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Nicht das Trennende, sondern das Verbindende suchen

Am Montag endete in Barcelona das Treffen der Soldatinnen und Soldaten der deutschen Bundeswehr, die an Auslandsstandorten stationiert sind. Gemeinsam mit ihren Partnern waren sie in diesem von der Katholischen Militärseelsorge angebotenen Seminarwochenende der Frage nachgegangen, wie Beziehungen unter den besonderen Bedingungen des militärischen Dienstes gelingen können.

In seinem Abschlussvortrag versuchte der Leitende Militärdekan Joachim Simon gemeinsam mit seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, darauf eine Antwort zu finden.

Dekan Simon, der seit 1992 in der Militärseelsorge tätig ist, näherte sich der Frage über das unterschiedliche Eheverständnis der Katholiken und Protestanten. Er sprach von „versöhnter Verschiedenheit". Aus Auslandseinsätzen berichtete er von einer Frage, die Soldaten verschiedener Bekenntnisse immer wieder stellten: „Wir sollen miteinander kämpfen, wir sollen miteinander leben, wir müssen vielleicht sogar miteinander sterben – aber wieso können wir nicht miteinander beten?"

Dieses Suchen nach Gemeinsamkeit trotz Unterschieden übertrug Simon auf Paarbeziehungen. Nicht das Trennende werde betont, sondern das Verbindende.

Im Kern seines Vortrags stand das katholische Eheverständnis: Die Ehe ist ein Sakrament, bei dem nicht der Priester, sondern die Eheleute einander das Sakrament spenden. Das Fundament bilde ein Satz Jesu:

„Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen."

Dekan Simon betonte die Gleichwertigkeit beider Partner: „Da kommen zwei selbstständige erwachsene Menschen und treten voreinander vor Gott."

Zum Abschluss zitierte er aus dem Trauungssegen. Darin heißt es: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander ertragen und verzeihen, wird Deine Treue zu uns sichtbar." Dieser Satz, so der Leitende Militärdekan, sei kein Gesetz, sondern Vertrauen: „Es ist vor allen Dingen ein Anruf und ein Vertrauen hin auf die Treue Gottes, die das ermöglichen soll, dass Menschen überhaupt in der Lage sind, dann selbst treu zu sein."

Theo Weisenburger