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Firmgottesdienst im Zeltlager

Gottesdienst im Zeltlager © Christina Lux
Gottesdienst im Zeltlager © Christina Lux

Lourdes, 20.05.2017. Schon seit geraumer Zeit gehört zum Samstagmorgen der Friedenswallfahrt ein Pontifikalamt der deutschen Teilnehmer mit dem Katholischen Militärbischof auf dem Messplatz im Zeltlager. Bei gemischtem Wetter konnte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck dem Stabsunteroffizier Marco Cygan aus Weiden in der Oberpfalz das Sakrament der Firmung spenden. Firmpate war Pfarrhelfer und Diakon Herbert Sturm, der den Soldaten seit dem Entschluss während der Lourdes-Wallfahrt 2016 auf seinem Weg begleitet hatte.

Marco Cygan empfängt die Firmung © Christina Lux
Marco Cygan empfängt die Firmung © Christina Lux

Vor der Firmspendung war der Militärbischof auf das Motto „Gib uns Frieden!“ sowie den Begriff „Vertrauen“ eingegangen. Er sagte in seiner Predigt u. a.: „Frieden kann nicht gemacht werden, er muss gestiftet werden – Frieden braucht Vertrauen!“ Vertrauen brauche jedoch auch eine lebendige Tradition, in der Bundeswehr wie in der Kirche. Mit dem Satz „Glaube ist Vertrauen“ leitete er schließlich über zur Firmung und ihren Zeichenhandlungen, wobei er besonders auf die symbolische Rückenstärkung des Firmlings hinwies, die dadurch deutlich werde, dass sein Pate ihm eine Hand auf die Schulter legt.

Am Ende der Messe gratulierte Militärbischof Overbeck noch zwei anwesenden „Geburtstagskindern“ und bedankte sich beim Heeresmusikkorps Kassel, das nicht nur bei diesem Gottesdienst, sondern auch zu vielen Gelegenheiten während der Wallfahrt als musikalischer Botschafter auftrat.

Den Soldatinnen und Soldaten unter den mitfeiernden Wallfahrern werden besonders zwei Aspekte aus den Bischofsworten in Erinnerung bleiben: Seine Würdigung des ersten Auslandseinsatzes der Bundeswehr vor genau 25 Jahren in Kambodscha und die Wertschätzung der in den vergangenen Wochen immer wieder kritisierten Streitkräfte: „Wenn es Kritik gibt, gibt es hier Bereitschaft zur Veränderung.“

Predigt von Militärbischof Overbeck (PDF-Datei, 5 Seiten)

Jörg Volpers

Zitate: „Für uns, die Katholische Militärseelsorge, war damals so klar wie es heute ist: Wohin immer auch Soldaten gehen, begleiten wir sie!“ (Militärbischof Overbeck zum UNTAC-Einsatz ab 22.5.1992)

„Darum ist die Gebetsbitte der diesjährigen Soldatenwallfahrt ‚Gib uns Frieden‘ zu ergänzen durch die Bitte ‚Lass immer mehr Vertrauen wachsen!‘“ (Schlusswort der Predigt)



Herr Bischof! Ich hätte da mal eine Frage.

"Talk Over-Beck" mit Militärbischof Overbeck, moderiert von Hauptmann Manja Domack © Christina Lux
"Talk Over-Beck" und Selfies mit dem Militärbischof

"Wollten Sie schon immer Bischof werden oder gab es da auch andere Pläne in Ihrem Leben?" "Wie läuft so ein typischer Tag eines Bischofs ab?" Solche und ähnliche Fragen bewegten die Soldaten bei der Gesprächsrunde "Talk Over-Beck" mit dem Katholischen Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck.

Etwa 80 Pilgerinnen und Pilger haben sich im Schatten der Bäume auf dem Mont des Béatitudes versammelt, um mit ihrem Bischof Overbeck ins Gespräch zu kommen. Die Moderatorin, Frau Hauptmann Manja Domack, eröffnete die Runde mit Fragen, die Pilger bereits auf der Anreise im Sonderzug für den Bischof notiert hatten.

Selfies und Autogrammstunde mit Militärbischof Overbeck © Christina Lux
Selfies und Autogrammstunde mit Militärbischof Overbeck © Christina Lux

Bischof Overbeck ging auch auf die Sorgen vieler Bundeswehr-Soldaten ein, die sich nach dem Skandal um Rechtsextremismus in der Truppe in die rechte Ecke gestellt fühlen. Für ihn sind „Pauschalurteile nicht angemessen“. Gleichzeitig warb er für einen wahrhaftigen Umgang mit Geschichte. Die symbolische Ausradierung von Zeichen oder das Abhängen von Bildern wie dem Foto von Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform in Hamburg seien nicht hilfreich.

(bd)