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Dr. Andriy Mykhaleyko während seines Vortrages © KS / Halina Wegrzynowicz
Dr. Andriy Mykhaleyko während seines Vortrages © KS / Halina Wegrzynowicz

Ein Ukrainer ist orthodox

Die Verbindung von Religion und Nation in der Ukraine

Unter diesem Thema stand der Workshop mit Dr. Andriy Mykhaleyko. Der gebürtige Ukrainer und Priester der Ukrainisch-Griechisch-Katholischen Kirche habilitiert sich zurzeit am Kollegium Orientale an der Katholischen Universität Eichstätt.

Als Experte für Kirchengeschichte gab er den Teilnehmern des Workshops zunächst eine Einführung in die verschiedenen christlichen Kirchen in der Ukraine. Dabei zeigte sich, dass die historische „Symphonia“, der gewollte Zusammenklang von Kirche und Staat im oströmischen Reich, sich in die Gegenwart als Zusammenklang von ostkirchlicher Tradition und nationaler Zugehörigkeit übertragen hat.

Viele Menschen in der Ukraine sind der Auffassung, dass man als Ukrainerin, als Ukrainer orthodox ist. Das bedeutet zunächst mal, dass man sich als gläubiger Mensch in der ostkirchlichen liturgischen Tradition des byzantinischen Ritus beheimatet fühlt. Weniger entscheidend ist, welcher Kirche man angehört.

Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten der Kirchenzugehörigkeit in der Ukraine. Über die Jahrhunderte entstanden in den jeweiligen Staaten, zu denen die einzelnen Gebiete der Ukraine zeitweise gehörten, eigene nationale orthodoxe Kirchen.  

Die größte Kirche ist die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats mit etwa 12.000 Gemeinden. An zweiter Stelle steht die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats. Selbstständig und unabhängig vom Moskauer Patriarchat existiert außerdem die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche. Dazu kommen die katholischen Kirchen mit byzantinischem Ritus – die Ukrainisch-Griechisch-Katholische Kirche, die Ruthenisch-Griechisch-Katholische Kirche sowie die Römisch-Katholische Kirche. (bd)