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Auf zwei Rädern nach Jerichow

Ein Tag mit 28 Bikern und einem Militärpfarrer.

Von Norbert Stäblein
12.10.2020

Bedeckter Himmel, aber trocken. Temperatur akzeptabel, weil die Motorrad-Kombi warmhält. Vollgetankt, blank geputzt und mit Begleitung von Feldjägern aus Berlin fuhren 28 Biker von Berlin nach Jerichow in Sachsen-Anhalt bei der Motorrad-Wallfahrt-Tagestour. „Wer noch keine Christophorus-Plakette hat, kann sie jetzt abholen“, bot Dekan Bernd F. Schaller am Start noch an. Die Reaktion war bescheiden, denn viele Fahrer waren schon mehrfach mit der Katholischen Militärseelsorge unterwegs und besaßen eine Plakette.

Chrom und Wiedersehen

Eingeladen hatten die katholischen Militärpfarrämter Berlin I und Schwielowsee und schnell waren die verfügbaren Plätze voll. Ausgangspunkt der Tour war die Blücher-Kaserne in Berlin. Rasch füllte sich der Parkplatz am Casino und Chrom strahlte um die Wette mit den Fahrern beim Wiedersehen. Als dann die Feldjäger gewohnt diszipliniert mit ihren Maschinen millimetergenau einparkten, stieg die Vorfreude nochmals. Auf die Frage nach der Streckenführung, wurde die Route bekannt gegeben: „Schau‘ hier auf dem Navi: Bundesstraße nach Westen, Umgehungsstraße Nauen, Rathenow, vor Tangermünde links ab und dann Jerichow“.

Allein unter Vielen

Corona wurde auch bei den Bikern thematisiert: Bei aller Wiedersehensfreude hieß es Abstand halten. Schnell war aber auch klar, dass ein Motorrad Vorteile hat: Allein im Sattel, immer an der frischen Luft mit ausreichend Abstand zu den anderen, aber immer mit ihnen zusammen. So wallfahrte der Pulk geschlossen über die Straßen.

Klostergeschichte und Andacht

In Jerichow ging es in das Kloster zur Führung. Dessen Geschichte und das Bauwerk selbst beeindruckte die Wallfahrer aus Berlin. Besonders die Verwendung des Kirchenbaus im Wandel der Zeit ergab zahlreiche Fragen, die allesamt beantwortet wurden. In der Klosterkirche machten die Motorradfahrer mit Dekan Schaller und seinen Helfern nicht nur die Führung mit. Was wäre eine Wallfahrt ohne Andacht, und was wäre eine Andacht ohne Motorradhelme? 

Jeder einzelne ist wichtig

„Wir denken besonders auch an diejenigen, die jetzt nicht dabei sein können, die vielleicht nicht mehr unter uns sind“, sagte Dekan Schaller. Für die Wallfahrer im Motorradkombi sind das mehr als Worte. Sie sind eine Gemeinschaft als Biker und das geht über die bloße Anwesenheit hinaus. So standen sie im Chor Kirche von Kloster Jerichow und ließen die Worte von Dekan Schaller in sich wirken. In dieser Atmosphäre war das gut möglich und in den Gesichtern waren vielerlei Regungen zu sehen. Was jeder Einzelne dabei dachte, blieb jedoch sein Geheimnis. 

Wallfahren ist Gemeinschaft

Gerade dieses für sich selbst sein können in der Gemeinschaft macht die Wallfahrt aus. Alle sind in Bewegung, nicht nur auf dem Motorrad, sondern auch in Gedanken. Sie haben aber auch die Möglichkeit, zu schweigen, beim Fahren, in der Andacht, beim Zusammensein. „Wir sind hier zusammen, unabhängig von der Konfession, vom Dienstgrad und ob jemand überhaupt glaubt. Das macht die Motorradwallfahrt aus“, sagte einer, der schon öfter dabei war. 

Viele Militärseelsorgerinnen und -seelsorger bieten Motorradwallfahrten an. Informationen und Termine erfahren Sie bei Ihrem Katholischen Militärpfarramt.





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