unserer Welt zunehmend fehlt.“

Quelle: Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages, Die Linke


Prof. em. Dr. Eberhard Tiefensee, bis 2018 Lehrstuhlinhaber für Philosophie am Philosophisch-Theologischen Studium bzw. an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt

„Warum sollte es nicht gehen?“, wäre meine Gegenfrage. Die Frage im Titel zu verneinen, könnte an einem Missverständnis liegen. „Glauben“ ist vieldeutig, „gottlos“ ebenso. Man kann hier schnell aneinander vorbeireden. Deshalb ein Klärungsversuch mit praktischen Konsequenzen.

1. „Gottlosigkeit“ hat eine subjektive und eine objektive Seite. Die subjektive Seite: Jemand ist überzeugt, dass Gott nicht existiert (Atheismus) oder dass die Frage nach Gott außerhalb unseres Wissens liegt (Agnostizismus) oder irrelevant beziehungsweise erledigt ist und deshalb vergessen werden kann (religiöse Indifferenz). Solche Menschen – in den neuen Bundesländern in der Mehrzahl und in ganz Westeuropa zunehmend – kann man als „gottlos“ bezeichnen.

Sie würden sich dagegen wehren, wenn das Wort „gottlos“ mit „sittenlos“ gleichgesetzt würde, was lange Zeit üblich war. So sehen das bis heute diejenigen, welche angesichts des Rückgangs der Religion („Säkularisierung“) um die sogenannten christlichen Werte und die Grundlagen der Demokratie fürchten. Oder solches zuweilen sogar erhoffen, um die Kirchen als unersetzbare „Werte-Agenturen“ anzupreisen? Alle seriösen Wertestudien konnten jedoch bisher keine so feste Verbindung von Religiosität und Moralität bestätigen. Falls „Sittenlosigkeit“ in einigen Bereichen konstatiert wird, hat sie zumeist andere Gründe. Folglich müssen die Christen im Allgemeinen und die Kirchen im Besonderen gründlicher über ihre gesellschaftliche Rolle nachdenken, die sich nicht auf Wertevermittlung beschränken darf.

Man kann sich auch gegen die Kennzeichnung „gottlos“ wehren, weil sie nur sagt, was jemand nicht ist: nicht religiös oder nicht konfessionell „gebunden“ … Etwas abzusprechen führt rasch zu Abwertungen. Die Kommunikation wird schief – von oben nach unten: belehrend oder verurteilend. Die „Gottlosen“ sind aber – nun positiv ausgedrückt – zumeist humanistisch oder aufgeklärt-wissenschaftsgläubig oder in ihrer jeweiligen „existentiellen Kultur“ eingewurzelt (in vielen Variationen, wie es auch die „konfessionell Gebundenen“ sind). Ihre jeweilige Lebenseinstellung praktizieren sie – das alles mehr oder weniger durchdacht und konsequent, wie alles, was Menschen denken und tun. Falls sie überhaupt an einem solchen „Label“ interessiert sind, bezeichnen sich „Gottlose“ als religions- oder konfessionsfrei, was ebenso wenig ein Defizit meint, wie „gewaltfreier Widerstand“ oder „fleischfreie Ernährung“.

Die objektive Seite: In christlicher Perspektive gibt es keine Gottlosigkeit. Aus der Frühgeschichte des Christentums wird berichtet, wie Paulus, der Völkermissionar, in Athen, dem damaligen intellektuellen Zentrum, auf griechische Philosophen trifft, denen er verdeutlicht: Die Menschen „sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern. Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ (Apostelgeschichte 17,27f.). Einer Stadt voller Götterbilder und Altäre (sogar mit einem Altar „Dem unbekannten Gott“ – für alle Fälle) war eine solche Aussage leichter zu vermitteln als Berlin heute. Gleichwohl sind die Christen wie seinerzeit Paulus davon überzeugt, dass Gott „überall und nirgends“ ist: immer gegenwärtig, wenn auch konkret unfassbar. Er gehört nicht in unser Universum hinein wie andere raumzeitliche Dinge oder Kräfte oder „empirische“ Tatsachen, weshalb die naturwissenschaftliche Suche nach Gott ewig ergebnislos bleiben muss. Darin stimmen die Christen mit den meisten Weltreligionen und besonders mit den Juden und Muslimen überein. Wegen der All-Gegenwart (zugleich: All- Abwesenheit) Gottes ist er selbstverständlich auch den „Gottlosen“ nicht fern.

Allerdings wird seine Beziehung zu ihnen anders sein als zu den „Gottgläubigen“. Sie kann offensichtlich auch so sein, dass seine Wirklichkeit zwar objektiv gesehen nahe ist, aber subjektiv als nicht existent, nicht relevant o. ä. eingeschätzt wird. Phasenweise erleben das auch religiöse Menschen. In welcher Weise auch „Nichtglaubende“ (dazu im Folgenden gleich mehr) Gottes „andere“ Menschen sind und er ihnen nahe ist, gehört für die Christen hier und heute zu den spannenden Fragen. Sie löst eine Art Spurensuche aus, die nicht immer gelingt oder zuweilen in Formeln erstarrt („Jesus liebt dich!“), die aber in Gang kommen muss, weil die verschiedenen „existentiellen Kulturen“ inzwischen am selben Familientisch oder im selben Team versammelt sind – die Christen (hoffentlich) mittendrin.

Fazit: Subjektiv „gottlose“ Menschen gibt es, was keine Diffamierung darstellen darf. Objektiv gibt es sie eigentlich nicht – aus christlicher Perspektive betrachtet.

2. Glauben hat ebenfalls eine subjektive und eine objektive Seite. Die objektive Seite ist „der Glaube“, den ich „habe“. Das ist ein Gebäude aus Feststellungen (Glaubensbekenntnis, Dogma) und Vorschriften (Geboten, Regeln) und nicht zuletzt Beziehungen, in dem ich mich bewege, an dessen Grenzen ich mich zuweilen stoße, das ich in Teilen um- und ausbauen oder auch niederreißen und entsorgen kann (Glaubenswechsel, Konversion). Dieser Glaube ist ein Schatz voller Deutungsmuster, um Situationen zu verstehen, die ich erlebe – oder manchmal auch ein Ballast. Zugleich beinhaltet dieser Glaube eine Fülle von Möglichkeiten, alltägliche oder aus dem Alltag (positiv oder negativ) herausragende Erlebnisse zu erinnern oder mit anderen auszutauschen. Denn erst, wenn sie gedeutet und artikuliert sind, werden aus Erlebnissen Erfahrungen (im Sinne eines „erfahrenen“ Menschen). Unartikuliertes oder Verdrängtes kann verheerende Spätfolgen haben. Meistens wird etwas nicht artikuliert, weil die angemessenen Möglichkeiten fehlen. Zu diesen gehören nicht nur bestimmte Worte, die ich (nur) dann verwende, um etwas zu formulieren (Feststellungen, Wünsche, Fragen …), sondern auch Bilder (Metaphern) und gehörte oder gelesene Geschichten. Unterschätzt in unserer (Dialog-) Kultur sind Rituale und andere Feierformen (Liturgien), die ich praktiziere oder an denen ich mich beteilige, um Erlebtes zu „verarbeiten“.

Das Ganze ist ein kompliziertes Wechselspiel. Wenn ich bestimmte Deutungen gegeneinander abwäge (es gibt meistens mehrere) oder wenn ich eine Ausdrucksform suche, eine fremde wahrnehme oder mich an Gesprächen oder Feierformen beteilige, erlebe und erfahre ich wieder Neues. Mein Glaube ist daher in ständiger Bewegung und hat mal mehr, mal weniger mit dem Glauben der jeweils anderen gemeinsam. Es ist erfreulich und bestärkend, auf Gleich-Gesinnte zu treffen, zumal wenn mir das hilft, meinen Glauben zu entfalten und zu vertiefen (ihn noch mehr lebenstauglich zu machen). Denn die wenigsten können präzise und detailliert ausdrücken, was ihr persönlicher Glaube ist (wie die Aussage: „Da gibt es noch etwas!“ zeigt). Der Austausch mit Gleich-Gesinnten kann jedoch auch zum Stillstand oder sogar zur Abschottung führen. Der Glaube braucht also die Herausforderung durch Anderes-Glaubende, um lebendig und wirklich „umfassend“ (griechisch: „katholisch“) zu bleiben, besonders wenn er wie der christliche Glaube oder auch wie der „an die Wissenschaft“ den Anspruch hat, universal zu sein.

Glaube ist so gesehen nicht auf Religionen oder sogar auf das Christentum beschränkt. Jeder Mensch „hat“ einen „Glauben“, eine „Lebensoption“ oder lebt in einer „Kultur“ oder verfügt über eine Art „Weisheit“ (wie immer die Bezeichnungen lauten) – zumeist unreflektiert einfach hineingeboren und darin aufgewachsen, manchmal jedoch bewusst gewählt. All das gilt auch für „Gottlose“.

Dabei von einem „Glaubens-System“ zu sprechen, ist meistens überzogen. Zu allen Zeiten lebten die Menschen mehr oder minder synkretistisch (zusammen-schaffend), was ihre Welt-, Lebens- und Moralvorstellungen betrifft – in der Theorie und noch mehr in der Praxis (Beispiel: „Patchwork-Religiosität“). Die Auswahlmöglichkeiten haben in unserer Region so explosionsartig zugenommen, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass sich – allen Leitkultur-Debatten zum Trotz – mehrere Menschen finden, die den völlig gleichen Glauben haben. Es ist eines der Kennzeichen einer säkularen Kultur, dass mir bei allem, was ich glaube und lebe, bewusst ist: Es gibt auch die Anderen, die Anderes glauben und deshalb anders „ticken“. Weltweit lösen sich die konfessionell oder weltanschaulich oder kulturell homogenen Regionen auf – für immer.

Die Quellen, aus denen sich der jeweilige Glaube speist, sind ebenfalls vielfältig und zumeist so verborgen, dass sie niemand mehr präzise identifizieren kann. Deshalb habe ich oben von „sogenannten christlichen Werten“ gesprochen, die selten von unverwechselbar christlicher Herkunft sind. Sie haben auch Wurzeln im Judentum und dessen Umfeld, in der griechisch-römischen Antike und in der neuzeitlichen und modernen Aufklärung (die Aufzählung ist unvollständig). Gleiches gilt von den christlichen Dogmen, in die unter anderem viel „heidnische“ Philosophie eingeflossen ist.

Die subjektive Seite ist „das Glauben“. Es wird zumeist im Sinne von „Meinen“ oder „(noch) nicht Wissen“ gebraucht. So verstanden gelten alle Glaubenden vielen „Gottlosen“ als unaufgeklärt oder sogar irrational, weil noch nicht zum Wissen oder zur Wissenschaft (und damit zum Atheismus) gelangt: „Glaubst du noch, oder denkst du schon?“ Der Weg ist seit Platon klar beschrieben: Sobald ich eine angemessene Rechtfertigung für meine Meinung habe, ist sie Wissen. Wann genau dieses Niveau erreicht ist, ist allerdings strittig. Der Fortschritt besteht darin, „in the long run“ das Meinen entweder durch empirische Fakten oder gemäß anderen Standards unserer wissenschaftlich-technischen Kultur in Wissen zu überführen – oder eben als falsch aufzuklären. Viele Lebensbereiche sind infolgedessen „religiös indifferent“ geworden: Ein Christ verhält sich im Labor kaum anders als ein Nichtchrist, und schon die ersten Seiten der Bibel sehen in der Sonne keinen Gott mehr. Welche Bereiche in diesem Sinne religiös indifferent sind, wird diskutiert; für Logik und Naturwissenschaft ist das inzwischen unbestritten. Eine so verstandene Indifferenz ist einer der Gradmesser, wie „säkular“ eine Gesellschaft geworden ist. Dieses „Glauben“ im Sinne von Meinen und (Noch-) Nicht-Wissen ist aber dessen abgeschliffene Variante. Das lateinische „Credo“ („ich glaube“) heißt eigentlich „cor dare“: „das Herz geben“. Außerdem hat es etwas mit „Vertrauen schenken“ zu tun („Kredit geben“). Die deutsche Wortherkunft meint „für wertvoll halten“ und liegt nahe beim Wort „geloben“. „Glauben“ bedeutet also „mein Herz an etwas / jemand hängen“, wobei „Herz“ mein innerstes Personzentrum (heute: mein „Ich“, mein „Selbst“) ist. „Glauben“ meint: so „wertschätzen“, dass diese Wertschätzung mein Leben als Ganzes nicht nur theoretisch in einem eigenen Licht erscheinen lässt, sondern auch praktisch bestimmt. Ich fühle mich verpflichtet („gelobe“), was mir „heilig“ ist, zu stärken und vor Beschädigungen zu schützen. Der Glaube (objektiv – s. o.) wird zur „Herzenssache“.

Ihn offen vor sich herzutragen oder sogar zu propagieren, bleibt immer eine zweischneidige Angelegenheit. Denn eine Herzenssache ist verletzlich und in diesem Sinne tiefste Privatsache. Da aber kein Mensch nur privat ist, sondern sozial aktiv, wird sie auch sein öffentliches Handeln bestimmen – mehr oder minder konsequent bzw. ausdrücklich („Mission“). Der Glaube muss dann auch gerechtfertigt werden.

In diesem Sinne kann auch ein „Gottloser“ glauben. Christen sind mit Juden und Muslimen allerdings darin einig, dass das Glauben, insbesondere „an Gott“ nicht irgendwie erzeugt werden kann, sondern allein dessen Gabe ist (Gnade). Folglich können sie und müssen sie sogar respektieren, dass andere Anderes und an Anderes glauben, womit wir wieder bei den oben genannten speziellen Beziehungen Gottes zu seinen „anderen“ Menschen wären.

Zwei praktische Konsequenzen seien angedeutet.

1. Ein Miteinander in dieser Vielfalt von Glauben (im objektiven Sinne) setzt voraus, dass ich mich anfragen lasse: Ist der oder die oder das es wirklich wert, Herzenssache zu sein? Ist das eine Grundlage, Quelle oder Richtung, die lebenstauglich ist – auch in kritischen Situationen? Sich in dieser Weise auszutauschen und weiterzuhelfen, ist in unserer Gesellschaft aus verschiedenen Gründen fast mit einem Tabu belegt. Über Religion wird viel gestritten, selten aber über deren geglaubten und gelebten Glutkern. Das jedoch könnte eine für alle – „Gottlose“ wie „Gottgläubige“ jeglicher Couleur – spannende und vertiefende Angelegenheit werden.

2. Wenn Glaubensfragen Herzenssache und nicht nur Meinungen sind, bewege ich mich in diesem pluralen Feld respektvoll und meide Verletzungen. Herzenssachen sind wie die Würde des Menschen unantastbar. Das ist weniger eine juristische Forderung (Meinungs- und Kunstfreiheit, Blasphemie-Paragraphen), als eine ethische. Wer andere absichtlich ins Herz trifft, trifft auch ins eigene. Solche Menschen werden auf Dauer nämlich hartherzig bis herzlos, weil sie nichts und niemanden mehr wertschätzen.

Gottlos glauben – geht das eigentlich? Warum sollte es nicht gehen?

Einblicke in atheistische Spiritualitäten

Dr. Martin Hochholzer, Referent für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP)

Atheistinnen und Atheisten glauben an etwas. Etwa an die Liebe, an das Gute, an Freundschaft, Ehrlichkeit, Mitmenschlichkeit und Solidarität … Und daran, dass es Gott nicht gibt; oder zumindest, dass nicht von der Annahme seiner Existenz auszugehen sei, oder dass er wahrscheinlich nur eine Projektion ist oder …

Atheisten und Atheistinnen sind also keine überzeugungslosen Wesen. Aber sie tragen nur selten ein Glaubensbekenntnis vor sich her oder haben sich einer Organisation angeschlossen, die explizit weltanschauliche Grundsätze formuliert hat. Konkret: Von den mittlerweile über 25 Millionen Konfessionslosen in Deutschland (von denen sich freilich nur ein Teil selbst als Atheisten oder auch nur Agnostiker bezeichnen würde) sind nur geschätzt 30.000 einer atheistischen Weltanschauungsgemeinschaft oder Vereinigung zugehörig. „Gottlos glauben“ ist also schwer zu fassen und vielfältig. Und doch gibt es gedankliche Grundmuster, die wiederholt auftauchen und sich auch in expliziten atheistischen „Glaubensbekenntnissen“ niederschlagen.

Szientismus und Humanismus

Religionssoziologisch ist Deutschland auch knapp 30 Jahre nach der Wende ein zweigeteiltes Land: Der Westen ist nach wie vor von den zwei großen christlichen Konfessionen geprägt – Konfessionslose haben meist noch (und sei es nur in ihrer Kindheit) Erfahrungen mit Kirche gehabt, an denen sie sich oftmals weiterhin abarbeiten. Im Osten dagegen sind viele bereits in dritter und vierter Generation konfessionslos, und für sie ist Religion ziemlich fremd; zudem wirkt die Sozialisation unter dem religionsfeindlichen DDR-Regime weiter nach.

Insbesondere ein Bekenntnis zu einem Szientismus, einem „Wissenschaftsglauben“, kann Ostdeutschen sogar zu einem gewissen Selbstbewusstsein gegenüber den „Wessis“ verhelfen: Man habe in der DDR – anders als in der BRD – den Irrationalismus der Religionen bereits überwunden und orientiere sich an den objektiven Erkenntnissen der (Natur-)Wissenschaften.

Weiterhin spielt Humanismus für viele aktive religionslose Mitbürgerinnen und Mitbürger eine zentrale Rolle in ihrem Leben: zum einen im Rahmen gesellschaftlichen und sozialen Engagements; zum anderen in explizit religionsfreien Sinnentwürfen, in denen der Begriff zwischen Menschlichkeit (Humanität) und Weltanschauung oszilliert.

Das „Humanistische Selbstverständnis“ des HVD

1993 bildete sich aus einem Teil der Freidenkerbewegung der Humanistische Verband Deutschlands (HVD). Mit dem prominent vorangestellten Label „Humanismus“ verbindet sich eine teilweise Abwendung von der Religionskritik und eine Hinwendung zu einer positiven Programmatik und zu gesellschaftlichem Engagement: vom Schulfach „Humanistische Lebenskunde“ über Kitas und Hospize bis hin zur Jugendarbeit.

Diese praktische Grundorientierung schlägt sich auch im „Humanistischen Selbstverständnis“ nieder, dessen aktuelle Version der HVD 2017 verabschiedet hat. In den Vordergrund gerückt wird der Einsatz für ein gelingendes menschliches Leben; im Fokus ist dabei das Individuum, das jedoch als in die Gemeinschaft aller Menschen eingebettet gedacht wird – es geht also nicht um Egoismus, sondern um Solidarität. Welches Fundament hat aber die dazugehörige Moral? Auf jeden Fall nicht Gott oder eine sonstige „übernatürliche“ Ordnung; entsprechend werden religiös geprägte Ethiken und „Dogmen“ abgelehnt. Dagegen will der HVD freies Denken, Menschenrechte, Toleranz und Meinungsstreit fördern. Entsprechend will das „Humanistische Selbstverständnis“ möglichst wenig festlegen und betont die Meinungsvielfalt innerhalb des Verbandes. Basis für die eigene Lebensorientierung soll der aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisstand sein, der immer wieder zu überprüfen und zu revidieren ist.

Der HVD als Weltanschauungsgemeinschaft versucht also den Spagat, einerseits ein weltanschauliches Profil zu definieren, andererseits aber seinen Mitgliedern so viel weltanschauliche Freiheit wie möglich zu geben. Zugleich versucht der HVD mit dem Humanismusbegriff an eine große Geschichte freien Denkens (im Widerstand gegen religiöse … Bevormundung) anzuknüpfen, die bis auf die Antike (Sokrates) zurückgeführt wird – allerdings recht selektiv.

Schmidt-Salomons evolutionärer Humanismus

Als zweiter großer Akteur im organisierten deutschen Atheismus ist die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) zu nennen. Sie ist freilich keine Weltanschauungsgemeinschaft, sondern eine Stiftung – jedoch mit einem Umfeld von organisatorischen Ablegern und Unterstützern, deren Zahl in die Tausende geht.

Führende Figur ist Michael Schmidt-Salomon. Von ihm stammen auch Publikationen, die das Leitbild der gbs, den „evolutionären Humanismus“, näher erläutern; zu nennen sind hier insbesondere das „Manifest des evolutionären Humanismus“ (2., erweiterte Auflage 2006) sowie „Hoffnung Mensch“ (2015).

Der von Schmidt-Salomon vertretene Humanismus ist in vielem den Positionen des HVD ähnlich: ein Sinnentwurf in Abgrenzung zu den Religionen, zugleich eine Aufforderung zum gesellschaftlichen Einsatz. Unterschiede gibt es aber v. a. in zweierlei Hinsicht:

Zum einen bewegt sich Schmidt-Salomon ganz dezidiert in szientistisch-naturalistischen Denkmustern und stellt dabei die Evolutionsbiologie in den Mittelpunkt; das wirkt sich in einer weitgehenden Relativierung der menschlichen Sonderstellung gegenüber dem Tierreich aus – konkret werden etwa Grundrechte für Menschenaffen gefordert.

Zum anderen ist die gbs für ihren härteren religionskritischen Ton bekannt, der sich auch in polemischen Aktionen niederschlägt. In seinem „Manifest“ fordert Schmidt-Salomon etwa eine „Leitkultur Aufklärung und Humanismus“ und will damit den öffentlichen Einfluss von Religionen und deren Werten aus Politik und Gesellschaft verbannen, um so eine Humanisierung des menschlichen Lebens voranbringen. In „Hoffnung Mensch“ schlägt er dagegen einen konzilianteren Ton an und kann auch humanisierende Impulse in Religionen würdigen, sieht aber gleichwohl eine Gefährdung der menschlichen Zukunft durch das Verharren in religiösen und anderen Ideologien.

Jugendweihe und Sunday Assembly: Gottesdienst ohne Gott

„Spiritualität“ ist für viele säkulare Humanisten ein schwieriger Begriff – klingt er doch zu sehr nach Religion. Bezeichnend ist, dass das Selbstverständnis des HVD diesen Begriff vermeidet. Und doch finden wir in der Szene nicht nur theoretische weltanschauliche Konzepte, sondern auch eine Feierkultur und Rituale.

Insbesondere die Jugendweihe ist auch nach dem Ende der DDR in den neuen Bundesländern weit verbreitet. Sie ist Übergangsritus und Familienfeier, bleibt inhaltlich aber relativ unbestimmt und kann deshalb individuell mit Bedeutung aufgeladen werden. Andere Riten, wie sie etwa vom HVD angeboten werden (Namensfeier, Hochzeitsfeier, Trauerfeier), sind dagegen zumindest derzeit noch „Nischenprodukte“.

Sunday Assemblies wurden 2013 erstmals in London durchgeführt. Sie orientieren sich an christlichen Gottesdiensten, beinhalten Lieder, Texte und Vorträge – nur freilich ohne Gott oder Religion. Damit wollen sie insbesondere religionsfernen Menschen Besinnung und Gemeinschaft bieten. In Deutschland hat sich diese Form religionsfreier Spiritualität jedoch bisher erst in einigen Großstädten etablieren können.

Fromme Atheisten

Schließlich melden sich auch bekennende Atheisten zu Wort, die zwar einen Gottesglauben ablehnen, aber dennoch an religiösen Fragestellungen hohes Interesse haben. Der Philosoph Herbert Schnädelbach prägte dafür den Begriff „fromme Atheisten“ und zählt sich selbst dazu. Ronald Dworkin – um nur einen weiteren Vertreter dieses Typs zu nennen – setzt sich in seinem Buch „Religion ohne Gott“ mit der Frage nach überzeitlichen Werten und moralischen Überzeugungen auseinander und sieht hier Theisten und Atheisten nicht wesentlich voneinander getrennt.

 

Suchbewegungen, Bekenntnisse, ja gar Spiritualität sind also – in unterschiedlicher und oftmals konträrer Positionierung – auch im religionsfernen Raum zu finden. Atheisten, Agnostiker und religiös Indifferente glauben zwar nicht an Gott, aber sie glauben an etwas – und können damit im Bemühen um eine bessere Welt auch Partner von religiösen Menschen sein.

 

 

ein Kommentar von Diplom-Theologe Lothar Bendel, bis Dezember 2016 Referatsleiter im Katholischen Militärbischofsamt (KMBA)

1. Religion – immer nur im Plural zu denken – ist ein konkretes soziokulturelles Phänomen, das Antworten anbietet auf unvermeidliche Daseinsrisiken menschlichen In-der-Welt-Seins, zumal dort, wo die dominanten Problem-lösungsstragien der technisch-naturwissenschaftlichen Vernunft versagen. Zugleich bilden sie einen sinngebenden Horizont zur Orientierung des menschlichen Denkens und Handelns. Die Definition und die Funktion von Religion, Vergangenheit und Zukunft der Religion, sind in der Wissenschaft Gegenstand ausgiebiger Kontroversen, an denen sich dieser Beitrag nicht ausrichten wird. Wir orientieren uns im Folgenden an einem lebensweltlich fundierten Religionsverständnis, das im Wesentlichen besagt, dass es eine der Erfahrungswelt transzendente Realität gibt, mit der menschliche Heilserwartungen aus Daseinsnot verbunden sind.

2. Die ältesten philosophischen Überlieferungen zeigen, dass Religion und Religionskritik einander begleiten. Beides gehört zur Geschichte der Menschheit. Xenophanes von Kolophon, der den Beginn der Aufklärung in der europäischen Geistesgeschichte markiert, kritisiert die anthropomorphen Gottesvorstellungen seiner Zeitgenossen in konstruktiver Absicht, um eines – wenngleich noch materiell vorgestellten – nichtanthropomorphen transzendenten Gottesbegriffes willen. Zeitgenössische Religionskritik hat sich verändert: Nicht die Verbesserung ihres Gegenstandes – was ansonsten die Intention des kritischen Geschäfts einer Literatur-, Kunst- oder Musikkritik ist –, sondern deren Destruktion, die Restbestände von Religion als Relikte mangelhafter Aufklärung duldet, leitet das Interesse. Gegenwärtige Religionskritik präsentiert sich wissenschaftlich in der Regel in Berufung auf einen evolutionären Naturalismus, dessen Basisannahme eine evolutionäre Beschreibung des Menschen und seiner Welt ist. Daneben dominiert eine moralische Religionskritik, die vergangene und gegenwärtige religiöse Begründungen gewaltförmigen Handelns als Kritikbasis hat. Oftmals fällt in diesen religionskritischen Texten auf – offensichtlich als Reflex religiös begründeter Gewalthandlungen –, dass philosophisch-wissenschaftliche Argumente verknüpft sind mit politischen Schlussfolgerungen und Forderungen nach vollständiger Säkularität staatlicher Ordnungen. Wissenschaftliche Fachkritik fällt hier zusammen mit einer religionspolitischen Postulatensammlung, die regelmäßig Kampfschriftcharakter annimmt.

3. Religiöse Erfahrung ist die widerspruchsvolle Einheit reflektierter Erfahrung der menschlichen Daseinsbedingungen. Sie umfasst (in unvollständiger Auflistung):

• Die Gleichzeitigkeit von ungeschuldeter Sinnerfahrung, von Dankbarkeit, von – das um seine Erhaltung besorgte Selbst – transzendierender Ergriffenheit, von Ehrfurcht und Staunen und deren Destruktion und Verlust als endlichkeitsbedingte Dauerdrohung.

• Die Gleichzeitigkeit von Sollenserfahrungen, die kategorisch zu einer humanen, menschengerechten Praxis verpflichten und deren Scheitern in Handlungen schuldhafter Verweigerung des sittlich Gebotenen.

In derartigen Erfahrungen wissen Menschen sich als heilsbedürftig. Religiöse Erfahrungen bilden insofern den Resonanzraum und Verstehenshorizont für die Heilsversprechen der Religionen. Die Logik solcher religiöser Erfahrungen ist „atheistisch“, soweit auch in diesen das menschlich letzte Wort über Gott die Abwesenheit Gottes in der Welt ist.

4. Glaubenserfahrungen gelingen nur im Kontext von durch kultisch-ritueller Praxis und Glaubenslehren geprägten religiösen Traditionen, deren Heilsversprechen sich in den Krisen und Gefährdungen des Lebens als tragfähig bewähren. In unserer christlichen Tradition findet sich dieses Versprechen im „Wort Gottes“, dem Geschehen der Selbstmitteilung Gottes im menschlichen Wort der Glaubensverkündigung und Glaubensweitergabe. In diesem Wort wird uns Menschen die bedingungslose Gemeinschaft mit Gott zugesagt, die auch der Tod nicht auflösen kann. Glaube ist lebendig und lebt, wo Menschen Erfahrungen mit dem „Wort Gottes“ machen. Aber auch hier bleibt wichtig: Gott ist kein direkt intendiertes Objekt der Erfahrung, sondern diese beziehen sich immer auf ein menschliches Wort von „Gott“. Auch im Glauben wird die kategorische Transzendenz Gottes, seine „Unbegreiflichkeit“, nicht aufgehoben.

5. Religiöser Atheismus als Herausforderung? Im Kontext des evolutionären Naturalismus, einem gegenwärtigen religionskritischen Leitparadigma, ist seit einiger Zeit die Verwendung von Begriffen wie „religiöser Atheismus“, „atheistische Spiritualität“, „Religion ohne Gott“ eingeführt (Ronald Dworkin). Kants berühmtes Diktum vom „gestirnten Himmel über und dem moralischen Gesetz in uns“, in dem Ergriffensein und Ehrfurcht ihren Ausdruck finden über das unerklärliche Faktum eines durch Naturgesetze beherrschten Universums, in dem moralfähige Wesen leben, gilt hier als traditionsstiftend. (Kant selbst hätte sich freilich niemals selbst als religiösen Atheisten bezeichnet.) Im Zentrum dieser „Religiosität“ stehen tragende Sinnerfahrungen ohne Bezug auf Transzendenz und ein Kanon humaner Haltungen, wie Bescheidenheit, Demut und Dankbarkeit angesichts einer unerklärlichen Welt. Ausgeschlossen wird jedoch explizit jeder Bezug auf und jede Deutung dieser Erfahrungen durch religiöse Heilslehren. Religion, die ein Heilsversprechen beinhaltet, ist Wunschdenken und Illusion. Dieser Vorwurf bloßer Illusion bildet den gemeinsamen Kern der unterschiedlichen Varianten der Religionskritik in Geschichte und Gegenwart. Argumentativ ist der Streit um den illusorischen Charakter aller positiven Religion nicht zu schlichten, auch wenn allem Denken, weil es in menschlicher Daseinsnot gründet, die Sehnsucht nach Heil konstitutiv ist. Erst in einem Zustand der Menschheit ohne Daseinsnot zerreißt der Schleier, gewebt aus Sehnsucht und Bedürfnis, der das Absolute verhüllt.

 

 

Ein Beitrag von Gregor Gysi, Mitglied des Deutschen Bundestages, Die Linke

Es gibt Menschen, die nicht religiös sind. Davon zu unterscheiden sind Menschen, die „irgendwie“ religiös sind, ohne einem konkreten Glaubensbekenntnis zugehörig zu sein. Dafür wird häufig auch der Begriff der Spiritualität gewählt.

Zu letzterer kann ich aus eigener Praxis wenig beisteuern. Ich gehöre eben zu jenen, die nicht religiös sind. Aber was mich immer interessiert hat, ist die Frage, ob das, was religiöse Menschen tun, auch einen Wert haben kann für diejenigen, die nicht religiös sind. Ich habe diese Frage immer bejaht.

Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, hat das Problem des Glaubens, des religiösen Bewusstseins in einer aufgeklärten Welt besonders deutlich formuliert. Zwar hatte die Aufklärung die Natur entzaubert, sie stellte sich als Zusammenhang wissenschaftlich erklärbarer Prozesse dar, sie hat auch der staatlichen Macht die Legitimation durch die Macht des Glaubens und der Autoritäten entzogen, aber die Aufklärung hat den Menschen keinen, ich drücke mich jetzt simpel aus, „Ersatz“ für das Verlorene liefern können. Das Verlorene ist die vereinigende Kraft der Religion. Sie ist es, die Gemeinschaft stiftet.

Nun war sich Hegel im Klaren darüber, dass sich die moderne Entwicklung nicht wieder zurückdrängen lässt. Wiederherstellung kann es nicht in einem unmittelbaren Sinn geben. Bei der vergleichenden Betrachtung von Kunst, Religion und Philosophie betonte er, dass es immer um dasselbe ginge: um das Ganze unseres Lebens. Die Kunst drückt dies im Medium des Sinnlichen aus, die Religion bringt dieses Ganze zur Vorstellung, die Philosophie bemüht sich, es auf den Begriff zu bringen. Was auch immer man bevorzugen mag, ob Kunst, Religion oder Philosophie – es handelt sich um Möglichkeiten, das Denken des Ganzen einzuüben.

Wichtig wird das in der politischen Gemeinschaft. Als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bilden wir auch eine Gemeinschaft, der es um ein vernünftiges Ganzes geht: das Gemeinwohl. Zugleich jedoch wissen wir, dass unsere Gesellschaft sich auch dadurch auszeichnet, dass es verschiedene, teilweise auch konträre Interessen gibt. Diese müssen ausformuliert und Konflikte ausgetragen werden. In einem demokratisch verfassten Staat, und hier verlasse ich den Hegelschen Horizont, wird die Idee des Gemeinwohls auf der Basis unterschiedlicher Interessen ausformuliert, in der Regel durch Verhandlung zwischen Interessenträgern und ihren Repräsentanten.

Wenn diese demokratische Auseinandersetzung um den Inhalt des Begriffs Gemeinwohl scheitert oder ausgebremst wird, etwa durch technokratische Herrschaft, dann verliert die politische Gemeinschaft an Substanz. Es wird dann immer mehr Menschen geben, die sich ausgeschlossen, nicht mehr wahrgenommen fühlen. So kommt es zur Krise der Demokratie, und hier setzen auch jene an, die von der Demokratie ohnehin nicht viel halten.

Die Kirchen hatten in den letzten Jahrzehnten für die Situation der Abgehängten ein Sensorium entwickelt. Das hängt auch damit zusammen, dass das Christentum Liebe, also Solidarität, predigt. Und da man nicht nur predigen kann, tut man auch etwas für das, was man will. Nicht immer passen mir die politischen Vorstellungen der Kirchen. Das ist auch nicht nötig. Aber sie sind auf der Grundlage einer Ethik aufgebaut, die in unserer Welt zunehmend fehlt. Sich mit den politischen Vorstellungen religiöser Menschen auseinanderzusetzen bedeutet oft auch, sich mit der zugrundeliegenden Ethik auseinanderzusetzen. Selbst wenn man sie dann nicht teilt, oder wenn man die eine oder andere Doktrin abschwächen oder „besser“, etwa ohne Bezugnahme auf die Religion, begründen will, übt man sich im normativen Argumentieren. In diesem Sinn bin ich als Atheist froh, dass es die Religion und Stellungnahmen religiöser Menschen zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse gibt.

Die heutige Situation zeichnet sich allerdings durch ein verkomplizierendes Merkmal aus. Religionen spielen wieder eine größere Rolle, nicht zuletzt durch die Migration. Es muss uns gelingen, nicht nur Christen in der politischen Öffentlichkeit eine Stimme zu geben, sondern auch anderen Religionen. Ausgrenzung darf es nicht geben. Aber es gibt auch keine Pflicht, religiösen Positionen Folge zu leisten. Alle Beteiligten müssen die Bereitschaft zeigen, sich zu begrenzen und sich gegenseitig auszuhalten, sich gegenseitig nicht besiegen zu wollen. Anders wird das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in einer Gesellschaft nicht gelingen.



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