Zum Inhalt springen

Wenn der Papa wieder in den Einsatz geht

Erstellt von Barbara Dreiling |
Dr. Peter Wendl referiert über Belastungen in Trennungszeiten. Links der geschäftsführende Vorstand der Katholischen Familienstiftung, Rainer Krotz © KS / Barbara Dreiling
Dr. Peter Wendl referiert über Belastungen in Trennungszeiten. Links der geschäftsführende Vorstand der Katholischen Familienstiftung, Rainer Krotz © KS / Barbara Dreiling

Katholische Familienstiftung für Soldaten veranstaltete Themenabend über die Lebenssituation von Bundeswehrfamilien in Trennungszeiten.

Nicht nur Soldaten gehen in den Einsatz. „Wir gehen in den Einsatz“, sagt Jasmina Graßmann und betont das „wir“. Sie ist Frau eines Soldaten, Mutter ihrer Kinder und berufstätig. Wenn ihr Mann in den Einsatz geht, stehe die ganze Familie vor Herausforderungen, berichtet sie. Gemeinsam mit Sabrina Baumbach ist sie heute Abend nach Berlin gekommen, um beim Themenabend der Katholischen Familienstiftung für Soldaten von ihren Erfahrungen zu berichten. 

Der Auslandseinsatz eines Soldaten dauert in der Regel zwischen vier und sechs Monaten. In dieser Zeit vermisst nicht nur der Soldat oder die Soldatin seine oder ihre Familie. Neben dem Getrenntsein und den Ängsten um den Vater oder die Mutter im Einsatz, muss die Familie auch mit den alltäglichen Belastungen alleine zurechtkommen.

Die Rollen in der Familie verändern sich, erzählt Sabrina Baumbach. Wie gut ist es dann, wenn Großeltern oder andere Soldatenfamilien in der Nähe die Familie unterstützen können, wenn zum Beispiel ein Kind krank ist. Sie fügt hinzu, dass selbst enge Freunde und Bekannte sich nicht so leicht in die Situation von Soldaten und Soldatenfamilien hineinversetzen könnten. 

Mit ihrer Familie hat sie an einem Seminar für Einsatzrückkehrer der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung teilgenommen. Dort war es möglich, sich mit anderen Soldatenfamilien zu vernetzen, sich über Probleme auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, wenn der Partner wieder im Einsatz ist.

Dr. Peter Wendl vom Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt kennt alle diese Erfahrungen. Denn seit über 15 Jahren begleitet er Soldatenfamilien vor und nach Trennungszeiten. Für ihn sind Information und Kommunikation Schlüssel zu gelingenden Fernbeziehungen. Tabuthemen wie Angst um den Partner, Ängste der Kinder, Eifersucht, Misstrauen oder Angst vor dem Tod werden in seinen Seminaren besprochen.

Gemeinsam mit der Katholischen Familienstiftung und der Katholischen Militärseelsorge hat er Broschüren und Bücher für Soldatenfamilien herausgegeben. Diese helfen, vor und während Trennungszeiten Strategien zu entwickeln, um die Trennung besser und so erträglich wie möglich zu gestalten.

Der Abend fand im Rahmen der Berliner Stiftungswoche statt und wurde vom geschäftsführenden Vorstand der Katholischen Familienstiftung, Rainer Krotz, moderiert. Mitveranstalter war die Pax-Bank, welche die Katholische Familienstiftung bei Crowdfunding-Projekten unterstützt.

Nachrichtenarchiv