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„Immer dieses Gelaber!“

Neue Militärpfarrer absolvieren Lehrgang Truppenbegleitung in Hammelburg – Vierter und letzter Teil
Teil eins bis drei in Kompass. Soldat in Welt und Kirche

Von Friederike Frücht

Neue Militärseelsorger machen sich fit für den Dienst bei der Bundeswehr © KS / Friederike Frücht
Neue Militärseelsorger machen sich fit für den Dienst bei der Bundeswehr © KS / Friederike Frücht


Auch Afghanistan ist ein Ort, an dem Militärseelsorger sind. Deshalb ist eine Besichtigung des Lagernachbaus Felschental lehrreich. Hier gelingt es den Seelsorgern, Oberstleutnant Zander gründlich zu überraschen. Ohne Anweisung parken sie alle in Reihe vor dem Lager. Ein wunderbarer, symmetrischer Anblick! „Ich bin beeindruckt davon, wie schön Sie hier geparkt haben. Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten. Wissen Sie, was wirklich auffällt? Immer dieses Gelaber!“ Mit einem Lächeln führt er aus, dass die Seelsorger alles hinterfragen, selten still sind und sehr gerne diskutieren. Viele Fragen werden sich wahrscheinlich mit der Zeit geben. Zu diskutieren und zu hinterfragen gehört aber auch zu ihrem Beruf. 

Realität bei der Bundeswehr

Felschental zeigt, wie die Unterbringung in einigen Einsatzländern aussieht. Ein Wohncontainer, den man sich teilen muss. Vergrabene Container für den Notfall. Und die Absicherung des Eingangsbereichs zum Camp. 

Übung mit Karte und Kompass © KS / Friederike Frücht
Übung mit Karte und Kompass © KS / Friederike Frücht


Tod und Verwundung zählt zu den größten Herausforderungen, sowohl für Soldaten und Soldatinnen als auch für die Seelsorger. Auch wenn letztere in ihrem Berufsleben schon zahlreiche Beerdigungen und trauernde Familien begleitet haben, ist allein der Ablauf innerhalb der Bundeswehr ein völlig anderer. Aus diesem Grund hat Hörsaalleiter Zander angeboten, diesen Punkt am letzten Vormittag noch zu thematisieren. Das wird dankend angenommen. 

Frühstück mit Einmannpackungen (EPa) © KS / Friederike Frücht
Frühstück mit Einmannpackungen (EPa) © KS / Friederike Frücht


Soldaten und Seelsorger – Kennenlernen hilft

Fazit der Woche: Militärseelsorge ist ein facettenreicher Arbeitsort, der vielschichtiger und bereichernder nicht sein könnte – gleichzeitig aber auch große Herausforderungen bereithält. Die Erlebnisse zeigen, vieles kann nur gemeinsam gelingen mit dem Verständnis für die jeweilige Situation des anderen. Trotz mancher Anstrengung sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses bestärkt darin, den richtigen Arbeitsplatz zu haben. 

Militärseelsorger absolvieren das gleiche Training wie Soldaten © KS / Friederike Frücht
Militärseelsorger absolvieren das gleiche Training wie Soldaten © KS / Friederike Frücht


Mit Reisesegen und nachhaltigen Eindrücken geht es (nun deutlich fitter!) wieder in die einzelnen Standorte zurück.




Pilgern und "Highway to Hell"

© KS / Barbara Dreiling
© KS / Barbara Dreiling

10.10.2019. Der Militärseelsorger lässt Highway to Hell von AC/DC durch den Lautsprecher schallen. Zögern, dann lösen sich die Rekruten aus dem Stillgestanden. Zeit für gute Laune während ihrer Grundausbildung.

Im inneren Zuhause ankommen

Pilger auf dem Weg © KS / Norbert Stäblein
Pilger auf dem Weg © KS / Norbert Stäblein

05.07.2019. Gemeinschaft, Halt und Orientierung. Jedes Jahr pilgern 1.000 Soldatinnen und Soldaten auf den Maria-Hilf-Berg bei Amberg. Bereits auf dem Weg machen sie Erfahrungen, die im Alltag Kraft geben.

"Mein Finger an der Waffe krümmt sich als letztes"

Militärpfarrer Jörg Plümper © Christina Lux
Militärpfarrer Jörg Plümper © Christina Lux

05.07.2019. Am Jahrestag des militärischen Widerstands, am 20. Juli, legen traditionell hunderte Rekrutinnen und Rekruten ihr Gelöbnis ab. Was Gewissen und Gelöbnis auch heute miteinander zu tun haben, haben wir den Katholischen Militärpfarrer Jörg Plümper aus Bad Reichenhall gefragt.

Was ist das Gewissen?

© Bundeswehr / Martin Stollberg
© Bundeswehr / Martin Stollberg

17.07.2019. Jeder Mensch hat es. Die Soldaten des militärischen Widerstands haben sich darauf berufen. Ein paar Tipps, um dem eigenen Gewissen auf die Spur zu kommen. Von Militärdekan Michael Kühn.