Labor Service-Seelsorge: Vorläufer der Militär-Seelsorge in der Bundeswehr
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland viele Arbeits-Einheiten, die für die amerikanische Armee arbeiteten. Diese Einheiten hießen Labor Service.
Ab Juni 1951 gab es für diese Arbeiter eine eigene Seelsorge.
Das war die Labor Service-Seelsorge.
Sie war ein Test für die spätere Militär-Seelsorge in der Bundeswehr.
Die Arbeiter mussten zum Beispiel Flugzeuge beladen oder Gebäude bewachen.
Viele von ihnen waren Deutsche.
Sie lebten in Kasernen und arbeiteten für die Amerikaner.
Die Seelsorger, die Chaplains, waren keine Soldaten.
Sie blieben Zivilisten.
Sie wurden von den Kirchen für diese Aufgabe freigestellt.
Die Amerikaner haben sie bezahlt.
Die Chaplains haben:
- Gottesdienste gehalten,
- Gespräche geführt,
- Unterricht in Lebensfragen gegeben,
- den Chefs der Einheiten bei Fragen zu Religion und Moral geholfen.
Die Chaplains waren für die Menschen in den Einheiten da.
Sie kannten deren Alltag und Probleme.
Sie waren weder Vorgesetzte noch normale Arbeiter, sondern Vermittler.
Die katholische und die evangelische Kirche arbeiteten beide mit.
Die katholische Kirche war von Anfang an sehr engagiert.
Die Labor Service-Seelsorge war wichtig, weil sie gezeigt hat, wie Seelsorge bei Arbeitern und später bei Soldaten in der Bundeswehr funktionieren kann.
1955 wurde entschieden, dass die Labor Service-Einheiten aufgelöst werden.
Die Seelsorge wurde langsam beendet.
Einige Seelsorger wechselten zur neuen Militär-Seelsorge der Bundeswehr.
Text im Original von Dr. Monica Sinderhauf