Bundesverdienstkreuz für Militärgeneralvikar a. D. Reinhold Bartmann – Amtsübernahme von Artur Wagner
Es war ein Abschied mit höchsten Ehren: Der ehemalige Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, dem Bundesverdienstkreuz, ausgezeichnet worden. Stellvertretend für den Bundespräsidenten nahm der Generalinspekteur der Deutschen Bundeswehr Carsten Breuer die Auszeichnung vor. Anlass war die offizielle Verabschiedung von Msgr. Bartmann aus dem Amt. Gleichzeitig ist Artur Wagner, zuvor Leiter des Katholischen Militärdekanats München, in sein Amt als Leiter des Katholischen Militärbischofsamtes eingeführt worden.
Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Anlässlich der Verleihung im Anschluss an ein Pontifikalamt in der Berliner Rosenkranz-Basilika würdigte Generalinspekteur Breuer den scheidenden Militärgeneralvikar als prägende Persönlichkeit der Katholischen Militärseelsorge. „Was für eine Konstante Sie waren und was für ein Glück“, sagte Breuer. Über Jahrzehnte hinweg habe Bartmann Soldatinnen und Soldaten durch sehr unterschiedliche Phasen der Bundeswehr begleitet. „Der Dienst am Nächsten, für den Nächsten, hat für Sie schon immer einen hohen Stellenwert“, sagte der Generalinspekteur und beschrieb Bartmann als Seelsorger, der stets nahe bei den Menschen gewesen sei: „Einer von uns, einer für uns.“
In der Begründung für das Verdienstkreuz heißt es, Bartmann habe sich „durch überragendes berufliches und langjähriges Engagement in beispielhafter Weise unter Zurückstellung eigener Interessen um die Bundeswehr, für das Gemeinwohl und das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht“. Sein „unermüdlicher Einsatz, seine Menschlichkeit und sein ausgesprochenes soziales Engagement“ hätten ihn ausgezeichnet.
„Der Dienst am Nächsten, für den Nächsten, hat für Sie schon immer einen hohen Stellenwert.“
Dank und Anerkennung des Katholischen Militärbischofs Overbeck
Zuvor hatte der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck seinen langjährigen Generalvikar ebenfalls gewürdigt und dessen persönliche Haltung hervorgehoben. „Die Verlässlichkeit seines Dienstes habe ich immer sehr geschätzt und sage dafür herzlichen Dank.“ Dabei sei Bartmanns Blick immer auf den Menschen gerichtet gewesen. „Der Dienst unter den Soldatinnen und Soldaten ist ein Dienst unter den Menschen.“ Gerade diese Haltung habe Bartmanns Wirken geprägt: nicht Hierarchie oder Amt hätten im Mittelpunkt gestanden, sondern Aufmerksamkeit für die einzelnen Menschen und ihre Würde. Es gehe, so Overbeck, letztlich um eine Haltung der „Aufmerksamkeit, Bescheidenheit und eines hohen Anspruchs an sich selbst, die Würde jedes Menschen zu achten“.
„Aufmerksamkeit, Bescheidenheit und eines hohen Anspruchs an sich selbst, die Würde jedes Menschen zu achten.“
Bereits im Pontifikalamt hatte der Bischof den scheidenden Militärgeneralvikar als einen Mann bezeichnet, der seit seinem Dienstantritt am 1. Januar 1993 wichtige Ereignisse der Zeitgeschichte miterlebt hatte – von den Kriegen auf dem Balkan über den 11. September 2001 bis hin zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Seinem Nachfolger Wagner wünschte der Militärbischof, dass er seinen neuen Dienst mit dem Blick für die Menschen antrete – in einer Zeit, die von den Kriegen in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten und vielen weiteren Regionen geprägt sei.
Ökumenische Zusammenarbeit als zentrales Anliegen
Für die Evangelische Militärseelsorge hob Militärgeneraldekan Thorsten Kirschner Bartmanns Engagement für die ökumenische Zusammenarbeit hervor.
„Vergessen Sie die Ökumene nicht“, habe dieser ihm einmal gesagt, erinnerte Kirschner. „Gemeinsam sind wir stark.“ Katholische, Evangelische und inzwischen auch Jüdische Militärseelsorge arbeiteten eng zusammen. Diese Zusammenarbeit sei entscheidend für die Glaubwürdigkeit der seelsorglichen Begleitung in der Bundeswehr. „Dabei war Ihnen immer bewusst, dass es eine gemeinsame Aufgabe ist“, sagte Kirschner. Es gehe um „eine gemeinsame Aufgabe zum Wohl der Soldatinnen und Soldaten“.
Bewegender Abschied nach 35 Jahren Dienst
Der scheidende Militärgeneralvikar selbst zeigte sich bewegt von der Auszeichnung und den vielen Wegbegleitern, die zu seiner Verabschiedung gekommen waren. „Wenn ich heute hier stehe, gehen 35 Jahre und 2 Monate Verbindung mit der Bundeswehr für mich zu Ende“, sagte Msgr. Bartmann. Diese Zeit sei geprägt gewesen von vielen Begegnungen mit Soldatinnen und Soldaten in sehr unterschiedlichen Situationen – im Standortdienst ebenso wie in Auslandseinsätzen. „Mir persönlich ist nicht bekannt, dass irgendwann die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr einen Auftrag, den sie erhalten haben, nicht nach besten Kräften und mit bestem Wissen durchgeführt hätten“, sagte Bartmann. Gerade deshalb gebühre ihnen Anerkennung für ihren Dienst „in einem ethisch fordernden Beruf“.
Auch sein Nachfolger Artur Wagner knüpfte an diese Perspektive an. Er dankte seinem Vorgänger „für deinen Dienst, für dein Vorbild und für das Vertrauen, das du auch mit eingebracht hast, um diese Aufgabe auf mich übertragen zu lassen“. Zugleich dankte er dem Katholischen Militärbischof Overbeck dafür, dass er ihm dieses Vertrauen entgegenbringe.
„Wenn ich heute hier stehe, gehen 35 Jahre und 2 Monate Verbindung mit der Bundeswehr für mich zu Ende.“
Auftrag der Militärseelsorge im Mittelpunkt
Im Pontifikalamt hatte zuvor Bischof Overbeck den Auftrag der Militärseelsorge in den Mittelpunkt gestellt: den Soldatinnen und Soldaten nahe zu sein – seelsorglich, menschlich und ethisch. Dabei verwies er auf die Primizsprüche beider Generalvikare, die auch in der Lesung bzw. im Evangelium des Gottesdienstes vorkamen, und machte deutlich, dass der tiefe innere Grund dieses Dienstes Jesus Christus selbst sei.
Mit Blick auf die sicherheitspolitische Lage in Europa und der ganzen Welt mahnte der Militärbischof zu einer christlichen Friedensethik, die weder naivem Pazifismus noch bloßem Militarismus Raum gibt. Friede ruhe auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit, sagte Overbeck in Anlehnung an die Enzyklika „Pacem in terris“ von Papst Johannes XXIII. Gerade in Zeiten hybrider Kriegsführung, digitaler Desinformation und propagandistischer Feindbilder beginne die Verteidigung des Friedens mit dem Schutz der moralischen und politischen Urteilsfähigkeit.
Monsignore Reinhold Bartmann war von November 2013 bis Februar 2026 Generalvikar des Katholischen Militärbischofs für die Deutsche Bundeswehr und gleichzeitig Militärgeneralvikar. In dieser Funktion leitete er das Katholische Militärbischofsamt als Dienststelle der Bundeswehr. Er war insgesamt mehr als 33 Jahre im Dienst der Katholischen Militärseelsorge tätig, unter anderem in Bad Reichenhall, Regensburg sowie in Auslandseinsätzen auf dem Balkan. Mit Ablauf des Monats Februar 2026 trat er in den Ruhestand.
Theo Weisenburger
33 Jahre Militärseelsorger Monsignore Reinhold Bartmann
Arbeit, Dienst und Gebet
Seit dem 1. Januar 1993 begleitet Msgr. Reinhold Bartmann „seine Soldatinnen und Soldaten“ in der Katholischen Militärseelsorge – von seiner bayerischen Heimat bis zur Kurie des Militärbischofs in Berlin.














