Erinnerung, die bleibt: Kerzen für die Gefallenen entzündet
13 Namen, 13 Schicksale. Oder in den Worten von Militärdekan Richard Engel: 13 Plätze, die für immer leer bleiben, in Familien, an der Seite von Ehepartnern, Eltern und Kindern „und besonders in unseren Herzen“. Bei der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes gibt es viele eindrückliche Ereignisse und berührende Zeremonien. Doch die berührendste ist der Marsch der Soldatinnen und Soldaten vom Zeltlager aus in den Heiligen Bezirk, die Kerze in der Mitte, mit der sie der gefallenen und ums Leben gekommenen Kameradinnen und Kameraden gedenken. Gestaltet wird die übergroße Kerze immer von Schwester Irmgard aus dem Berliner Militärbischofsamt, vom Zeltlager den Berg hinab in den Heiligen Bezirk wird sie vom ranghöchsten Soldaten getragen, der an der Wallfahrt teilnimmt. In diesem Jahr war das Generaloberstabsarzt Nicole Schilling, Generalmajor Georg Klein und Konteradmiral Roland Obersteg marschierten an ihrer Seite.
Schwester Irmgard hat nicht nur in langer Arbeit die Kerze gestaltet, sondern auch ihre Gedanken dazu aufgeschrieben. Sie sagt unter anderem: „Die Kerze ist das Zeichen für die Hingabe des Lebens. Indem sie sich verzehrt, spendet die Kerze Licht, Hoffnung und Leben. Hingabe des Lebens wurde Realität für die Gefallenen, derer wir mit der Kerze gedenken und danken.“ Und weiter heißt es: „Der Tod ist nicht das Ende, es ist für unsere Gefallenen das Zeichen der Hoffnung und des Sieges über den Tod hinaus.“
Diese Hoffnung tragen auch die Angehörigen der gefallenen Soldaten in sich, derer in Lourdes gedacht wurde. Seit der Gründung der Bundeswehr haben 3.429 Soldatinnen und Soldaten ihr Leben verloren, davon 120 im Ausland. Mit im Zug der Soldaten waren am Samstag Hinterbliebene, die Angehörigen von 13 Soldaten, die im Dienst der Bundeswehr ihren Tod gefunden haben. Sie hatten in den Tagen in Lourdes gemeinsam mit Militärdekan Richard Engel Kerzen für ihre Verstorbenen gestaltet, die während des Pontifikalgottesdienstes im Zeltlager von Militärbischof Franz-Josef Overbeck gesegnet und später während der Zeremonie im Heiligen Bezirk entzündet wurden.
„Sie haben das höchste Opfer gebracht und ihr Leben für Deutschland gegeben“, sagte Dekan Engel. Dafür gebühre ihnen tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit. Den Angehörigen bietet die Katholische Militärseelsorge Begleitung an, nicht nur während der Tage in Lourdes. Dekan Engel hält das ganze Jahr über Kontakt zu ihnen, bietet Rat, Hilfe und Seelsorge.
Theo Weisenburger







