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Abschied von drei Kameraden

Am zehnten Jahrestag des Karfreitagsgefechts erinnert sich Militärdekan Bernd F. Schaller an den Abschied der Soldatinnen und Soldaten im Feldlager Kundus von den gefallenen Kameraden. Am Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin erzählt er von der Trauerfeier am Ostersonntag und warum Karfreitag und Ostersonntag für ihn zusammengehören.

Im Karfreitagsgefecht am Karfreitag, 2. April 2010, fielen in einem Feuergefecht mit den Taliban drei deutsche Soldaten. Viele weitere wurden schwer verwundet.

Militärdekan Bernd F. Schaller erinnert an die Gefallenen des Karfreitagsgefechts. © KS / Norbert Stäblein

Wenn ich heute am 2. April hier stehe und auf die Namen schaue, der drei gefallenen Soldaten damals, dann bin ich mitten im Lager. Dann bin ich mitten dort in Gedanken, wo es sich damals ereignet hat. Und das erinnert mich daran, dass damals eine große Lücke geschlagen wurde und für mich bekommt das Wort: „Die Zeit heilt alle Wunden“ eine ganz neue Bedeutung. Ja, Zeit heilt Wunden und trotzdem bleibt etwas zurück. Es sind damals drei aus unserer Mitte gerissen worden, aus dem Feldlager, aus einer Gemeinschaft. Diese Lücke bleibt bis heute, natürlich vor allen Dingen für die Kameradinnen und Kameraden, die ganz eng mit den Drei verbunden waren. Trotz alledem bin ich heute sehr aufgewühlt, deshalb, weil nicht nur das Datum ist, sondern weil es etwas ganz Persönliches ist. Wir haben Abschied genommen, damals am Ostersonntag, von den Kameradinnen und Kameraden und seitdem ist der Zusammenhang zwischen Karfreitag und Ostern auch für mich als Theologe ein ganz anderer geworden. Tod und Auferstehung haben eine ganz neue Bedeutung bekommen und ich denke, das sind die Dinge, die für mich ganz wichtig sind im Gedenken an die Menschen, die damals von uns genommen wurden, und auf der anderen Seite für die Menschen, die weiterhin ihr Leben gestaltet haben und immer noch gestalten; sozusagen: Leben in der Lage, einer ganz anderen Lage.

Militärdekan Bernd F. Schaller



"Sprengstoffanschläge und Feuergefechte"

© Bundeswehr / Jane Hannemann
© Bundeswehr / Jane Hannemann

31.03.2020. Soldatinnen und Soldaten berichten im Interview, was sie mit Karfreitag und mit dem Karfreitagsgefecht verbinden. Einige können aus eigener Einsatzerfahrung sprechen.

Karfreitagsgefecht - Was vor zehn Jahren geschah

© Bundeswehr / Andrea Bienert
© Bundeswehr / Andrea Bienert

30.03.2020. Wir denken an die Toten, an ihre trauernden Angehörigen, Freunde und an ihre Kameradinnen und Kameraden. Ein Rückblick auf das Karfreitagsgefecht und auf den 2. April 2010.

Buch des Gedenkens am Ehrenmal der Bundeswehr © KS / Norbert Stäblein
Buch des Gedenkens am Ehrenmal der Bundeswehr © KS / Norbert Stäblein

Totengedenken bei der Bundeswehr

Bisher verloren im Afghanistan-Einsatz 59 Soldaten ihr Leben. Auch in anderen Einsatzgebieten wurden Soldaten getötet. Ihnen sind der Wald der Erinnerung und das Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin gewidmet. 

Das Jahr 2010 in Afghanistan

© Bundeswehr / Jane Hannemann
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Erinnerung an die gefallenen Soldaten und Informationen zu den Ereignissen auf bundeswehr.de

Gefallen und verwundet im Kampf

© ZMSBw
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© KMBA / Joachim Simon
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18.12.2019. Militärdekan Alexander Prosche hat die Bundeswehr-Soldaten in Koulikoro bei der Mission EUTM Mali begleitet. Im Interview berichtet er, wie schwierig es ist, im Einsatz Advent und Weihnachten zu feiern.

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04.10.2018. Viele Soldaten müssen beruflich weite Strecken pendeln und können nur am Wochenende bei ihren Familien sein. Der Soldatenberuf erfordert hohe Mobilität. Doch wie wirken sich Pendeln und Wochenendbeziehungen auf Freunde und Familien aus?

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23.05.2019. Lourdes ist eine Kleinstadt in den Pyrenäen. Doch für viele Bundeswehr-Soldaten steht sie für eine Lebenserfahrung.

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29.05.2019. In Kurzinterviews während der 61. Internationalen Soldatenwallfahrt nach Lourdes erzählen Soldatinnen und Soldaten, was ihnen die Wallfahrt und das Pilgern bedeuten.