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Dr. Thomas Forstner © KS / Halina Wegrzynowicz
Dr. Thomas Forstner © KS / Halina Wegrzynowicz

Workshop zur „Kriegslegitimation und Kriegspropaganda katholischer Geistlicher und Theologiestudierender im Zweiten Weltkrieg“

Mit einem Impulsreferat des promovierten Berliner Historiker Thomas Forstner, der sich in seiner Dissertation insbesondere über die Identität und Lebenswelt des katholischen Pfarrklerus in Oberbayern in der Zeit von 1918 bis 1945 befasste, wurde ein Workshop zu der diesjährigen Gesamtkonferenz eingeleitet. Im Mittepunkt der darin vorgetragenen Überlegungen stand die während des Nationalsozialismus im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg die Wehrmachtseelsorge der Katholischen Kirche, die der damalige Feldbischof Franz Justus Rarkowski, der zur damaligen Fuldaer Bischofskonferenz nicht zulassen war und zusammen mit dem späteren ersten Militärgeneralvikar der katholischen Militärseelsorge Georg Werthmann verantwortet.

Mit einem Impulsreferat des promovierten Berliner Historiker Thomas Forstner, der sich in seiner Dissertation insbesondere über die Identität und Lebenswelt des katholischen Pfarrklerus in Oberbayern in der Zeit von 1918 bis 1945 befasste, wurde ein Workshop zu der diesjährigen Gesamtkonferenz eingeleitet. Im Mittepunkt der darin vorgetragenen Überlegungen stand die während des Nationalsozialismus im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg die Wehrmachtseelsorge der Katholischen Kirche, die der damalige Feldbischof Franz Justus Rarkowski, der zur damaligen Fuldaer Bischofskonferenz nicht zulassen war und zusammen mit dem späteren ersten Militärgeneralvikar der katholischen Militärseelsorge Georg Werthmann verantwortet.

Forstner informierte vorab über den im Reichskonkordat von 1933 rechtlich geordneten und strukturellen Aufbau der Wehrmachtsseelsorge mit verbeamteten 100 Wehrmachtspfarrern, den späteren 350 Kriegspfarrern und den im Sanitätsdienst eingesetzten geschätzten 20.000 „Sanitätsgeistlichen“, die zumeist heimlich und entgegen der Anordnungen in einer spezifischen Form Seelsorge an und mit verwundeten Soldaten des Zweiten Weitkriegs leisteten. Er schloss seine Überlegungen mit einer typologisierenden Einordnung der Wehrmachtsseelsorger, die seiner Auskunft nach vorwiegend mit dem damaligen Deutungs- und Erklärungsmustern des verbrecherischen Krieges der Wehrmacht während der Zeit des Nationalsozialumuses vorgefunden werden konnten. Mithin war für die in diesem Workshop engagierten Militärseelsorgen und erstmals auch der teilnehmenden Pfarrhelferinnen und Pfarrhelfer eine gute Grundlage gegeben, in Kleingruppen sich mit dem belasteten Erbe des Umgangs der Kirche während des Dritten Reiches und insbesondere in der Wehrmachts- und Kriegsseelsorge auseinanderzusetzen und weiter zu vertiefen.

Josef König