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Zu Gast in Panama – Ein Rückblick auf den Weltjugendtag

Leutnant Kathrin Dörr (23) hat mit der Katholischen Militärseelsorge am Weltjugendtag teilgenommen. Wir fragten sie nach ihren Eindrücken.

Die Fragen stellte Barbara Dreiling für die Katholische Militärseelsorge.

Pilger beten das Vater unser beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags © KS / Barbara Dreiling
Pilger beten das Vater unser beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags © KS / Barbara Dreiling

Wie war der Weltjugendtag für dich?

Kathrin Dörr: Dieses Zusammensein: Ich finde das super interessant mit Menschen aus anderen Ländern über Glauben und Religion zu reden, weil wir ja eigentliche alle katholisch sind, doch jeder lebt seinen Glauben anders. Und ich finde, gerade auf diesen Jugendtreffen ist das meistens etwas lockerer und entspannter. Man sitzt auf dem Boden und betet einfach im Gras. Das Institutionelle tritt ein wenig in den Hintergrund, man reduziert Glauben wieder auf die Grundfragen, einfach miteinander beten – das finde ich total schön.

Wie hast du den Glauben in Panama erlebt?

Kathrin Dörr: [lacht] Ganz anders! Beim Motto [des Weltjugendtags – Anm. d. R.] ging es ja um Maria und man merkt, dass die Menschen dort viel mehr in die Marienverehrung einsteigen. Nach der Vigil haben wir auch den Rosenkranz gebetet, was ich echt schön fand. 

Den Leuten bedeutet der Glaube viel mehr. Es ist nicht so wie bei uns, dass man halt sonntags in die Kirche geht. Sondern die Leute feiern hier zwei Stunden Messe und tanzen und singen und sind total dabei. Da hat Glaube noch einen viel höheren Stellenwert. 

Was nimmst du aus diesem Treffen für deinen Alltag mit?

Kathrin Dörr: Ich finde es interessant zu sehen, dass man so vernetzt ist, dass es auf der ganzen Welt Leute gibt, die glauben und denen der Glaube etwas bedeutet. Aus Panama nehme ich mit, etwas dankbarer zu sein, dass ich eine Kirche um die Ecke habe und immer dorthin gehen kann, wenn ich möchte. Und dass Gottesdienst auch Spaß machen kann. 

Wie hast du das Land erlebt?

Kathrin Dörr: Zum einen war Panama ärmer, als ich mir vorgestellt hatte. Und diese Skyline – das hätte ich echt nicht gedacht! Doch die Menschen waren total freundlich. Ich war ein, zwei Mal alleine unterwegs und dann kamen direkt Einheimische und fragten mich: „Hast du dich verlaufen? Sollen wir dich zur Metro bringen? Weißt du, wo deine Gruppe ist?“ Die waren alle super nett. Das Land ist total schön, doch man merkt, dass sie lange nichts hatten außer dem Panama-Kanal. In der Altstadt wird renoviert und man sieht, dass sie in einigen Jahren ein wirklich schönes Touristenziel werden kann. Es ist ein faszinierendes Land. 

Welche Erlebnisse haben dich besonders beeindruckt?

Kathrin Dörr: Die Gastfreundschaft der Einheimischen. Zum einen die Taxifahrer, die uns den ganzen Tag gefahren haben, die uns um 8 Uhr abgeholt und um 21 Uhr wieder zurückgebracht haben und dafür fast nichts verlangt haben und die sich total viel Mühe gegeben haben. Und zum anderen die Abschlussmesse, die ist ja sowieso der Höhepunkt. Auch das Abendessen mit dem Bischof war schön. Er ist einfach total menschlich und hat sich Zeit genommen, jedem Hallo zu sagen. Und das bei über 40 Leuten! 

Was wünschst du dir für die jungen Leute in Deutschland?

Kathrin Dörr: Dass man Glauben wieder mehr wertschätzt. Oft im Alltag frage ich mich: Gehe ich in die Kirche oder schlafe ich aus? Aber wenn ich gehe, ist es immer total schön. Diese Wertschätzung, die der Gottesdienst, hier in Panama hat. In der Katechese hat eine Ordensschwester erzählt, dass sie sich in kleinen Gruppen zur Jugendstunde treffen und dass ihnen das total wichtig ist. [Erzählung der Ordensschwester: In einer Stadt in einem Nachbarland von Panama ist es wegen der hohen Kriminalität zu gefährlich, abends auf die Straße zu gehen. Deshalb kommen nur wenige Jugendliche zur Jugendstunde.  – Anm. d. Red.] Da haben wir es echt gut im Vergleich.