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Katholischer Militärbischof

für die Deutsche Bundeswehr

Die St. Johannes-Basilika

Die Kirche des Militär-Bischofs

Die St. Johannes-Basilika steht in Berlin-Kreuzberg.
Die Straße heißt: Lilienthalstraße.

Die Kirche ist sehr groß.
Sie gehört zur katholischen Gemeinde St. Bonifatius.
Auch die polnische Gemeinde benutzt die Kirche.

Seit dem Jahr 2005 ist die Basilika die Bischofskirche des Militär-Bischofs.
Das bedeutet:
Hier feiert der katholische Militär-Bischof wichtige Gottesdienste.

Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut.
Damals lebten viele Soldaten in Berlin.
Sie wohnten in Kasernen rund um das Tempelhofer Feld.
Für diese Soldaten wurde eine eigene Kirche gebraucht.
Deshalb wurde die St. Johannes-Basilika gebaut.

 

Hinweis zur Quelle

Die Texte über die Geschichte der St. Johannes-Basilika
sind aus dem Buch „Am Weidendamm 2“.

Das Buch wurde von Dr. Monica Sinderhauf geschrieben.
Es geht darin um das Haus vom katholischen Militär-Bischof in Berlin.

Am 18. April 1894 wurde der erste Stein für die Kirche gelegt.
Das nennt man: Grundsteinlegung.

Der erste Stein wurde von Feldpropst Dr. Johann B. Assmann gelegt.
Viele wichtige Personen waren dabei.
Zum Beispiel:

  • Friedrich Leopold Prinz von Preußen,
    er war ein Vertreter vom Kaiser.
  • Dr. Joseph Jahnel,
    er war der Vertreter des katholischen Bischofs aus Breslau.

Die Kirche wurde in drei Jahren gebaut.

Sie steht in einem schönen Garten.
Der Baustil erinnert an Kirchen aus dem 13. Jahrhundert.

Am 8. Mai 1897 war die feierliche Einweihung.
Das nennt man: Konsekration.

Die Kirche wurde von Feldpropst und Armeebischof Assmann eingeweiht.
Andere katholische Militärpfarrer haben ihm dabei geholfen.

Auch viele bekannte Personen waren bei der Einweihung dabei:

  • Der Kaiser und seine Frau
  • Viele Generäle
  • Der Kultusminister
  • Der Bürgermeister von Berlin

An diesem Tag wurde auch die evangelische Garnisonskirche nebenan eingeweiht.
Darum kamen so viele Gäste.

Im Jahr 1906 wollte man der St. Johannes-Kirche einen besonderen Titel geben.
Der katholische Militärbischof Feldpropst Heinrich Vollmar hat darum gebeten.
Auch der Bischof von Breslau hat ihn dabei unterstützt.

Der Papst in Rom hat die Kirche dann zur „Basilica minor“ ernannt.
Das ist ein besonderer Ehrentitel für wichtige Kirchen.
Die St. Johannes-Kirche war damit die zweite Kirche in Deutschland, die diesen Titel bekam.


Neue Aufgaben – neue Nutzung

Feldpropst Vollmar und sein Nachfolger Heinrich Joeppen arbeiteten in dieser Kirche.
Sie war nun ihr Amtssitz.
Damals war sie die Hauptkirche für die katholische Seelsorge in der preußischen Armee und der Marine.

Aber:
Nach dem Ersten Weltkrieg hörte dieses Feldpropsteiamt auf.
Es gab keine eigene Militär-Seelsorge mehr.


Kirche für alle – ab 1926

Seit dem Jahr 1926 wurde die Kirche anders genutzt:
Jetzt war sie eine normale katholische Kirche für die Menschen im Stadtviertel.
Man nennt das: Kuratie-Kirche.

Die Kirche wurde also nicht mehr nur für Soldaten genutzt,
sondern auch für die katholischen Familien in der Nachbarschaft.

Es gab eine Vereinbarung zwischen dem Militär und der Kirche:
Beide Seiten regelten gemeinsam, wer die Kirche wann benutzen durfte.

Im Jahr 1929 bekam der Priester Franz Justus Rarkowski eine besondere Aufgabe.
Der Reichswehr-Minister gab ihm den Auftrag:
Er sollte sich um die katholische Militär-Seelsorge kümmern.

Im Jahr 1936 wurde Rarkowski auch von der Kirche anerkannt.
Er bekam den Titel:
Apostolischer Verwalter für die katholische Seelsorge im Heer.


St. Johannes-Basilika wieder Militär-Kirche

Ab dem Jahr 1934 war klar:
Die St. Johannes-Basilika sollte wieder ganz der Militär-Seelsorge gehören.
Die zivile Gemeinde durfte die Kirche nicht mehr nutzen.


Ein neuer Pfarrer für Berlin

Im April 1935 hielt ein Priester aus Bamberg eine Probepredigt in der Basilika.
Er hieß Georg Werthmann.
Er wollte Militär-Pfarrer in Berlin werden.

Seine Predigt hat überzeugt:

  • Den obersten Heeres-Seelsorger Rarkowski
  • Und das Reichswehr-Ministerium

Im Juni 1935 bekam Werthmann die Stelle.
Er wurde Standort-Pfarrer für Berlin.
Später wurde er zum Wehrmacht-Dekan ernannt.

Er hielt viele Gottesdienste in der St. Johannes-Basilika.


Werthmann kümmerte sich auch um die Zivilbevölkerung

Werthmann war auch Leiter der Kirche (lateinisch: rector ecclesiae).
Auch während des Zweiten Weltkriegs wollte er:
Dass zivile Besucher sich in der Kirche wohlfühlen.
Er behandelte sie wie eine kleine Gemeinde.
Er wollte, dass auch sie dazugehören.

Diese Informationen stehen in einem Text von Friedrich Dissemond,
der viele Jahre Pfarrer an der Basilika war.
 

Im Zweiten Weltkrieg wurde vieles in Berlin zerstört.
Auch viele Kirchen wurden schwer beschädigt.
Die St. Johannes-Basilika hatte weniger Schäden als andere Kirchen.

Einige Dinge waren kaputt:

  • Ein kleiner Seitenturm
  • Ein Pfeiler am großen Turm
  • Viele bunte Fenster aus der Bauzeit
  • Die Sakristei (das ist der Raum, wo die Priester sich umziehen)

Trotzdem:
Schon zu Pfingsten 1945 konnte wieder ein Gottesdienst gefeiert werden.


Die Basilika wurde zur Ersatz-Kirche für große Feiern

Die Hedwigs-Kathedrale war nach dem Krieg völlig ausgebrannt.
Deshalb wurde die St. Johannes-Basilika in den 1950er-Jahren für viele wichtige Feiern genutzt.

Zum Beispiel:

  • Die erste große Prozession nach dem Krieg
  • Der Schlussgottesdienst beim Katholikentag im August 1952
  • Die Priesterweihe von 20 Diakonen im Jahr 1954

Ein besonderer Gottesdienst im Jahr 1963

Am 27. November 1963 fand ein sehr besonderer Gottesdienst statt.
Der Präsident der USA, John F. Kennedy, war ermordet worden.
In der Basilika wurde ein Requiem gefeiert – ein Abschieds-Gottesdienst.

Der Gottesdienst war sehr gut besucht.
Er wurde vom Generalvikar Walter Adolph geleitet.

Die Kirche war an diesem Tag voll bis auf den letzten Platz.

Bis in die 1960er-Jahre gehörte die St. Johannes-Basilika noch dem Staat.

Im Jahr 1962 begann das Bistum Berlin mit dem Staat zu sprechen.
Es wollte die Kirche kaufen.

Das Verteidigungsministerium sagte:
Ja, das ist möglich –
aber:
Die Militärseelsorge muss die Kirche weiterhin nutzen dürfen,
falls sie wieder gebraucht wird.

Das Ministerium schrieb auch:
„Die Kirche ist für die Militärseelsorge geschichtlich wichtig.
Darum soll der Militärbischof gefragt werden,
wenn etwas Großes an dem Gebäude verändert wird.“


Die Kirche gehört jetzt zur katholischen Kirche

Im Mai 1965 kaufte das Bistum Berlin das Grundstück.
Ein Jahr später, also 1966, war die Kirche offiziell im Besitz der Kirche.

Im Jahr 1972 wurde die Kirche 75 Jahre alt.

Die Schäden am äußeren Teil der Kirche waren inzwischen repariert.
Jetzt wollte man den Innenraum restaurieren.

Dabei sollten auch Änderungen gemacht werden:
Denn nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (das war ein großes Treffen der katholischen Kirche),
wurden Gottesdienste anders gefeiert.

Aber:
Die Pläne verzögerten sich.
Man überlegte sogar, die große Kirche ganz aufzugeben.
Es gab sogar Gerüchte über einen Abriss.

Doch das Bischöfliche Ordinariat sagte:
Nein – die Kirche bleibt bestehen.


Die Kirche wird innen neu gestaltet

Ab 1977 begann die Sanierung im Inneren.
Der Leiter war der Kirchenbaumeister Hubert Vogt.

Er wollte:

  • Die Kirche soll schöner werden.
  • Sie soll besser für den neuen Gottesdienst passen.
  • Aber: das Alte soll erhalten bleiben.

Das ist gut gelungen:

  • Der neue Altar steht jetzt näher an den Menschen.
  • Er ist schlicht, aber schön.
  • Der alte Hochaltar mit dem Baldachin wurde nicht entfernt.
    Er wird weiter als Ort für das heilige Brot genutzt.

Der neue Altar wurde 1978 vom Berliner Kardinal Bengsch feierlich geweiht.
Damit war die neue Gestaltung der Kirche abgeschlossen.

Im Februar 2005 wurde eine neue Regelung getroffen.
Der Erzbischof von Berlin und der katholische Militär-Bischof haben sich geeinigt:

Die St. Johannes-Basilika soll Gottesdienst-Ort für den Militär-Bischof sein.
Die Kirche bleibt aber auch Pfarrkirche – zum Beispiel für die Polnische Gemeinde,
die seit 2004 dort ihre Gottesdienste feiert.

Das bedeutet:
Die Kirche hat zwei Aufgaben:

  • Sie ist eine normale Pfarrkirche.
  • Und sie ist die Kirche des katholischen Militär-Bischofs.

Was ist daran besonders?

Der Militär-Bischof ist anders als andere Bischöfe.
Er hat kein eigenes Bistum mit fester Kathedrale.
Er ist für alle katholischen Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr da – überall in Deutschland.

Darum braucht er einen Ort, an dem er Gottesdienste feiern kann.
Diesen Ort hat er jetzt:
die St. Johannes-Basilika in Berlin.


Gottesdienste durch das Team des Militär-Bischofs

Der Militär-Bischof ist auch Bischof einer anderen Diözese (zum Beispiel Essen).
Darum ist er nicht immer in Berlin.

Wenn er nicht da ist, übernehmen die Priester seiner Kurie die Gottesdienste.
So bleibt die Kirche lebendig.

Für die Gemeinde bedeutet das:
Sie hat eine besondere Verantwortung.
Sie kann mithelfen, dass auch die Militär-Seelsorge nicht vergessen wird.

Und für den Militär-Bischof gilt:
Er und seine Mitarbeiter werden daran erinnert,
dass Glaube in einer lebendigen Gemeinde beginnt.