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Internationaler Soldatengottesdienst im Hohen Dom zu Köln


Leitender Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker beim Domradio. © KS / Friederike Frücht
Leitender Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker beim Domradio. © KS / Friederike Frücht


Gemeinsam mit über 1.200 Soldatinnen und Soldaten, von denen viele aus dem Rhein-Sieg-Kreis anreisten, wurde zum 41. Mal der Weltfriedenstag in Köln gefeiert. Das Motto, welches jedes Jahr vom Papst bekanntgegeben wird, lautet für 2019: „Die gute Politik steht im Dienste des Friedens.“ 

Im Vorfeld des Gottesdienstes gab der Leitende Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker, welcher als Leiter des Katholischen Militärdekanats Köln Einladender des Weltfriedenstags in Köln ist, dem Domradio ein Interview. Dort beschrieb er Militärseelsorge als Betriebsseelsorge. Die Militärseelsorger seien v. a. unter der Woche Ansprechpartner für die Soldatinnen und Soldaten. Durch die alltäglichen Begegnungen seien sie präsent und böten Unterstützung an. Aus der Gemeinschaft heraus und im Miteinander entständen interessante Gespräche, die dann natürlich auch in den Glauben hineinragten.

Rainer Maria Kardinal Woelki © Erzbistum Köln / Chrobok
Rainer Maria Kardinal Woelki © Erzbistum Köln / Chrobok


Nationale Egoismen führen ins Verderben

In seiner Predigt legte auch Rainer Maria Kardinal Woelki Wert auf die Gemeinschaft. Angesichts der kommenden Europawahl, sollten geraden Christen als überzeugte Europäer auftreten. Denn „nationale Egoismen führen immer ins Verderben“, betonte Kardinal Woelki. Das habe die Geschichte bereits gezeigt. Darüber hinaus kritisierte er die anhaltende Aufrüstung der Weltgemeinschaft. „Was es braucht, sind keine neuen Waffen, es braucht eine neue Generation von Menschen, die für eine Kultur des Friedens und des Miteinanders“ einträten. Neue Generationen von Waffen hätten bisher dazu beigetragen, dass die Alternative inzwischen Vernichtung oder Frieden sei.



Empfang nach dem Internationalen Soldatengottesdienst


Staatssekretär Dr. Peter Tauber überbringt die Grüße der Verteidigungsministerin. © KS / Friederike Frücht
Staatssekretär Dr. Peter Tauber überbringt die Grüße der Verteidigungsministerin. © KS / Friederike Frücht


Nach dem Gottesdienst im Kölner Dom lud der Leitende Militärdekan Schnettker zu einem Empfang im nahegelegenen Maternushaus ein. Im Anschluss an kurze einladende Worten von Monsignore Schnettker ergriff der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Tauber das Wort. Er überbrachte zunächst die herzlichsten Grüße der Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen. Bezugnehmend auf das Weltfriedenstagsmotto bekräftigte er, dass „um Frieden zu bewahren, man dahin gehen muss, wo noch kein Friede herrscht.“ Tröstlich sei, dass uns Gottes Friede auch da begegne, wo Krieg anwesend sei. Sein Dank galt sowohl allen Soldatinnen und Soldaten als auch der gesamten Militärseelsorge für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann © KS / Friederike Frücht
Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann © KS / Friederike Frücht


Militärgeneralvikar Msgr. Reinhold Bartmann begann sein Grußwort mit dem Hinweis, dass das diesjährige Motto eigentlich eine Wiederholung einer Selbstverständlichkeit sei. Dieses Motto aber zeige, dass diese Selbstverständlichkeit offensichtlich abhandengekommen sei. Es gelte den politischen Entscheidern deutlich zu machen, „dass es letztlich stets um das Gemeinwohl, um die ‚res publica‘, geht und nicht um persönliche Befindlichkeiten oder Selbsterhöhung“.

Auch Bundespolizisten und Vertreter von Streitkräften verschiedener Länder haben am Empfang teilgenommen. © KS / Friederike Frücht
Auch Bundespolizisten und Vertreter von Streitkräften verschiedener Länder haben am Empfang teilgenommen. © KS / Friederike Frücht


Am Internationalen Soldatengottesdienst des Militärdekanats Köln nahmen u. a. teil: der Röm.-Kath. Erzbischof von Moskau Paolo Pezzi, Bundesminister a. D. Dr. Franz Josef Jung sowie die Vorsitzende der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), Gisela Manderla MdB, Staatssekretär Gerd Hoofe. Von der militärischen Führung waren u. a. Generalleutnant Martin Richard Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Abteilungsleiter Ausrüstung im BMVg, Generalleutnant Markus Laubenthal, Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im BMVg, Generalleutnant Klaus von Heimendahl, Abteilungsleiter Personal im BMVg, vertreten. Ministerialdirektorin Barbara Wießalla war als Abteilungsleiterin Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistung ebenfalls Gast des diesjährigen Internationalen Soldatengottesdienstes.

Oberst Rüdiger Attermeyer, Vorsitzender der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) © KS / Friederike Frücht
Oberst Rüdiger Attermeyer, Vorsitzender der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) © KS / Friederike Frücht


Zuletzt richtete Oberst i. G. Rüdiger Attermeyer für die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) einige Worte an die Anwesenden. Er betonte, dass in ihrer Verantwortung für die Umsetzung einer friedvollen Politik alle gefragt seien. „Denn gute Politik geht in unserem Land alle an und geht von allen aus! Jeder leistet dazu seinen Beitrag, egal wo er in Politik, Kirche und Gesellschaft steht.“ 

 Weitere Fotos und Links finden Sie auf www.kmba.de

Friederike Frücht