Overbeck: "Es geht um den Frieden."

Militärbischof Overbeck bei der Predigt © Christina Lux
Militärbischof Overbeck bei der Predigt © Christina Lux
Teilnehmer im Gottesdienst © Christina Lux
Teilnehmer im Gottesdienst © Christina Lux
Militärbischof Overbeck und Konzelebranten am Altar © Christina Lux
Militärbischof Overbeck und Konzelebranten am Altar © Christina Lux
Teilnehmer im Gottesdienst © Christina Lux
Teilnehmer im Gottesdienst © Christina Lux
200 Gläubige nahmen am Festgottesdienst teil. © Christina Lux
200 Gläubige nahmen am Festgottesdienst teil. © Christina Lux
Leitender Militärdekan Rainer Schnettker © Christina Lux
Leitender Militärdekan Rainer Schnettker © Christina Lux
Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (l.), Militärbischof Overbeck (Mitte), Leitender Militärdekan Rainer Schnettker (r.) © Christina Lux
Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann (l.), Militärbischof Overbeck (Mitte), Leitender Militärdekan Rainer Schnettker (r.) © Christina Lux
Konzelebranten beim Auszug © Christina Lux
Konzelebranten beim Auszug © Christina Lux

Gedenken an den ersten Standort-Gottesdienst in der Basilika St. Gereon in Köln

Köln, 06.10.2016. In Erinnerung an den Soldaten-Gottesdienst mit Josef Kardinal Frings am 10. Oktober 1956 in der teilweise kriegszerstörten Gereon-Kirche, feierte der Katholische Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr ein Pontifikalamt mit 200 Gästen aus Bundeswehr und Militärseelsorge.

In seiner Predigt schlug Dr. Franz-Josef Overbeck, zugleich Bischof von Essen, Brücken von der Ernennung seines ersten Vorgängers, Joseph Kardinal Wendel, am 4. Februar 1956, über die ersten Schritte der neuen Katholischen Militärseelsorge und das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) bis hinein in dieses Jahrhundert mit neuen Herausforderungen für die Soldatinnen und Soldaten wie auch für die Kirche. Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg sagte er wörtlich: „Ein wie immer gearteter Geist des Militarismus oder eines ungebrochenen Freund-/Feind-Denkens darf niemals mehr Raum gewinnen!“

Militärbischof Overbeck benannte fünf „Aufgabenfelder … des seelsorglichen Handelns für die Militärseelsorge“. Als erstes wies er auf die ethische Bildung und Führungskultur hin: „… wir, die Verantwortlichen der Militärseelsorge, [werden] mit großem Nachdruck immer wieder darauf hinweisen …, dass die sittlichen Grundlagen des soldatischen Dienstes und die bewährten Prinzipien der Menschenführung nicht zur Disposition stehen.“ Ferner griff er das aktuelle Thema einer islamischen Militärseelsorge auf: „Es muss sich zudem erweisen, welche Form von Militärseelsorge für die Soldatinnen und Soldaten gefunden wird, die keine Christen sind, aber religiös gebunden leben, wie z. B. die Muslime unter den Soldatinnen und Soldaten.“

Abschließend dankte Militärbischof Franz-Josef Overbeck allen, „die in der Militärseelsorge ihren Dienst getan haben und tun.“ Er setzte hinzu: „Es geht um Gott und den Menschen in seiner Würde. Es geht um den Frieden. Diese Linie setzen wir unbeirrbar fort.“ (JV)

Predigt des Militärbischofs (PDF, 7 Seiten, 58 kB)

Geschichtlicher Überblick der Militärseelsorge in der Bundeswehr

Empfang aus Anlass des ersten Standortgottesdienstes vor 60 Jahren

 

Overbeck: Militärseelsorge wegen Terror neu gefordert

Köln (KNA) Angesichts des IS-Terrors sieht der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck größere Herausforderungen für die Seelsorge unter Bundeswehrsoldaten. Das Maß der Bedrohung sei so groß, dass eine verantwortungsbasierte gewaltsame Abwehr gerechtfertigt zu sein scheine, sagte Overbeck am Donnerstag in Köln. Das Beispiel zeige die Notwendigkeit, dass die Kirche den Soldaten mit ethischem Nachdenken auf der Grundlage von Moraltheologie und Friedensethik nah sein müsse.

Dabei gehe es immer auch um das Ziel der Deeskalation, sagte Overbeck. Wer aus einem solchen Geist der Verantwortung handele,  benötige ein entsprechend gebildetes Gewissen. Gerade unter den neuen sicherheitspolitischen und militärischen Umständen müssten die sittlichen Grundlagen des soldatischen Dienstes neu erkannt und zur Geltung gebracht werden. "Die Militärseelsorge sehe ich hier vor einer großen Aufgabe", so der Bischof.

Die Soldaten benötigten gerade für Auslandseinsätze eine ethisch qualifizierte Begleitung, sagte Overbeck. "Hier wird ein Dienst aus christlicher Verantwortung und kirchlichem Selbstverständnis heraus für das Gemeinwohl geleistet, der weit über den Raum der Kirche hinaus weist."

Der Bischof bekräftigte seine Forderung nach einer muslimischen Militärseelsorge. Wie das christliche Angebot dürfe diese nicht auf Gottesdienst und Verkündigung beschränkt bleiben, sondern müsse auch ethische Bildung und Beratung in Krisensituationen umfassen.

Overbeck äußerte sich bei einem Gottesdienst in der Kölner Kirche Sankt Gereon. Dort hatte vor 60 Jahren - am 10. Oktober 1956 - der damalige Kölner Erzbischof, Kardinal Josef Frings, den ersten Standortgottesdienst der neu gegründeten Bundeswehr mit rund 400 Soldaten gefeiert. Wenige Monate zuvor, am 4. Februar 1956, war mit dem Münchner Kardinal Joseph Wendel der erste Katholische Militärbischof für die Bundeswehr ernannt worden.

© KNA. Alle Rechte vorbehalten.

        
Die Tagespost: Lebenshilfe für Diener des Friedens

domradio.de: "Sorgfältige ethische Abwägung"

domradio.de: Erfahrung mit Tod und Verwundung

Nachrichtenarchiv