Frieden feiern in Mons
Einweihung des Pater-Rupert-Mayer-Hauses
Mons / Berlin, 2.3.2026.
Mit der Weihe des Altars ist die Sanierung des Pater-Rupert-Mayer-Hauses im belgischen Mons abgeschlossen. Der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr, Franz-Josef Overbeck, feierte deswegen mit zahlreichen Besuchern die erste Heilige Messe in der neuen Kapelle: „Der Altar steht dafür: Gott ist da. Er steht dafür, dass Jesus für den Frieden gestorben ist und die Militärseelsorge stärkt die Soldatinnen und Soldaten in ihrem Werk für den Frieden“.
Ein Ort der Seelsorge und Begegnung für Soldatinnen, Soldaten und Familien
Ab sofort können im Pater-Rupert-Mayer-Haus am Standort Mons in Belgien wieder Gottesdienste gefeiert und Seelsorgegespräche geführt werden sowie Veranstaltungen stattfinden. Auch die Kinder aus der International School könnten das vielleicht nutzen und so waren sie mit der Schulleiterin gekommen, um mit Gesang den Gottesdienst zu bereichern. Eine besondere Freude ist die Weihe auch für den katholischen Standortpfarrer Bernd Heuermann: „Es war ein langer Weg mit viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt und nun ist es wieder die Anlaufstelle in Mons.“ Dem schließt sich auch Dieter Kaiser an, der als Vertreter des Bauherrn der Katholischen Soldatenseelsorge AöR den gesamten Prozess begleitete: „Hier wird ein großes Projekt abgeschlossen und das ist befriedigend.“
Große Freude über die Wiedereröffnung im Umfeld von S.H.A.P.E.
Für die Gemeinschaft in Mons sprach Brigadegeneral Gerhard Ernst-Peter Klaffus, Nationaler Militärischer Repräsentant in Mons, zu Militärbischof Overbeck und den Einweihungsgästen. „Während des Umbaus hatten wir das Gefühl, dass etwas für die deutsche Gemeinschaft fehlt. Deshalb freuen wir uns über die Wiedereröffnung.“ Das Pater-Rupert-Mayer-Haus sei auch ein Ort des sich Auseinandersetzens mit dem militärischen Dienst. Klaffus griff dazu den Satz „Frieden entsteht aus Gerechtigkeit“ aus der Bischofspredigt auf und führte ihn fort: „Es fällt auf, dass politische Führungen anmerken, sie würden nicht gerecht behandelt werden. Wir sollten uns hier im Klaren sein, für welche Werte wir stehen.“
Die geistliche Bedeutung der Altarweihe und der Reliquien
Die Weihe des Altars, der das Herzstück einer Kirche ist, folgt einem festgelegten Ritual, das der Katholische Militärbischof erklärte: Zunächst werden Reliquien im Stein beigesetzt. In Mons sind dies der Heilige Benedikt, die Heilige Savinia und der Selige Pater Rupert Mayer als Namensgeber. „Alte Tradition der Christen war, einen Altar gibt es nicht irgendwo, sondern nur da, wo Heilige beigesetzt sind, also wo es ein Grab gab mit vom Christsein von innen her bewegten Menschen. Und so ist das bis heute“ erläuterte Bischof Overbeck.
Zeichenhandlungen der Weihe: Wasser, Salbung und Weihrauch
Anschließend wird der Altar mit Weihwasser besprengt und danach gesalbt. Auf dem Altar sind fünf Kreuze eingebracht, die an die Wundmale Christi erinnern. Auf ihnen wird Weihrauch verbrannt, der als Wohlgeruch zu Gott aufsteigen soll. Dem folgt ein Weihegebet und schließlich wird ein Altartuch aufgelegt. Der Stein für den Altar und den Ambo ist aus einem „Pierre bleue“ gebrochen, ein Stein aus der Umgebung von Mons.
Architektur und Symbolik der neuen Kapelle
Gerade die Kapelle, in der der Altar steht, ist ein Blickfang geworden. Sie ist in dunkler Farbe gehalten und nimmt damit die Farbe des Altars auf. Bemerkenswert sind der Tabernakel, der einem Globus nachempfunden ist, und die Aufbewahrung des Ewigen Lichtes: Dieses leuchtet aus einem roten Glas, das ehemals die Backbordlampe eines Schiffes war.
Viele Elemente – ein gemeinsames Ganzes nach der Sanierung
Die vielen einzelnen Gewerke und Elemente sind nun nach langer Sanierung wieder eine Einheit geworden. Darüber freut sich auch Angelika Reichelt, Diplom-Ingenieurin Architektur, beim ausführenden Architekturbüro D:4: „Ich habe früher Filme gedreht und die nicht chronologisch gedrehten Szenen zusammengeschnitten. Hier ist es ähnlich: Es haben sich jetzt alle Elemente der Kapelle und des Hauses zu einem Gesamtbild zusammengefügt.“
Nachhaltige Erneuerung eines Hauses für die deutschsprachige Gemeinschaft
Die Sanierung des Hauses, das in unmittelbarer Nähe zum NATO-Hauptquartier in Mons liegt, dient besonders der deutschsprachigen Gemeinschaft als Treffpunkt und Anlaufstelle. Es stammt ursprünglich aus den 1960er Jahren und diese Substanz wurde weitgehend erhalten. In die Sanierung flossen energetische Maßnahmen wie eine Solaranlage mit Luft-Wärme-Pumpe ebenso wie die neue Aufteilung der Innenräume.
Norbert Stäblein
Kurzgespräch mit David Wöhrl, Meister im Gold- und Silberschmiedehandwerk.
In der Werkstatt Dochtermann fertigten Meisterinnen und -meister den Tabernakel, das Altarkreuz, Altarleuchter, die Hülse für die Reliquien im Altar und den Verschluss dafür. Im Tabernakel ist außerdem ein Teil der Lederschürze einer Silberschmiedemeisterin eingearbeitet, die an der Fertigung der Werkstücke beteiligt war.
Seit September 2025 führt David Wöhrl die Werkstatt Dochtermann in 6. Generation.
Welches Gefühl haben Sie jetzt, nachdem der Altar geweiht und der Tabernakel gesegnet ist und die Werkstücke aus Ihrer Werkstatt, aus den Händen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort eingebracht sind?
David Wöhrl: Ich glaube, das Wort, das es ganz gut trifft, ist Dankbarkeit. So ein Projekt mit begleiten zu dürfen, die Stücke zu entwickeln. Sie zu begleiten und am Ende an dem Ort, wofür sie vorgesehen sind, auch zu sehen. Das macht mich dankbar und froh, so einen schönen, schaffenden Beruf zu haben.
Welche Bedeutung hat es für Sie und Ihre Mitarbeiter, wenn Sie wissen, dass ein Teil der Lederschürze einer Metallmeisterin in den Tabernakel eingearbeitet wurde?
David Wöhrl: In so einer Lederschürze steckt so viel Zeit, so viel Arbeit drin. Das ist ein richtig persönliches Stück eines Handwerksmeisters. Es ist die Schürze, die er morgens als Erstes anzieht und als Letztes auszieht, wenn er die Werkstatt wieder verlässt. Jeder Meister hat seine eigene Schürze und die wird auch nicht umgetauscht. Das ist seine Schürze und dass so ein persönliches Stück in einem Tabernakel seinen Platz findet, ist ein schönes Symbol, weil damit auch sehr viel Persönlichkeit des Handwerkers mit in so einem Projekt drinsteckt.
Weitere Informationen auf der Webseite der Werkstatt Dochtermann
Norbert Stäblein
Architektonische Begleitung durch D:4 Architektur
Die Sanierung und Erweiterung des Pater-Rupert-Mayer-Hauses wurde vom Architekturbüro D:4 Architektur geplant und umgesetzt. Das Büro verband den historischen Bestand mit der neuen Kapelle und schuf so einen funktionalen und einladenden Raum für Gottesdienste, Seelsorge und Begegnung. Weiter zu D:4

























