In Berlin, Kiel, Hamburg sowie an weiteren Standorten erinnerten sie an den Dreikönigssegen 20*C+M+B+26 und machten zugleich auf die Not von Kindern weltweit aufmerksam. Die diesjährige Aktion steht im Zeichen der Solidarität mit arbeitenden Kindern in Bangladesch und verbindet gelebten Glauben mit konkretem Engagement für Kinderrechte.
KMBA Berlin
„Jedes Kinderleben soll froh und bunt sein“ – so froh und bunt wie das der Jungen und Mädchen aus der Kita St. Josef in Berlin-Weißensee, die alljährlich als Sternsinger das Katholische Militärbischofsamt in Berlin besuchen: mit Gitarrenklang und Liedern vor dem Weihnachtsbaum im Foyer, dem Stern von Bethlehem und natürlich den Aufklebern mit der Inschrift „20*C+M+B+26“ („Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“) für die Bürotüren in der Kurie. Und in jedem Jahr mit einem besonderen Anliegen.
Die Sternsingeraktion 2026 widmet sich den Kindern in Bangladesch. Dort müssen rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten – 1,1 Millionen sogar unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. „Sie sind recht- und schutzlos“, hörten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kurie von den Kindern, die damit auch einen besonderen Auftrag an die Erwachsenen verbanden: „Zeigen Sie, dass Kinder wichtig sind. Nicht nur manche, sondern alle.“
Mit dem in diesem Jahr von den Sternsingern in ganz Deutschland gesammelten Geld setzen sich Partnerorganisationen in Bangladesch dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen – in der Hoffnung, dass dann auch deren Leben froh und bunt wird.
Doch das war nicht der erste Sternsinger-Besuch in der Kurie. Bereits am Dreikönigstag feierten 20 Kinder aus Dortmund Gottesdienst in der Hauskapelle der Kurie in Berlin. Sie waren gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, dem Präsidenten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, sowie ihren Betreuerinnen und Betreuern vom BDKJ auf dem Weg zum Bundespräsidenten und zum Bundeskanzler, um auch dort die Segensformel „20*C+M+B+26“ an die Eingangstüren zu schreiben.
So wie im ganzen Land – und damit selbstverständlich auch an vielen Bundeswehrstandorten, die von der Katholischen Militärseelsorge betreut werden.
Militärdekanat Kiel
Weise aus dem Morgenland, in diesem Jahr eine Kindergruppe aus Niebüll, überbrachten den Mitarbeitenden des Militärdekanats Kiel die besten Wünsche zum neuen Jahr und spendeten den Segen für alle, die dort ein- und ausgehen.
Trotz widriger Witterungsbedingungen mit Schnee und Eisglätte ließen sie es sich nicht nehmen, die weite und deutlich längere Anreise als normalerweise üblich auf sich zu nehmen. Einer schönen Tradition folgend, wurden sie freudig begrüßt und konnten die Segenswünsche nicht nur an der Haustür, sondern auch über den Bürotüren anbringen. Nach einer kleinen Stärkung mit heißem Kakao und Plätzchen ging es für sie weiter in Richtung Landtag zum Empfang der Landtagspräsidentin im Landeshaus Kiel.
Landeskommando Schleswig-Holstein
Mit Stern und Krone brachten Sternsinger der Kieler Pfarrei Franz von Assisi am 6. Januar nicht nur ihre bunten Gewänder und den leuchtenden Stern mit, sondern vor allem die Botschaft von Segen, Hoffnung und Solidarität. Empfangen wurden die jungen Könige vom Kommandeur, Oberst Michael Skamel, sowie von einer Abordnung von Soldatinnen und Soldaten. Der Kommandeur nahm sich Zeit, hörte zu und erzählte sogar von seinen eigenen Erinnerungen – von früheren Tagen als Sternsinger und Messdiener.
Die Sternsinger überbrachten nicht nur den Segen „20*C+M+B+26“ für die Häuser und die Menschen des Landeskommandos als sichtbares Zeichen an den Türen, sondern sammelten auch Spenden zugunsten des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“.
Besonders schön: Der Besuch stand ganz im Zeichen der Ökumene. Neben dem Leitenden Katholischen Militärdekan Torsten Stemmer freute sich auch der Leitende Evangelische Militärdekan Ernst Raunig über den Segenswunsch der jungen Besucher. So brachte der Dreikönigstag nicht nur Segen in das Landeskommando Schleswig-Holstein, sondern auch Wärme, Hoffnung und ein Stück gelebte Gemeinschaft mitten in den militärischen Alltag.
Hamburg
Die Sternsinger der Katholischen Grundschule St. Josef aus Wandsbek machten sich auf den Weg, um auf dem Campus der Helmut-Schmidt-Universität den traditionellen Dreikönigssegen zu bringen. Begleitet wurden die jungen Königinnen und Könige vom Katholischen Militärseelsorger Pater Henrich. Gemeinsam brachten sie den Segen für die Häuser und Menschen der Universität und erinnerten daran, dass Hoffnung, Frieden und Solidarität auch im akademischen und militärischen Umfeld ihren festen Platz haben.
Mit ihren Liedern, Segensworten und dem sichtbaren Zeichen an den Türen sorgten die Sternsinger für kurze Augenblicke des Innehaltens im universitären Alltag. Begegnungen, Gespräche und freundliche Blicke machten deutlich: Der Dreikönigstag schafft Verbindung zwischen Menschen, die sonst vielleicht selten zusammenkommen. So hinterließen die Sternsinger der Katholischen Grundschule St. Josef nicht nur Kreidezeichen, sondern vor allem ein Zeichen gelebter Gemeinschaft und stiller Zuversicht auf dem Campus der Helmut-Schmidt-Universität.
Koblenz und Mayen
Beim Standortgottesdienst im Gemeindezentrum „St. Gabriel“ in Koblenz I ließen Militärseelsorger Robert Söder und Militärseelsorgeassistentin Christina Ternes die Segensaufkleber für den Standort Mayen von Militärdekan Michael Kühn segnen.
Kurz darauf ging es weiter Richtung Mayen. Gemeinsam mit den Soldaten Jonas Hansmeier und Dustin Conrad brachte Militärseelsorger Robert Söder den Dreikönigssegen an den Standort. Sie verteilten die Segenszeichen, sprachen Worte des Schutzes und stießen auf offene Türen, freundliche Gesichter und kurze Momente der Begegnung. Am Ende blieb allen mehr als nur ein Aufkleber an der Tür: das Gefühl, Teil einer großen Tradition zu sein, die verbindet – Glaube, Geschichte, Gemeinschaft und die Gewissheit, dass Hoffnung auch heute ihren Platz hat.
Leer
Das Kommando SES Ostfriesland in der Evenburg-Kaserne in Leer bekam in diesem Jahr erstmals Besuch von den Sternsingern. Organisiert von der Militärseelsorge war das eine schöne Premiere für den Standort.
Begleitet vom Katholischen Militärpfarrer Daniel Brinker und der Evangelischen Militärseelsorgeassistentin Helene Rieken zogen die Sternsinger durch das Kasernengelände, besuchten Kompanien und Abteilungen, sprachen den traditionellen Segensspruch und brachten die Segensaufkleber an. Zum Abschluss kam es zu einem Austausch bei Kaffee mit der Kommandeurin, Oberstarzt Dr. Mascha-Christine Groß.
Für heitere Momente sorgte die spontane Bemerkung eines Soldaten: „Na, kommt ihr direkt von Burger King – haben die euch mit den Kronen gesponsert?“ Die Aktion stieß insgesamt auf große Offenheit und positive Resonanz.
Stabsfeldwebel Florian Grote betonte die besondere Bedeutung des Besuchs: „Schön, dass ihr hier wart! Das kennen wir hier in Ostfriesland in der Kaserne gar nicht so, vielen Dank für den Segen.“ Ein Satz, über den sich Militärpfarrer Brinker besonders freute: „Es tat gut, dies von den Kompaniefeldwebeln zu hören, denn hier in Ostfriesland ist der katholische Glaube ja nicht so verbreitet. Oder wie ich immer gerne sage: Wir leben hier halt in der Diaspora.“ Nach dieser gelungenen Premiere ist sich Daniel Brinker sicher, dass die Sternsingeraktion künftig fester Bestandteil des seelsorglichen Angebots sein wird.
Doreen Bierdel / Theo Weisenburger








