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© Frücht
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Aufstehen zum Leben

Gedanken für die Fastenzeit und Ostern

Das Leben läuft gut. Arbeit, Partnerschaft, Freunde – alles im grünen Bereich. Manchmal fehlt das „Mehr“. Die Fastenzeit vor Ostern bietet Gelegenheit, den Sinn und das Ziel des Lebens zu suchen. Als Katholische Militärseelsorge versenden wir vom 26.2. bis zum 12.4.2020 Gedanken für die Fastenzeit und Ostern per WhatsApp. Sie können sie abonnieren und erhalten zwei Nachrichten pro Woche.

Wenn Sie WhatsApp nicht nutzen, können Sie die Impulse ebenso auf dieser Seite (siehe grauer Kasten) lesen.




Eine Sanitäterin pflegt den verletzten Fuß eines Soldaten. © KS / Barbara Dreiling
Eine Sanitäterin pflegt den verletzten Fuß eines Soldaten. © KS / Barbara Dreiling
30. März 2020

Nicht den Kopf, sondern die Füße

Service, Dienstleistung ist heute angesagt,
aber auch entsprechende Anerkennung für diese Dienste.
Jüdische Gastgeber zur Zeit Jesu beauftragten ihre Diener, ihren Gästen die Füße zu waschen, bevor sie miteinander Mahl hielten. 
Das war der Service vor einem guten Essen.

Leider waschen wir heute manchmal dem anderen den Kopf.
Jesus drehte die Sache um:
Er als Gastgeber hat seinen Jüngern die Füße gewaschen. (Joh 13,1-10)
Ein Sklavendienst? Oder eine Erniedrigung?

Ja, er kniet vor ihnen nieder,
um ihnen ein Beispiel zu geben,
um ihnen zu zeigen:
Das tue ich an euch, für euch.



Rettung bei den Gebirgsjägern © Bundeswehr / Schneider
Rettung bei den Gebirgsjägern © Bundeswehr / Schneider
26. März 2020

Hilfe 

Erste Hilfe ist lebensrettend.
Hilfe ist immer wieder lebensnotwendig.
Jeder kann Hilfe leisten,
und er darf sich selbst auch helfen lassen. 

Es gibt viele Hilfsbedürftige,
und, Gott sei Dank, auch viele Helfer – immer noch.
Auch Jesus von Nazareth half, wo er konnte.
Er heilte Menschen und holte sie aus ihrem Schattendasein.

Doch er nahm auch Hilfe an – 
nämlich die von Simon aus Cyrene. 
Die Soldaten zwangen Simon, Jesus zu helfen,
sein Kreuz auf dem Weg zur Kreuzigung zu tragen. (Mt 27,32)

Vielleicht wollte Simon zuerst gar nicht helfen,
weil er den Verurteilten nicht kannte.
Dann leistete er doch Hilfe – für seinen Nächsten.
Das war im Sinn dessen, der sich helfen ließ,
Jesus, der der Menschheit entscheidend geholfen hat,
der durch seinen Tod uns vom Tod errettet hat.

Soldat auf der Hindernisbahn © Bundeswehr / Jana Neumann
Soldat auf der Hindernisbahn © Bundeswehr / Jana Neumann
23. März 2020

Verrat

„Verrate mich ja nicht!“ – 
So versuchten wir als Kinder zu verhindern,
dass jemand ein vermeintliches Geheimnis ausplauderte.
Auf diese Weise entstand manch‘ lang währende Freundschaft,
eine andere ging dadurch in die Brüche. 

Verrat oder Treue?
Judas wurde zum Verräter.
Dabei hatte er es doch gut gemeint,
dachte er selber. (Mt 26,14-56)

Am Ende war es das Gegenteil: Verrat!
Er hatte andere Pläne als Jesus.
Hat er Jesus dann doch noch verstanden?

Junges Blätter wachsen an einem Zweig. © Bundeswehr / Martin Stollberg
Junges Blätter wachsen an einem Zweig. © Bundeswehr / Martin Stollberg
19. März 2020

Paradies

Spontan denke ich da an: Urlaubsparadies,
an etwas, wo alles ganz unbeschwert zugeht,
an keine großen Probleme.
Manche versprechen uns auch ein Paradies auf Erden - 
und handeln dann oft unmenschlich an denen, 
die nicht ins Konzept passen.

„Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43), sagte Jesus zu dem, der mit ihm gekreuzigt wurde. Auch eine Art von Paradies, die uns versprochen ist. Oder ebenfalls eine Illusion, ein falsches Versprechen?

Es kommt von einem Sterbenden, 
von einem, der mir Grund gibt, ihm zu glauben.
Das lässt mich hoffen – über den Tod hinaus.
Jesus lässt mich nicht in meinem Sterben liegen,
sondern ruft mich vom Tod ins Leben, 
auf seinen Weg, in seine Bewegung.

Unter diesem Grabkreuz liegt eines der ungezählten Opfer der Ebola-Epidemie in Liberia bestattet. © Bundeswehr / Sebastian Wilke
Unter diesem Grabkreuz liegt eines der ungezählten Opfer der Ebola-Epidemie in Liberia bestattet. © Bundeswehr / Sebastian Wilke
16. März 2020

Warum müssen Menschen leiden?
Warum müssen manche so früh sterben?
Warum gibt es Kriege?
Warum verhindert Gott das nicht:
Krankheit, Hass, Feindschaft?

Darauf haben wir keine einleuchtende Antwort.
Wir kennen die Frage Jesu am Kreuz:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46) 
Nur Gott kann sie beantworten.
Gott wird sie beantworten.
Wir glauben und hoffen, 
dass er uns mit unserer Frage nach dem „Warum?“ nicht stehenlässt.
Deshalb können wir weiter fragen: Warum, Gott?
Deshalb können wir weiterleben.

Späher mit Fernglas © Bundeswehr / Oliver Pieper
Späher mit Fernglas © Bundeswehr / Oliver Pieper
12. März 2020

„Das will ich sehen“, sagen Soldaten manchmal im Lebenskundlichen Unterricht, wenn sie etwas nicht so recht wahrhaben wollen. Sie möchten sich selbst davon überzeugen, ob das alles seine Richtigkeit hat. Unser Verstand wünscht sich sichtbare Beweise.

Ist aber Gott zeig-bar? 
Oder geht es um die Beziehung zu Gott, auf die ich mich einlassen muss, um herauszufinden, ob sie mich trägt? Das verlangt Mut, mich mit meinen Fragen und Zweifeln immer wieder neu auf Gott einzulassen. 
Vielleicht stimmt der Satz, der über dem Besuch von Papst Benedikt stand: „Wer glaubt, ist nie allein.“

Ein Soldat zündet in einer Kirche eine Gebetskerze an. © KS / Barbara Dreiling
Ein Soldat zündet in einer Kirche eine Gebetskerze an. © KS / Barbara Dreiling
9. März 2020

Angst ist ein schlechter Ratgeber, heißt es.
Doch wir haben immer wieder Angst:
vor einer Prüfung, vor einer schweren Aufgabe,
vor bestimmten Menschen, vor dem Chef,
vor einer Krankheit, vor dem Tod.
Angst gehört zum Leben.

Angst haben ist wie täglich das persönliche Kreuz zu tragen.
Ängste, Todesängste hatte auch Jesus
vor seiner letzten Aufgabe, vor seinem gewaltsamen Tod.
In der Bibel steht: „Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft.“ (Lk 22,43)
Jeder von uns kennt so einen Engel.
Es ist die Liebe zu Gott und zu den Menschen, 
die uns in unserer Angst aufrichtet.

Soldaten reichen sich die Hände zum Friedensgruß. © KMBA / Herbert Berghus
Soldaten reichen sich die Hände zum Friedensgruß. © KMBA / Herbert Berghus
5. März 2020

Das Wort „Fastenzeit“ erinnert an „abnehmen“
oder „auf etwas verzichten können“.
Wer nicht immer alles haben muss,
ist auch nicht von allem abhängig,
kann sich frei fühlen
von unnötigen Zwängen.

Er ist unabhängig von falschen Versprechungen und Angeboten
und offen für das wichtigste An-Gebot,
nämlich die Gottes- und Nächstenliebe.
Die möchte mich in Bewegung bringen,
besonders in der Fastenzeit.

Die Wüste ist ein Symbol für Fasten und Alleinsein. © Bundeswehr / PAO
Die Wüste ist ein Symbol für Fasten und Alleinsein. © Bundeswehr / PAO
2. März 2020

Vierzig Tage Fastenzeit liegen vor mir:
Eine lange Zeit, für manche eine Ewigkeit.
Von Jesus von Nazareth wird berichtet, dass er für 40 Tage in die Wüste gegangen ist, um zu fasten und sich auf seine Arbeit vorzubereiten.

Dort bekam er verlockende Angebote:
Geld, Aufstiegschancen, Beförderungen, gute Beziehungen. Doch er blieb bei der einen Beziehung, die ihm wichtig war:
Die zu Gott und zu den Menschen, besonders denen am Rand der Gesellschaft.
Das war für ihn entscheidend wichtig.

© KS / Barbara Dreiling
© KS / Barbara Dreiling
Aschermittwoch

Das erinnert an „Aschermittwochsreden“,
an die Plattform der Politiker.
Man will dem Gegner die „Leviten“ lesen.
Man will ihm sagen, wo’s lang geht,
was richtig und was falsch ist.

Oder Aschermittwoch anders:
Man fängt bei sich selber an
und lässt sich von jemandem fragen,
der wirklich weiß, was gut oder schlecht ist,
der einen Weg weiß und mich in Bewegung bringt.
Gibt es in mir so eine Instanz, 
die ich ins Spiel bringen kann?

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