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Wehrbeauftragter: Zusammenarbeit mit Militärseelsorge erhalten

Erstellt von KNA |
Archivbild © KS / Doreen Bierdel
Archivbild © KS / Doreen Bierdel

Berlin (KNA) Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hat der Bundeswehr geraten, beim Lebenskundlichen Unterricht weiter mit der Militärseelsorge zu kooperieren.

Er bezog sich in seinem am Dienstag in Berlin vorgestellten "Jahresbericht 2018" auf die geplante Erarbeitung einer neuen Zentralen Dienstvorschrift zur "Ethischen Bildung in der Bundeswehr". Wörtlich heißt es in dem Bericht: "Abzuraten ist dem Ministerium von einer Abkehr von der bisher gut funktionierenden Zusammenarbeit mit den bewährten Trägern der Militärseelsorge."

Der Lebenskundliche Unterricht ist ein für Soldaten verpflichtender Ethikunterricht. Katholische und evangelische Militärseelsorger erteilen ihn im Auftrag der Bundeswehr. Themen sind etwa philosophische Fragen zu Leben, Sinn, Gewissen, Sterben und Tod.

Mit Blick auf ein laufendes Beschwerdeverfahren zu einem Holzkreuz in einer Kaserne, sagte Bartels, er persönlich würde sich an einem solche Kreuz "nicht stören". Die Frage werde aber derzeit auf rechtlichem Wege geklärt. Ein Soldat fühlte sich laut Bericht in seinem Recht auf negative Religionsfreiheit dadurch gestört, dass er beim Antreten auf ein in Blickrichtung aufgestelltes Kreuz schauen musste. Das Kreuz wurde demnach bereits umgestellt.

Bartels drängte in seinem Bericht erneut auf eine "grundsätzlich tragfähige Lösung" für eine muslimische Soldatenbetreuung. Dabei gehe es nicht um einen Vertrag, vergleichbar jenem mit den beiden Kirchen. "Das Angebot der im Mai 2015 eingerichteten Zentralen Ansprechstelle für Soldatinnen und Soldaten bietet aber durchaus die Möglichkeit einer Institutionalisierung." Er verwies auch auf die muslimische Militärseelsorge anderer Länder. Ansonsten müsse niemand sich wundern, "wenn Betroffene eigene, gegebenenfalls extrem-fundamentalistische Lösungen suchen", so der Wehrbeauftragte.

Das Ministerium wolle demgegenüber lediglich den seit nunmehr sieben Jahren dauernden Prüfungsprozess weiter vorantreiben und sehe keinen akuten Handlungsbedarf, beklagte Bartels. Ein Sprecher der Bundeswehr hatte zudem am Montag auf entsprechende Gespräche mit der Islamkonferenz verwiesen.

Bartels erneuerte auch seinen Appell an die Bundeswehr, die Vereinbarkeit von Familien und Beruf stärker zu berücksichtigen. Die Trennungsrate von Paaren liege nach wie vor bei 50 Prozent. Er forderte hierzu von der Bundeswehr auch die Erhebung belastbarer aktueller Daten.

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