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Erzbischof Koch: Frieden erfordert Dialogbereitschaft

Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin © KS / Barbara Dreiling
Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin © KS / Barbara Dreiling

Berlin, 14.06.2018. Frieden in der Welt erfordert nach Ansicht von Erzbischof Dr. Heiner Koch von jedermann Bereitschaft zu Dialog und Veränderung. Dies sagte der Erzbischof von Berlin vor 150 Soldaten und Mitarbeitern der Militärseelsorge während des Gottesdienstes zum Weltfriedenstag am 14. Juni in Berlin.

Erzbischof Koch erinnerte an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren mit geschätzt 10 Millionen toten Soldaten und fast ebenso vielen toten Zivilisten, und das Ende des 30-jährigen Krieges vor 370 Jahren, der ebenfalls Millionen Menschenleben forderte. Auch in unserer Zeit scheint Frieden für viele Menschen kaum erreichbar zu sein. Wohl nicht zuletzt deshalb wies Koch in seiner Predigt auf Schritte und Voraussetzungen zum Frieden hin. 

Soldaten beim Gottesdienst zum Weltfriedenstag © KS / Barbara Dreiling
Soldaten beim Gottesdienst zum Weltfriedenstag © KS / Barbara Dreiling

„Weitersehen und Suche nach dem Frieden fängt mit dem Austausch und mit der Weitung des Blickwinkels an“, sagte er. Er dankte den Soldaten der Bundeswehr für „diesen Dienst des Sehens“ und deren Beteiligung am Prozess des Friedens. Dafür sei die „Entgrenzung“ des eigenen Blickwinkels notwendig. Wenn es gelingt, „unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, dann sehen beide weiter“, sagte Koch. Doch nicht nur einzelne Menschen, auch Regierungen müssten seiner Ansicht nach bereit sein, die Standpunkte des jeweils anderen wahrzunehmen.

Beim anschließenden Empfang äußerte sich auch der Vorsitzende des Katholikenrats beim Katholischen Militärbischof, Oberstleutnant Gereon Gräf. "Wir als Soldatinnen und Soldaten wissen um die besondere Bedeutung des Friedens", sagte er. Auch der individuelle und gesellschaftliche Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz sind seiner Ansicht nach ein Einsatz für den Frieden.

Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (re.) überreicht dem neuen Militärgeistlichen Burkhard Schmelz die Urkunde über die kirchliche Beauftragung. © KS / Barbara Dreiling
Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (re.) überreicht dem neuen Militärgeistlichen Burkhard Schmelz die Urkunde über die kirchliche Beauftragung. © KS / Barbara Dreiling

Beauftragung für neuen Militärgeistlichen

Während des Gottesdienstes zum Weltfriedenstag erhielt der Militärgeistliche Burkhard Schmelz die kirchliche Beauftragung zum Dienst in der Katholischen Militärseelsorge. Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann überreichte dem Priester des Bistums Essens die von Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck unterzeichnete Urkunde. Der 43-jährige Priester ist seit 16 Jahren in Pfarreien tätig und hat Erfahrung mit Familienseelsorge, die ihm sehr wichtig ist.

Gefragt nach seiner Entscheidung, eine Zeit in der Militärseelsorge zu arbeiten, antwortete er, dass ihm Militärpfarrer von ihren positiven Erfahrungen berichtet haben und dass er glaubt, dass „Soldaten auch Seelsorge brauchen“. Burkhard Schmelz ist seit 1. Juni 2018 Militärgeistlicher am Katholischen Militärpfarramt Faßberg.

Erzbischof Koch beim Auszug © KS / Barbara Dreiling
Erzbischof Koch beim Auszug © KS / Barbara Dreiling

An dem Gottesdienst, der vom Blechbläserquintett des Stabsmusikkorps der Bundeswehr mitgestaltet wurde, nahmen unter anderem der Abteilungsleiter Einsatz im Kommando Heer, Generalmajor Michael Hochwart, und Ministerialdirigent Wolfgang Müller im Auftrag des Wehrbeauftragten Dr. Hans-Peter Bartels teil. Zu Gast war auch der Apostolische Protonotar Militärgeneralvikar a.D. Walter Wakenhut. (bd)