Zum Inhalt springen
Militärgeneralvikar Bartmann beim Bericht zur Lage © KS / Doreen Bierdel
Militärgeneralvikar Bartmann beim Bericht zur Lage © KS / Doreen Bierdel

Eröffnung und Bericht zur Lage

Freiburg, 17.09.2018. Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann hat die 63. Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge in Freiburg im Breisgau eröffnet. Das jährliche Treffen aller katholischen Militärseelsorgerinnen, Militärseelsorger, Pfarrhelferinnen und Pfarrhelfer steht unter dem Motto „Frieden in einer globalisierten Welt“. 

Zu Beginn wendete sich der Militärgeneralvikar mit seinem Bericht zur Lage an die etwa 160 Teilnehmer. Darin äußerte er Bedenken gegenüber Plänen, deren Ziel sein könnte, den Lebenskundlichen Unterricht für Soldaten von der Bundeswehr durchführen zu lassen. So könnte es eine zukünftige Zentrale Dienstvorschrift unter dem Titel „Ethische Bildung in der Bundeswehr“ vorsehen, die derzeit im Bundesministerium der Verteidigung erarbeitet wird. 

Der Lebenskundliche Unterricht ist ein für Soldaten verpflichtender und durch Vorschriften geregelter Ethikunterricht. Katholische und evangelische Militärseelsorger erteilen den Lebenskundlichen Unterricht, der kein Religionsunterricht ist, im Auftrag der Bundeswehr während der Dienstzeit der Soldaten. Themen sind unter anderem philosophische Fragen aus den Bereichen Leben, Sinn, Gewissen, Sterben und Tod.

Nicht Verhalten, sondern Haltung

Der Militärgeneralvikar betonte, dass die Katholische und Evangelische Militärseelsorge seit sechs Jahrzehnten „einen verlässlichen und kontinuierlichen Dienst bezüglich der ethischen Bildung“ für Soldaten leisten. Doch in „unserem Verständnis von ethischer Bildung geht es nicht um Verhalten, sondern um die innere Haltung eines Menschen“, sagte er. 

Das Anliegen der Militärseelsorge sei die „freie Entwicklung der Persönlichkeit in Würde“. Damit unterstrich der Militärgeneralvikar, dass der Dienst des Soldaten zwar von Befehlen, doch zuerst von persönlichen Gewissensentscheidungen abhängig ist. Dies entspricht auch dem Selbstverständnis der Bundeswehr, nach dem Soldaten als „freie Persönlichkeit“ und „verantwortungsbewusste Staatsbürger“ handeln. Die ist in der Grundlagenvorschrift „Innere Führung“ normiert. 

"Persönlichkeitsbildende Maßnahmen"

Für die Militärseelsorge stehe „nicht der ‚Soldat als Mensch‘, sondern der ganze ‚Mensch als Soldat‘“ im Mittelpunkt, sagte er. Die Militärseelsorge fördere seit Bestehen der Bundeswehr „persönlichkeitsbildende Maßnahmen“ wie Werkwochen, Familienwochenenden, Besinnungstage, Gottesdienste und persönliche Gespräche bis hin zum Lebenskundlichen Unterricht.

Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann äußerte sich zu diesem Thema in seinem Bericht zur Lage zu Beginn der diesjährigen Gesamtkonferenz der Katholischen Militärseelsorge in Freiburg im Breisgau, die bis Freitag andauert.

 

 



Gedenken an Militärpfarrer Martin Klein © KS / Doreen Bierdel
Gedenken an Militärpfarrer Martin Klein © KS / Doreen Bierdel

Personalveränderungen 2017/2018

Der Abschied von den ehemaligen Militärseelsorgern war in diesem Jahr besonders geprägt vom Gedenken an den Ende Juli verstorbenen Militärpfarrer Martin Klein aus Veitshöchheim. Der Moderator des Abends, Direktor beim KMBA Wolfgang Schilk, würdigte Militärpfarrer Klein als engagierten Seelsorger.

Gruppenfoto der Neueingestellten mit Militärbischof Franz-Josef Overebeck (3.v.l.), Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (2.v.l.) und Direktor Wolfgang Schilk (4.v.l). Untere Reihe v.l.: Markus Lietzau, Songül Balik, Petra Seidenglanz, Sylwester Walocha. Obere Reihe v.l.: Alexandra Kuffer, Michael Bendel, Burkhard Schmelz, Matthias Wester, Berta Widmann, Monika Hansmann. © KS / Doreen Bierdel
Gruppenfoto der Neueingestellten mit Militärbischof Franz-Josef Overebeck (3.v.l.), Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (2.v.l.) und Direktor Wolfgang Schilk (4.v.l). Untere Reihe v.l.: Markus Lietzau, Songül Balik, Petra Seidenglanz, Sylwester Walocha. Obere Reihe v.l.: Alexandra Kuffer, Michael Bendel, Burkhard Schmelz, Matthias Wester, Berta Widmann, Monika Hansmann. © KS / Doreen Bierdel

Der ehemalige Militärdekan Dr. Jochen Folz, jetzt Dompfarrer in Vaduz, Liechtenstein, richtete stellvertretend für alle verabschiedeten Militärseelsorger ein Wort des Dankes an die Anwesenden. Militärseelsorge bedeutete für ihn, „dass man eine ganz neue Chance bekommt, Menschen zu begegnen“, sagte er.

Anschließend stellte Direktor Wolfgang Schilk fünf neue Militärseelsorger und eine Pastoralreferentin vor. Weiterhin traten zwei neue Pfarrhelferinnen und ein neuer Pfarrhelfer auf die Bühne. Auch die Leiterin des Referats III sowie eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter im Referat III wurden der Runde vorgestellt. (bd)