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Pontifikalamt zur 63. Gesamtkonferenz im Freiburger Münster

Was müssen Christen heute für den Frieden tun?

Freiburg, 18.09.2018.

Der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat Christen dazu aufgerufen, darüber nachzudenken, was Frieden ist und was Kirche heute für den Frieden tun muss. Er erinnerte an den Friedensappell von Papst Benedikt XV., die Gewaltexzesse des Ersten Weltkriegs zu beenden, und an die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. mit dem Titel „Pacem in terris“ aus dem Jahr 1963. Darin machte der Papst deutlich, dass Frieden Gerechtigkeit und Liebe braucht. Darin bestehe die Aufgabe vor allem für Christen, so der Militärbischof. 

Gleichzeitig rief Overbeck dazu auf, Gewaltspiralen zu verhindern. „Genau darum muss es immer wieder gehen, dass Gewalt sich nicht ständig weiterschraubt und eskaliert“, sagte er mit Blick auf gegenwärtige

Militärbischof Overbeck hält die Predigt. © KS / Halina Wegrzynowicz
Militärbischof Overbeck hält die Predigt. © KS / Halina Wegrzynowicz


Der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat Christen dazu aufgerufen, darüber nachzudenken, was Frieden ist und was Kirche heute für den Frieden tun muss. Er erinnerte an den Friedensappell von Papst Benedikt XV., die Gewaltexzesse des Ersten Weltkriegs zu beenden, und an die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. mit dem Titel „Pacem in terris“ aus dem Jahr 1963. Darin machte der Papst deutlich, dass Frieden Gerechtigkeit und Liebe braucht. Darin bestehe die Aufgabe vor allem für Christen, so der Militärbischof. 

Gleichzeitig rief Overbeck dazu auf, Gewaltspiralen zu verhindern. „Genau darum muss es immer wieder gehen, dass Gewalt sich nicht ständig weiterschraubt und eskaliert“, sagte er mit Blick auf gegenwärtige Demonstrationen und das Wahlverhalten vieler Menschen in Deutschland und Europa. Er mahnte zu „nüchternen Blicken“ auf die gesellschaftliche Realität, um angeblichen „Bedrohungen und eigene Ansprüche zu relativieren“. 

Darüber hinaus müsse auch politisches Handeln dem Frieden und der Gerechtigkeit dienen, äußerte er. „Ohne die prinzipielle Bereitschaft, andere Menschen und ein anderes Volk als Rechtspartner anzuerkennen und gleichberechtigt zu behandeln, kann es keine auf Dauer bestehende und anerkannte Friedens- und Rechtsordnung geben“, betonte der Bischof. 

Nach der Debatte über einen Bundeswehr-Einsatz in Syrien in der letzten Woche erinnerte er in seinem vorab veröffentlichten Manuskript an die „strenge Kriteriologie für gerechtfertigte Gegengewalt“. Gegengewalt müsse demnach immer von ihren Folgen her gerechtfertigt werden. Denn Gewalt erzeuge stets neue Hassgefühle und Sehnsucht nach Vergeltung, sagte der Militärbischof. 

Overbeck äußerte sich in einer Predigt vor 200 Militärseelsorgern, Pfarrhelfern und Gästen während des Gottesdienstes zur Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge in Freiburg. An dem Gottesdienst nahmen auch der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Ukrainisch-Griechisch-Katholische Militärbischof, Mykhail Koltun, teil. Erzbischof Burger begrüßte die Militärseelsorger im Freiburger Münster Unserer Lieben Frau. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen.