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Der gute Hirte und die Bundeswehr:

Begegnungen in Barcelona

Es gibt viele Gründe, warum Menschen aus dem Ausland längere Zeit in Barcelona leben: Familiäre Gründe, ihr Beruf oder Studium führt sie in die Stadt oder sie verbringen dort ihren Urlaub. Sind sie katholische Christen, wollen Gottesdienst feiern oder suchen Ansprechpartner, stehen ihnen die Türen der Gemeinde Sankt Albertus Magnus in Barcelona immer offen.

Die Gemeinde ist Treffpunkt und Anlaufstelle deutschsprachiger Christen im Großraum Barcelona, die Gemeinschaft erleben und den Glauben miteinander teilen wollen. Am Sonntag war die kleine Kirche Treffpunkt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars der Katholischen Militärseelsorge in Barcelona, die dort Gottesdienst feierten - gemeinsam mit der Gemeinde und ihrem Pfarrer Rolf Apholte. Er ist außerdem zuständig für die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Bundeswehr, die in Spanien und Portugal stationiert sind.

Der Gottesdienst wurde zelebriert vom Leitenden Militärdekan Joachim Simon. In seiner Predigt griff er den Psalm vom guten Hirten auf, ein Text, der auf den ersten Blick wenig mit dem Alltag von Soldatinnen und Soldaten zu tun hat. Zwar ließe sich das Bild des Hirten und seiner Herde durchaus auf militärische Strukturen übertragen, auf Vorgesetzte und Untergebene, auf Führung und Verantwortung. Doch Msgr. Simon wählte einen anderen Zugang. Im Mittelpunkt stand die Aussage des Evangeliums, dass die Schafe die vertraute Stimme ihres Hirten kennen und spüren: Der meint es gut mit mir. Militärdekan Simon machte deutlich, dass es nicht genügt, die Worte Jesu intellektuell zu verstehen. Erst wenn man sich diese Worte von Jesus selbst gesprochen denkt, wird seine Stimme wirklich vertraut. Gebet, so der Leitende Militärdekan Simon, müsse vielleicht weniger ein Reden sein als vielmehr ein Sich-anschauen-Lassen.

Besonders bewegend ist für Msgr. Simon ein zweiter Gedanke aus dem Evangelium: Er ruft sie einzeln beim Namen. Darin sieht der Militärdekan die Gewissheit, vor Gott niemals Masse zu sein, sondern immer einzigartig. Diese Erfahrung zieht sich durch alle Sakramente der Kirche und ist heute eine Botschaft mit besonderem Gewicht. Wer weiß, dass er beim Namen gerufen und geliebt ist, muss sich weder verstecken noch beweisen. Und wer diese Würde für sich selbst erkennt, kann sie auch dem Nächsten zusprechen.

Nach dem Gottesdienst gab es für die Gäste von der Bundeswehr noch die Gelegenheit, mit den Gemeindemitgliedern bei Kaffee, Kuchen und Imbiss ins Gespräch zu kommen.
 

Theo Weisenburger