16K3-Marsch quer durch Husum
„Es ist ein Zeichen der Erinnerung – an die Gefallenen, an die Verwundeten, an das was Ihr Dienst verlangt.“ Mit diesen Worten, wurden in Husum am 2. April 2026 rund 200 Angehörige des Spezialpionierregiment 164 und des Flugabwehrraketengeschwader 1 in Marsch gesetzt. Der alljährliche K3-Gedenkmarsch erinnert an das Karfreitagsgefecht 2010 in Afghanistan, bei dem drei deutsche Fallschirmjäger starben und acht verwundet wurden. Der damalige Hinterhalt und das anschließende Gefecht gelten als Zäsur, da es die Wahrnehmung des Einsatzes in der Bundeswehr nachhaltig veränderte.
Seitdem gedenken jährlich bundesweit aktive und ehemalige Angehörige der Bundeswehr diesen Tag und setzen somit ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und der Kameradschaft. Auch in Husum organisierten das Spezialpionierregiment 164 den diesjährigen 16K3-Marsch. Die Route führte von der Julius-Leber-Kaserne zunächst durch das Industriegebiet, weiter zum Husumer Hafer und vorbei am Schlosspark, zurück zum Ausgangspunkt. Der Marsch verlief damit bewusst durch öffentliche Bereiche der Stadt und machte das Gedenken sichtbar.
Die Worte der Katholischen Militärseelsorgeassistentin Kathrin Hanschmann prägten den inhaltlichen Rahmen. Sie betonte, dass der Marsch über die körperliche Leistung hinausgehe. „Karfreitag ist ein Tag ohne Beschönigung. Ein Tag, an dem wir das Leid nicht erklären, sondern aushalten.“ Der Marsch sei deshalb mehr als reine Leistung. Er sei ein bewusstes Innehalten und ein Zeichen der Erinnerung. Zugleich stellte sie den Bezug zur Gegenwart her. Sicherheit sei nicht selbstverständlich und Frieden keine Garantie. Gerade vor diesem Hintergrund bekämen Gedenken und gemeinsames Handeln ein anderes Gewicht. Der Marsch stehe für Kameradschaft, Verantwortung und das Vertrauen, nicht allein zu sein, auch über den Dienst hinaus.
Die Belastung ist Teil des Konzepts: 16 Kilometer mit 16 Kilogramm Gepäck, symbolisch für jedes Jahr seit dem Gefecht. In Husum machte der 16K3-Marsch deutlich, dass Erinnerung nicht abstrakt bleibt, sondern im gemeinsamen Handeln sichtbar wird.
Mareike Myzin


