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„Pilger der Hoffnung“ – Soldaten beten für Frieden in Lourdes

 
„Wer glaubt, ist nie allein“: Wer sich am Freitagvormittag an der Grotte von Lourdes umschaute, sah die Worte des österreichischen Militärbischofs Werner Freistetter bestätigt. Dicht an dicht standen und saßen am wohl schönsten und beeindruckendsten Ort von Lourdes Soldatinnen, Soldaten und Zivilisten. Der deutschsprachige Gottesdienst, gemeinsam gestaltet von Deutschen, Österreichern und Schweizern, ist immer ein besonders eindrückliches Erlebnis. Und der eigentliche Auftakt der Internationalen Soldatenwallfahrt, mit Fahnenkommandos und Militärmusik an dem Ort, an dem einst Bernadette Soubirous die Jungfrau Maria erschienen ist und damit der eigentliche Anlass dafür ist, dass sich Jahr für Jahr Zehntausende Soldaten aus vielen Nationen in dem kleinen Pyrenäenort versammeln. 

 

„Ich bin jetzt schon zum dritten Mal in Lourdes dabei. Für mich ist es die (internationale) Kameradschaft, die Lourdes und die Wallfahrt so besonders macht.
Mich fasziniert, dass Dienstgrad und Nation zur Nebensache wird - weil uns die Kameradschaft und das Christsein eint.“

Oberstleutnant Graf von Lüttichau, 46 Jahre

Dort beten sie für Frieden und Völkerverständigung, in diesem Jahr unter dem Motto „Soldaten, Pilger der Hoffnung“. 

Das Motto leitet sich ab von „Pilger der Hoffnung“, dem Motto, das der verstorbene Papst Franziskus für das Heilige Jahr 2025 gewählt hat. Franziskus habe es ausgerufen, „um in Zeiten von globalen Krisen und Kriegen eine Zeit der Besinnung und Erneuerung zu schaffen“, sagte Militärdekan Michael Kühn, gleichzeitig Geistlicher Leiter der Soldatenwallfahrt, in seiner Predigt an der Grotte. Dieses Heilige Jahr solle dabei helfen, die Hoffnungsfackel weiter brennen zu lassen. 

Angesichts der schwierigen und konfliktbelasteten Zeiten bekomme das Motto des Heiligen Jahres für die Soldatinnen und Soldaten eine besondere Bedeutung: „Ihr seid Pilger der Hoffnung, und wir mit euch, wenn ihr im Dienst und im Glauben die Hoffnung auf Frieden lebendig haltet. Das geschieht dadurch, dass ihr eure persönlichen Fähigkeiten für den Frieden, den Erhalt des Friedens oder die Verteidigung des Friedens einsetzt. Das geschieht dabei, wenn euer Einsatz Schutz, Unterstützung, Hilfe und Gerechtigkeit bringt. Das geschieht dann, wenn Friedfertigkeit und Respekt voreinander auch als Haltung des tagtäglichen Umgangs verstanden werden. Das geschieht dann, wenn ihr euch gegenseitig in der Kameradschaft stärkt. Nur wenn die Hoffnung auf Frieden euren Dienst trägt, nur wenn der Geist des Friedens euren Dienst belebt, dann bleibt dieser menschlich. Das ist die alltägliche persönliche Herausforderung. Auch aller für euch Verantwortlichen.“

Das sei ein Pilgerziel, für das es sich lohne, aufzubrechen, sagte der Militärdekan. Wie dieser Pilgerweg für den Einzelnen konkret aussehe, das zeichne sich noch nicht wirklich ab. Deshalb: „Bitten wir aber an dieser Stelle, Maria, die schöne Frau von Lourdes, die Mutter der Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung, dass sie sich uns zuwendet und uns unterstützt.“

Gelegenheit, die Jungfrau Maria um ihre Unterstützung zu bitten, aber auch die Gemeinschaft zu leben, haben die Soldatinnen und Soldaten aller Nationen in den nächsten Tagen noch genügend. Die Internationale Soldatenwallfahrt endet erst am Sonntagabend, die großen Höhepunkte wie Eröffnungsfeier und Lichterprozession kommen erst noch. Vor allem aber viele Begegnungen und Gespräche im Heiligen Bezirk, auf den Straßen und in den Cafés von Lourdes.

Theo Weisenburger

Deutschsprachige Messe an der Grotte

Wer nicht dabei sein konnte, kann den Gottesdienst auf YouTube sehen zum Video.