Ostern – Hoffnung, die trägt
Ostern ist das höchste Fest der Christenheit – ein Zeichen für Leben, Licht und Auferstehung. Inmitten von Einsatz, Dienst und Herausforderungen erinnert uns die Osterbotschaft daran: Das Leben siegt über den Tod, die Hoffnung überwindet die Dunkelheit. Als Katholische Militärseelsorge begleiten wir Soldatinnen und Soldaten auf diesem Weg des Glaubens – auch über Ostern hinaus.
„In diesem Geschehen hat Gott selbst für uns Menschen eine neue Wirklichkeit gesetzt, in der der Tod und die Endlichkeit, in der alle Macht und alles Leiden nicht das letzte Wort haben, sondern sein Leben, das er uns schenkt.“

Ostern – kurz erklärt
Die Tage von Gründonnerstag bis Ostermontag gehören zu den wichtigsten im Kirchenjahr. Sie erinnern an die letzten Stationen im Leben Jesu – vom Abendmahl bis zur Auferstehung.| Gründonnerstag | Karfreitag | Karsamstag | Ostersonntag | Ostermontag |
| Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. | Tag des Gedenkens an Jesu Kreuzestod. | Ein Tag der Grabesruhe und der Stille. | Jesus ist auferstanden. Frauen entdecken das leere Grab – die Hoffnung auf neues Leben beginnt. | Jesus begegnet zwei Jüngern auf dem Weg – und wird beim Brotbrechen erkannt. |

Ostern 2026
Osterimpuls – Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck
Leben in der Zeitenwende: In den ersten Wochen des Jahres 2026 ist für viele Menschen wieder auf beklemmende Weise konkret geworden, was das heißt. Anfang März wurden Standorte im Irak und in Jordanien angegriffen, an denen auch deutsche Soldatinnen und Soldaten eingesetzt sind – in Erbil und auf der Airbase Al-Asrak. Schutzbauten, Alarmketten, das Warten im Ungewissen: In solchen Momenten bricht die schreckliche Wirklichkeit des Krieges in den Alltag ein. Und zugleich stellt sich die Frage, was inmitten dieser Herausforderungen wirklich trägt.
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine geht in sein fünftes Jahr; Landes- und Bündnisverteidigung stehen wieder im Zentrum. Die Nationale Sicherheitsstrategie mahnt zu Wehrhaftigkeit und Resilienz – nicht nur militärisch, sondern auch gesellschaftlich. Für viele Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Familien heißt das: mehr Übungen, Verlegungen, vielleicht Auslandseinsätze – und damit ein Leben mit wachsender Unsicherheit und nicht wenigen Sorgen um das, was möglicherweise vor ihnen liegt.
Dazu kommen hybride Angriffe: Desinformation, Sabotage, die gezielte Zersetzung von Vertrauen. Wer das ernst nimmt, kennt das „Karfreitagsgefühl“ unserer Gegenwart: die schmerzliche Gewissheit, dass das Böse real ist und Opfer fordert – und zugleich die tiefe Sehnsucht nach Leben.
Gerade der Karfreitag hat in der Bundeswehr einen anderen, besonders schweren Klang. Am Karfreitag 2010 gerieten deutsche Soldaten bei Isa Khel in Afghanistan in heftige Kämpfe; drei Fallschirmjäger fielen, acht wurden verwundet. Bis heute ist in Gesprächen spürbar, wie tief sich dieses Gefecht in die Seelen eingeprägt hat: als Erinnerung an Tapferkeit und Kameradschaft – und zugleich als Erfahrung von Ohnmacht und Trauer. Dienst am Frieden bleibt nie abstrakt. Er hat Namen und Gesichter. Darum ist der Wald der Erinnerung für viele mehr als eine Gedenkstätte. Dort werden die Toten der Auslandseinsätze und anerkannten Missionen mit Namen genannt – chronologisch geordnet, verbunden mit Todesjahr und Einsatzbezug. Der Weg mündet in einen „Ort der Stille“: einen Raum, der nichts erklärt und nichts beschönigt, aber der Trauer Raum gibt. Angehörige können Bäume kennzeichnen und persönliche Zeichen hinterlassen. So setzt dieser Ort dem Vergessen etwas entgegen. Er bewahrt die Würde der Toten – und schenkt den Lebenden einen Platz, an dem Schmerz ausgesprochen werden darf und Erinnerung lebendig bleibt.
Ostern setzt genau dort an: nicht „außerhalb“ des Leids, sondern mitten im Leid selbst. Paulus schreibt: „…damit ihr nicht um sie trauert wie die Menschen, die keine Hoffnung haben“ (1 Thess 4,13). Hoffnung heißt nicht, weniger zu trauern; sie heißt, dass auch die Trauer von Zukunft umgriffen ist. Denn der Kern des Ostergeheimnisses ist nicht bloß ein tröstlicher Gedanke, sondern das Zentrum unseres Glaubens: Christus ist gestorben und Gott hat ihn auferweckt. Deshalb hat der Tod nicht das letzte Wort über unser Leben.
Diese christliche Grundgewissheit bildet das Fundament einer Hoffnung, die keine Weltflucht bedeutet, sondern die Wirklichkeit radikal ernst nimmt – auch die Wirklichkeit der Gewalt. Gerade deshalb vermag christliche Hoffnung das zusammenzuhalten, was viele als Gegensätze erleben: Wehrhaftigkeit, wo Menschen geschützt werden müssen – und Friedfertigkeit, weil das Ziel immer der gerechte Friede bleibt. Frieden beruht auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit. Ohne Wahrheit gibt es kein Vertrauen; ohne Vertrauen keine Freiheit; ohne Freiheit keinen gerechten Frieden. Gerade in Zeiten, in denen mit digitalen Mitteln um Wirklichkeit gerungen wird, bleibt Wahrhaftigkeit deshalb ein Friedensdienst.
Das ist auch friedensethisch entscheidend; deshalb sprechen wir vom „gerechten Frieden“. Militärische Gewalt kann nur im äußersten Fall nötig sein, um Recht und Menschen vor Aggression zu schützen. Doch auch dann bleibt sie begrenzt, rechtlich gebunden und auf das Ziel der Versöhnung hingeordnet. So sind Sie als Soldatinnen und Soldaten „Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker“ (Gaudium et spes 79) – eine Aufgabe von großer Würde, die zugleich zur Last werden kann. Gerade deshalb stellt sich die Frage, was im Alltag trägt und Menschen innerlich standhalten lässt.
Wie kann Ostern im Alltag tragen? Dort, wo das Leben nicht auf später verschoben wird. Menschen erfahren Auferstehung oft in leisen, unscheinbaren Momenten: im Wiedersehen nach längerer Abwesenheit, im Gespräch, in einem kurzen Segen am Morgen oder am Abend. Auch Trauer darf ihren Platz haben. Ein bewusster Umgang mit Verlust und Erschütterung kann helfen, das Erlebte einzuordnen. Und schließlich kann Hilfe entlasten: Kameradschaft, Seelsorge sowie psychologische und soziale Unterstützung sind Wege, Erlebtes zu verarbeiten, ohne von ihm innerlich bestimmt zu werden.
Ostern sagt: Es gibt Zukunft – auch dort, wo wir sie gerade nicht sehen. Diese Hoffnung macht nicht blind. Sie macht standfest. Und sie befähigt, in einer verletzlichen Welt Verantwortung zu übernehmen – und dabei Mensch zu bleiben.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe und gesegnete Ostern!
Ihr
+ Dr. Franz-Josef Overbeck
Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr
Bischof von Essen
Glaube, Gemeinschaft und Symbolkraft im Denkhaus Loccum
Soldatinnen und Soldaten mit ihren Familien verbrachten vom 2. bis 6. April die Kar- und Ostertage gemeinsam im Denkhaus Loccum. Unter der Leitung von Militärpfarrer Sven Hofmann und Militärseelsorgeassistent Christian Heindl vom Katholischen Militärpfarramt Bad Frankenhausen standen die Tage im Zeichen des Friedens, der Gemeinschaft und des gelebten Glaubens.
Vom Kreuzweg zum neuen Leben
Ein neues Holzkreuz an der Außenwand der Kapelle und ein schlichtes Birkenkreuz auf dem Kasernengelände laden in der Jürgen-Schumann-Kaserne in Appen zum Innehalten ein. Pünktlich zum Beginn der Osterzeit wurden sie fertiggestellt – zwei sichtbare Zeichen des Glaubens, die bleiben. Sie verbinden die Erinnerung an den Kreuzweg Jesu mit der Hoffnung auf neues Leben, die das Osterfest verkündet.
50 Tage Osterzeit – Glaube, Hoffnung, neues Leben
Was bedeutet Ostern für Christinnen und Christen heute? Wie lassen sich Tod und Auferstehung Jesu in unsere Zeit hinein deuten? Die Deutsche Bischofskonferenz bietet auf ihrer Themenseite zu Ostern 2026 spirituelle Impulse, erklärende Hintergründe und vielfältige Materialien rund um die Kar- und Ostertage.
www.dbk.de/themen/ostern-2026
Osterlicht im Heiligen Land
Die Dormitio-Abtei und das Kloster Tabgha laden zur Gebets- und Spendenaktion für die Osternacht 2026 ein.
Da gemeinsame Feierlichkeiten mit Pilgerinnen und Pilgern vor Ort derzeit nur eingeschränkt möglich sind, laden die Mönche umso mehr dazu ein, Ostern zumindest im Geist gemeinsam zu feiern: Gläubige weltweit sind eingeladen, sich innerlich zu verbinden und das Licht der Osternacht zu teilen. So kann die „Nacht aller Nächte“ trotz aller Dunkelheiten im Licht des auferstandenen Herrn begangen werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://dormitio.net/Osterlicht

Ansprechbar in schwierigen Zeiten
Wer mit Sorgen, Ängsten oder belastenden Gedanken zu kämpfen hat, findet bei der TelefonSeelsorge ein offenes Ohr. Das Angebot wird gemeinsam von der katholischen und der evangelischen Kirche getragen und richtet sich an alle Menschen – unabhängig von Konfession oder Lebenssituation. Weitere Informationen unter telefonseelsorge.de. Die Beratung ist rund um die Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen – telefonisch unter 08001110111 oder 08001110222 sowie per Chat oder E-Mail.
Ein ergänzendes Angebot stellt das Portal internetseelsorge.de dar. Dort finden sich verschiedene katholische Seelsorgeangebote im Internet. Seelsorgerinnen und Seelsorger begleiten in Lebenskrisen oder auf dem persönlichen Glaubensweg. Darüber hinaus gibt es vielfältige Impulse zu Glaube und Spiritualität – von Blogs über tägliche Gedanken bis hin zu Online-Gebetszeiten.



