Rolf Apholte: Der neue Militärpfarrer für Spanien und Portugal
Als Militärpfarrer im Nebenamt für Spanien und Portugal betritt Rolf Apholte neues Terrain, und tut dies mit Gelassenheit. Der 63-jährige Kölner ist seit September 2024 Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Barcelona und sieht in der Betreuung der in Spanien und Portugal stationierten deutschen Soldatinnen und Soldaten eine Erweiterung seiner seelsorglichen Arbeit.
Er war in Köln 20 Jahre lang als Klinikseelsorger tätig und sagt: „Ich habe im Krankenhaus sehr viel Ethikarbeit gemacht. Das liegt mir." Die ethischen Fragen, die im militärischen Kontext entstehen, empfindet er als „spannendes Feld".
Dass er bislang wenig Berührung mit dem Militär hatte, wertet er nicht als Hindernis. Vielmehr zieht Rolf Apholte Parallelen zu seiner Tätigkeit als Auslandspfarrer in Barcelona. Soldaten im Auslandseinsatz stünden vor ähnlichen Herausforderungen wie andere Berufsgruppen, die ins Ausland versetzt werden: „Die Firma ist eine andere, aber die Probleme werden die gleichen sein." Beziehungsfragen, Trennung, das Leben in einer fremden Kultur – das sind Themen, die ihm vertraut sind.
Die praktische Tätigkeit als Militärseelsorger ist für Apholte noch im Aufbau. Ein Einkehrwochenende mit Militärangehörigen in Granada gab ihm erste Einblicke. Künftig sind zwei bis drei solcher Wochenenden pro Jahr geplant, die er seelsorglich begleiten wird. Zunächst stehen Besuche bei den Militärattachés in Madrid und Lissabon an, um sich vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.
Pfarrer Apholte kennt Spanien gut. Er war häufig im Land, lernte die Sprache in der Schule und pflegte schon früh Kontakte zu spanischen Familien. Dennoch weiß er, dass das Einleben echte Anpassung erfordert. Ebenso wie für seine neue Aufgabe, und für die ist ihm wichtig: zuhören und begleiten.
Theo Weisenburger
