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Monsignore Reinhold Bartmann

Generalvikar Reinhold Bartmann, Priester der Diözese Regensburg, war von November 2013 bis Februar 2026 Militärgeneralvikar und Leiter des Katholischen Militärbischofsamtes.

33 Jahre Militärseelsorger Monsignore Reinhold Bartmann

Arbeit, Dienst und Gebet


Seit dem 1. Januar 1993 begleitet Msgr. Reinhold Bartmann „seine Soldatinnen und Soldaten“ in der Katholischen Militärseelsorge – von seiner bayerischen Heimat bis zur Kurie des Militärbischofs in Berlin. 

Wichtige Stationen aus seinem Leben

  • Geboren am 18.1.1961 in Kemnath/Oberpfalz.
     
  • 1980–82 Soldat auf Zeit, dann Leutnant der Reserve.
     
  • Studium der Katholischen Theologie in Regensburg und Innsbruck, 24.6.1989 Priesterweihe im Dom zu Regensburg.
     
  • seit 1.1.1993 in der Militärseelsorge – als Standortpfarrer in Bad Reichenhall und Regensburg.
     
  • Einsatz-Begleitungen in Kroatien, Bosnien und Kosovo; 2007 Ernennung zum Päpstlichen Ehrenkaplan (Monsignore).
     
  • 1.3.2001 – 31.10.2013 Leitender Militärdekan München für Baden-Württemberg und Bayern; seitdem Generalvikar des Katholischen Militärbischofs und Militärgeneralvikar mit Sitz in Berlin.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet eine lange Wegstrecke im Dienst der Katholischen Militärseelsorge: Monsignore Reinhold Bartmann hat über mehr als drei Jahrzehnte hinweg Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr seelsorglich begleitet und zuletzt über zwölf Jahre als Militärgeneralvikar das Katholische Militärbischofsamt in Berlin geleitet.

Wer auf seinen Weg zurückblickt, begegnet einem Leitmotiv, das sein Wirken prägte: Arbeit, Dienst und Gebet. Diese drei Dimensionen beschreiben zugleich das Selbstverständnis kirchlicher Arbeit in der Militärseelsorge und sie standen im Zentrum seines Dienstes.

Arbeit, Dienst und Gebet

Als Militärgeneralvikar und Leiter des Katholischen Militärbischofsamtes trug Bartmann Verantwortung für die Verwaltung und Organisation der Katholischen Militärseelsorge. Doch für ihn war diese Aufgabe mehr als reine Behördenarbeit. Administrative Tätigkeit verstand er stets als Teil eines größeren Auftrags.

Der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck würdigte diese Haltung einmal so: Das Militärbischofsamt sei nicht nur eine Arbeitsgemeinschaft, sondern eine Dienstgemeinschaft. Arbeit bedeute Mühe und Pflichterfüllung, Dienst gehe darüber hinaus und richte sich auf den Menschen. Gerade in der Militärseelsorge sei selbst die Verwaltung immer auch Dienst an den Soldatinnen und Soldaten und ihren Familien. In diesem Sinne habe Bartmann das Haus über viele Jahre hinweg geprägt „mit Treue, Akribie und Verlässlichkeit“, wie Militärbischof Overbeck hervorhob.

Ein genauer Beobachter mit Sinn für Menschen

Wer mit Reinhold Bartmann zusammenarbeitete, erinnert sich an seine besondere Mischung aus Genauigkeit, Humor und menschlicher Nähe.

Oberstleutnant Ulrich Schäffer, Bundesvorsitzender der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS), beschreibt diese Erfahrung so: „Zum Gespräch zu ihm kam man am besten gut vorbereitet, denn er hatte ein großes Interesse an Zahlen und ein phänomenales Gedächtnis für Einzelheiten. Gefürchtet war der grüne Stift, mit dem er akribisch mitschrieb, um beim nächsten Gespräch darauf Bezug zu nehmen. Unvergesslich sind seine zugewandten Predigten und der Humor, der im Gespräch immer wieder aufblitzte.“

Der sprichwörtliche grüne Stift steht für eine Arbeitsweise, die viele Weggefährten erlebt haben: aufmerksam, strukturiert und detailgenau, aber zugleich immer auf den Menschen ausgerichtet.

Seelsorger für die Truppe

Trotz seiner Leitungsfunktion blieb Monsignore Bartmann in erster Linie Seelsorger. Begegnungen mit Soldatinnen und Soldaten waren für ihn zentral.

Brigadegeneral André Abed, stellvertretender Vorsitzender der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), erinnert sich: „Kennzeichen jeder Begegnung war stets sein bescheidenes Auftreten, gepaart mit einer ausgeprägten Warmherzigkeit und Fürsorge für die Truppe. Das hat uns Soldaten beeindruckt und berührt.“

Diese Nähe zeigte sich auch in vielen persönlichen Gesten. So verschickte Bartmann regelmäßig geistliche Gedanken an Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz. Der Pastoralreferent a. D. Hans Rückerl erinnert sich: „Nicht nur die monatlichen Gedanken von Reinhold Bartmann, die er regelmäßig auf einem Kalenderblatt für den vergangenen Einsatzmonat schickte, bereiteten mir stets große Freude, sondern insbesondere auch sein Besuch im Kosovo.“

Auch bei großen Ereignissen der Katholischen Militärseelsorge war Monsignore Bartmann präsent – etwa bei der Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes oder bei zahlreichen Gottesdiensten im In- und Ausland. Oberstabsfeldwebel der Reserve Helmut Kapell beschreibt seine Begegnungen so: „In diesen durchaus persönlichen Begegnungen habe ich ihn als sehr präsent und den Menschen – insbesondere den Soldatinnen und Soldaten – aufmerksam zugewandt erlebt.“

Erinnerungen mit Humor

Zu den Erinnerungen an Reinhold Bartmann gehören nicht nur seine seelsorgliche Präsenz und seine Genauigkeit, sondern auch sein Humor. Militärpfarrer Thomas Pinzer erinnert sich an eine Episode aus gemeinsamen Studientagen: „In seiner Jugend war unser Militärgeneralvikar sehr sportbegeistert. Nach jeder Saison unseres Heimatvereins ging es auf eine Mannschaftsfahrt. Kurz vor unserer Priesterweihe mussten wir beide einen Tag früher abreisen. Beim Auschecken sagte einer von uns: ‚Wir wollen abreisen.‘ Der Wirt antwortete: ‚Es reisen alle ab!‘ Wegen nächtlicher Ruhestörung hatte er die gesamte Mannschaft des Hauses verwiesen. Der Satz ‚Es reisen alle ab‘ wurde zum geflügelten Wort.“

Dankbarkeit für einen langen Weg

Mit seinem Eintritt in den Ruhestand endet eine lange und prägende Zeit im Dienst der Katholischen Militärseelsorge. Viele Weggefährten erinnern sich an einen Seelsorger, der Verantwortung mit Menschlichkeit verband und der seine Aufgaben stets aus einem geistlichen Fundament heraus verstand.

Für Reinhold Bartmann selbst gehörte dazu immer auch das gemeinsame Lachen. Arbeit könne Mühe sein, sagte er einmal, sie dürfe aber auch Freude machen. Dienst erhalte seinen Sinn aus der Ausrichtung auf die Menschen, „für die wir letztlich da sind: die Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien“.

Doreen Bierdel


Bundesverdienstkreuz für Militärgeneralvikar a. D. Reinhold Bartmann

Amtsübergabe mit höchsten Ehren

Es war ein Abschied mit höchsten Ehren: Der ehemalige Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, dem Bundesverdienstkreuz, ausgezeichnet worden. 

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