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Bund der Deutschen Katholischen Jugend fordert Investition in Frieden statt in Waffen

Kontroverse Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Katholikentags

   

© KS / Doreen Bierdel
© KS / Doreen Bierdel

Münster, 12.05.2018. Der Hörsaal im Münsteraner Fürstenberghaus, in dem einige Institute und eine Bibliothek der Westfälischen Wilhelms-Universität untergebracht sind, war bis auf die letzten Stuhlreihen gefüllt. Grund dafür war eine Podiumsveranstaltung in deren Mittelpunkt das Leitmotiv des Laientreffens stand. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) setzte mit seinem Motto „In Frieden investieren, statt in Waffen“ einen eigenen Akzent, der, das zeigte der überfüllte Hörsaal, auf großes Interesse stieß. Dabei fiel auf, dass diese zugespitzte Themenstellung vorwiegend bei jungen Katholikentagsteilnehmern auf Resonanz stieß. 

Der Beginn der Podiumsdiskussion war bereits auf diese Zielgruppe zugeschnitten: Eindrucksvoll trug Helena Marx, die ein Soziales Jahr (FSJ) in der von Krieg und Gewalt geschundenen Ukraine absolvierte, ihre Erfahrungen und Reflexionen vor. Große Stille herrschte dabei im Hörsaal. Anschließend stellte die Moderatorin der Podiumsdiskussion, Alexandra Hörster (Kolpingwerk) die Diskutanten vor und bat sie um einleitende Statements zum Leitthema.

Prof. Heinz-Gerhard Justenhoven vom Institut für Theologie und Frieden © KS / Doreen Bierdel
Prof. Heinz-Gerhard Justenhoven vom Institut für Theologie und Frieden © KS / Doreen Bierdel

Den Reigen eröffnete Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven. Der katholische Friedensethiker und Leiter des Institutes für Theologie und Frieden in Hamburg erinnerte an die bereits geschaffenen und gültigen Fundamente einer auf den Frieden ausgerichteten Welt. Er mahnte in seinen einleitenden Überlegungen zugleich die Staaten in der Welt an, die friedlichen Instrumente einer gewaltfreien Konfliktlösung zu nutzen, um ein Umschlagen in Konfliktsituationen zu verhindern. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Situationen im Konflikt im ehemaligen Jugoslawien und dem Genozid in Ruanda, dem die Weltgemeinschaft tatenlos zugesehen hatte.

Staatssekretär a. D. Dr. Ralf Brauksiepe (MdB) schloss sich dem an und verdeutlichte in seinen Bemerkungen seine Positionen, die er nicht erst seit seiner Verantwortung als Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung eingenommen hat. In seinen Einlassungen konzentrierte er sich insbesondere auf die grundlegend veränderte Lage seit der Annexion der Krim durch Russland und den damit verbundenen gewaltsamen sezessionistischen Bestrebungen in der Ostukraine. Er ergänzte seine skeptischen Einschätzungen mit dem Verweis auf die mit äußerster Brutalität ausgetragenen Gewaltausbrüche der Taliban und der Dschihadistenden des Islamischen Staats (IS). 

Für die Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden von Bündnis 90/Die Grünen vertiefte Sprecherin Sara Nanni und für den Bund der deutschen katholischen Jugend Bundesvorsitzender Thomas Adonie, die Podiumsperspektiven. Im Mittelpunkt einer längeren Diskussion mit dem Plenum standen Fragen und kontroverse Einschätzungen zur deutschen Rüstungsexportpolitik sowie ein vernünftiger Umgang mit Russland einschließlich der weltweiten Rüstungsausgaben.

Josef König