„Worte, die von Herzen kommen – und zu Herzen gehen“

Start in der Schweppermann-Kaserne (© KS / Jörg Volpers)
Start in der Schweppermann-Kaserne (© KS / Jörg Volpers)
Oberst Lindner und Bischof Voderholzer gehen den ganzen Weg zu Fuß mit. (© KS / Jörg Volpers)
Oberst Lindner und Bischof Voderholzer gehen den ganzen Weg zu Fuß mit. (© KS / Jörg Volpers)
Der lange Pilgerzug hat das Ziel (links oben) bereits in Sicht. (© KS / Jörg Volpers)
Der lange Pilgerzug hat das Ziel (links oben) bereits in Sicht. (© KS / Jörg Volpers)
Einige amerikanische Soldaten in Uniform und zivil reihen sich ein. (© KS / Jörg Volpers)
Einige amerikanische Soldaten in Uniform und zivil reihen sich ein. (© KS / Jörg Volpers)
Kurz vor der Pause zum Wasser-Fassen und bevor es in den Wald geht (© KS / Jörg Volpers)
Kurz vor der Pause zum Wasser-Fassen und bevor es in den Wald geht (© KS / Jörg Volpers)
Stets
Stets "in Bewegung": Soldaten und ihre Hunde (© KS / Jörg Volpers)
Bischof Voderholzer vor einer Kopie des Gnadenbilds (© KS / Jörg Volpers)
Bischof Voderholzer vor einer Kopie des Gnadenbilds (© KS / Jörg Volpers)
Gruppenfoto der Zelebranten und Fahnenträger nach der Messe (© KS / Jörg Volpers)
Gruppenfoto der Zelebranten und Fahnenträger nach der Messe (© KS / Jörg Volpers)

Teilnahme des Ortsbischofs und große Beteiligung an der Soldaten-Fußwallfahrt zum Amberger Mariahilfberg.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg nahm am 30. Juni 2016 erstmals als Pilger, Zelebrant und Prediger an der schon traditionellen und größten Soldatenwallfahrt Deutschlands in der Oberpfalz teil. Am Ende, nach der stärkenden Brotzeit, als er von Oberst Lindner stellvertretend für den Standortältesten mit Geschenken verabschiedet wurde, bekannte der Bischof, es habe ihm „wunderbar“ gefallen und man sähe sich bestimmt bald wieder.

Alljährlich findet in der Woche vor dem Fest „Mariä Heimsuchung“ am 2. Juli, dem Patronat der Wallfahrtskirche, das große Kirchweihfest statt. Diese Bergfestwoche, die Bischof Voderholzer als „Exerzitien-Woche“ für sein ganzes Bistum bezeichnete, ist eben mehr als Bierzelte, Bratwurst- und Verkaufsstände – es werden über neun Tage zahlreiche Messen und Andachten gefeiert. Und in diese Woche ist seit gut 25 Jahren der Donnerstag mit Fußwallfahrt und Festmesse der Soldaten fest integriert.

Predigt vor dem Wallfahrtsbild

Neben dem Motto „Worte, die von Herzen kommen …“ anlässlich des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit, in dem auch die Wallfahrtskirche mit einer Heiligen Pforte versehen ist, ging der Bischof auch auf den Weihetag der Regensburger Kathedrale am 30. Juni ein, der die liturgischen Texte bestimmte. Er sähe keinen Widerspruch zwischen den festen Kirchengebäuden und der Wallfahrt, die ein passendes Bild der Kirche als „pilgerndes Gottesvolk unterwegs“ sei. Und dazu gehörten am Anfang der Aufbruch und am Ende das Fest.

Nachdem Bischof Voderholzer den ganzen Weg von der Schweppermann-Kaserne in Kümmersbruck bis hinauf auf den „Heiligen Berg“ zu Fuß mitgegangen war, konnte er in seiner Predigt auch sehr anschaulich auf das Auf und Ab des Weges, auf Sonnenschein und Regen sowie auf das Thema Frieden eingehen, das die Soldatenwallfahrt wieder einmal bestimmt hatte. Nicht der „Waldfriedhof“, zu dem er mehrere Wegweiser gesehen hätte, also der Tod, sei das Ziel der Menschen, sondern das ewige Leben bei Gott, für das stellvertretend der Turm der Mariahilf-Kirche die meiste Zeit des Weges vor Augen gestanden habe.

Morgens um Acht hatten sich rund 1.000 Wallfahrer in der Kaserne nahe bei Amberg versammelt, darunter auch eine Gruppe von etwa dreißig US-amerikanischen Soldaten aus Grafenwöhr und viele zivil gekleidete Pilger. Am späten Vormittag, bei der von der „Blaskapelle Roggenstein“ musikalisch unterstützten Messfeier im Freien, waren noch deutlich mehr Zivilisten und Amberger Bürger vertreten, die alljährlich gerne zu diesem Höhepunkt der Bergfestwoche kommen.

Gespräche und Gebete unterwegs

Der in diesem Jahr verantwortliche Organisator, Militärpfarrer Pater Alexander Prosche aus Weiden, hatte den Bischof und weitere Ehrengäste, z. B. aus Bundeswehr, Politik und der Militärseelsorge, sowie die Soldaten der US-Streitkräfte über die mitgetragenen Lautsprecher vor dem „Abmarsch“ begrüßt und bei der ersten Station auf dem Sportplatz in Moos, einiges über die Geschichte der gesamten Wallfahrt und speziell dieses Soldatentages gesagt.

1632, mitten im Dreißigjährigen Krieg, war die Verehrung des Bildes der Gottesmutter „Maria, hilf!“ entstanden, damit im Laufe der Zeit auch Wallfahrt, Kirche, Franziskanerkloster und Bergfest. Bischof Voderholzer betonte, dass in diesem „typisch katholischen“ Brauch auch die Ökumene sichtbar werde, denn bei dem Gnadenbild handle es sich um die Kopie eines Marienbildes von Lukas Cranach, dem Freund Martin Luthers.

Wallfahrer, die immer wiederkommen

Viele Soldaten – junge wie ältere bis hin zu Reservisten und Ehemaligen – gaben sich unterwegs als solche zu erkennen, die nicht zum ersten Mal mit auf den Mariahilfberg pilgerten. Darunter auch Stabsfeldwebel Peter Grillmayer, der zwar „erst“ seit fünf Jahren – seit er nach Amberg versetzt wurde – regelmäßig mitläuft, der aber meinte: „Hier gehört das einfach dazu!“

Wie immer bei solchen Wegen und Veranstaltungen unter freiem Himmel war auch das Wetter ein wiederkehrendes Thema, auch wenn es keinen Pilger und schon gar keinen Soldaten von der Teilnahme abhalten sollte. In diesem Jahr war es zu Beginn sehr freundlich, auf dem Weg steigerte sich der Regen unregelmäßig bis zum Höhepunkt kurz vor dem Ziel – aber zum Glück hörte er gerade zu Beginn der Heiligen Messe auf, denn die Wallfahrtskirche hätte die große Zahl der Soldaten und Gäste nicht aufnehmen können.

Unterwegs und bei der Messe am Freialtar war auch ein Filmteam von „Oberpfalz-TV“ dabei. Sein gut dreiminütiger Bericht erschien noch am selben Tag unter dem Titel: Deutschlands größte Soldaten-Wallfahrt in Amberg

Außerdem lesen Sie einen Kurzbericht vom 1. Juli mit Foto auf Onetz: Bischof mit Strohhut und Regenjacke

Jörg Volpers

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