Bischof Overbeck in Lourdes: Frieden in Würde

Lourdes, 25. Mai 2024. In seiner Predigt bei der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes bezog sich der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck konkret auf die aktuelle Weltenlage. Angesichts der Auseinandersetzung weltweit betonte er: „Mir geht es darum, dass Frieden entsteht“. Dazu müsse jeder Mensch in Freiheit die Würde des anderen als Würde des Menschen als Person anerkennen. Da die allermeisten Menschen den Frieden wollten, rief er die Soldatinnen und Soldaten dazu auf:

 

„Wir leben in Welten, in denen wir einfach Neues tun müssen“.

 

Für Bundeswehrangehörige ist es Berufsalltag sich schnell in Veränderungen zu entscheiden. Jedoch bedürfe es dazu Grundlagen ethischer aber auch struktureller Natur. „Wer zum Beispiel gerecht sein will, dabei aber Klugheit vergisst, der kann große Ungerechtigkeit produzieren, aber sich ständig im Recht fühlen. Das ist gefährlich“, predigte Bischof Overbeck. Er erläuterte damit, dass es allgemeiner Prinzipien und Prozesse bedürfe, die für eine bestimmte Situation bestimmt sein sollen, in die hinein sie gesprochen seien.

 

Für die Bundeswehrangehörigen sei das Teil der Aufgabe, auch wenn sie nicht direkt auf einem Schlachtfeld stünden, aber mit der Realität davon konfrontiert seien. Es stelle sich zudem die Frage, „wofür und für welchen Frieden wir einstehen“. Ohne die genannten Prinzipien sei er der Überzeugung, können nicht auf Dauer in Frieden gelebt werden. 

Wie sehr Bundeswehrsoldaten davon beeinflusst sind, spürten sie beim Segen für die Kerze für Soldaten, die im Dienst ums Leben kamen. Diese Kerze wurde von Schwester Irmgard aus dem Katholischen Militärbischofsamt gestaltet. „Soldaten haben ihr Leben für uns gegeben“, erklärte sie die Bildgestaltung. Durch die Hände sei die Gemeinschaft symbolisiert, die Verbindung stifte. Aber „aus gebrochenen Blättern sind Blüten geworden“; das Leben ist stärker. Die Kerze wurde im Anschluss an eine Begegnung nach dem Bischofsgottesdienst von Hinterbliebenen in den Heiligen Bezirk von Lourdes getragen.

Norbert Stäblein