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Truppenbesuch und neuer Militärpfarrer in Erbil

Erstellt von Jörg Volpers |
Im Trainingscenter am strategischen
Im Trainingscenter am strategischen "Sandkasten": Oberst Wellbrink, Militärbischof Overbeck und Militärpfarrer Bäuml. © Bundeswehr / Hauptmann Claus
Oberst Wellbrink, Militärbischof Overbeck und Generalkonsulin Wolf in der OASE. © Bundeswehr / Hauptmann Claus
Oberst Wellbrink, Militärbischof Overbeck und Generalkonsulin Wolf in der OASE. © Bundeswehr / Hauptmann Claus
Bei der Begegnung im Bischofshaus: Militärbischof Overbeck, Erzbischof Warda, Oberst Wellbrink und Militärpfarrer Bäuml. © KS / Jörg Volpers
Bei der Begegnung im Bischofshaus: Militärbischof Overbeck, Erzbischof Warda, Oberst Wellbrink und Militärpfarrer Bäuml. © KS / Jörg Volpers
Militärbischof Overbeck predigt bei der Sonntagsmesse in der
Militärbischof Overbeck predigt bei der Sonntagsmesse in der "Gerbil-Bar". © KS / Jörg Volpers

Dreimal zuvor mussten die vorgesehenen Reisen ins Kurdengebiet aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Am letzten Wochenende schließlich besuchte der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck die Bundeswehr-Soldaten, die im Nordirak Dienst tun.

Nur gut zehn Tage zuvor hatte Militärpfarrer Georg Bäuml vom Katholischen Militärpfarramt Burg in Sachsen-Anhalt dort seine Einsatzbegleitung beginnen können, weil er genau wie viele Soldaten lange auf ein Visum hatte warten müssen.

Der Kontingentführer Oberst i. G. Jörg Wellbrink freute sich über die Anwesenheit der beiden Geistlichen, zusätzlich des Leitenden Militärdekans Joachim Simon, der im Katholischen Militärbischofsamt in Berlin und am Einsatzführungskommando in Schwielowsee die Einsatzbegleitungen koordiniert. Das Besuchsprogramm umfasste Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten, Besichtigungen und Gottesdienste.

Gespräche im Bundeswehr-Camp

Innerhalb des nicht besonders großen, aber multinational genutzten „Camp Stephan“ unweit des Erbiler Flughafens gab es für Militärbischof Overbeck und seine Delegation direkt zu Beginn einige aufschlussreiche Begegnungen: Einerseits mit den Partnern im Psychosozialen Netzwerk: dem Militärpfarrer, dem Truppenarzt und dem Kontingentfeldwebel, dem sogenannten „Spieß“; andererseits bei einem Einweisungsgespräch mit Oberst Wellbrink, zwei Einsatzsoldaten und mit der deutschen Generalkonsulin für die Region Erbil, Frau Barbara Wolf.

Besichtigungen außerhalb des Feldlagers

Außerhalb des Camps wurde den Gästen und dem noch relativ neuen Einsatzpfarrer das „Bneslawa Trainings Center“ gezeigt, in dem die deutschen Soldaten als eine ihrer Hauptaufgaben kurdische Peschmerga-Kämpfer ausbilden. In Erbil-Ankawa besuchte Bischof Overbeck den chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda, den er bereits von dessen Reise ins Bistum Essen kannte, und das neue katholische Krankenhaus sowie die Katholische Universität Erbil (CUE), an der er unter anderem von deren Kanzler begrüßt wurde. 

Zum Besuchsprogramm gehörten ferner ein gemeinsames Essen und das Feiern eines „Bayerischen Abends“ mit den Soldatinnen und Soldaten des Kontingents in der Betreuungseinrichtung OASE bzw. bei angenehmen Temperaturen auf dem „Marktplatz“ genannten zentralen Treffpunkt im Camp. Das allsamstägliche „Bibelfrühstück“ und die feierliche Sonntagsmesse rundeten den Truppenbesuch als geistliche Angebote ab. Der Gottesdienst fand statt in der „Gerbil-Bar“, einem der größten Räume des Camps - in den Lesungen ging es um Aussätzige. Dazu sagte der Militärbischof in seiner Predigt: „Den Aussatz der Friedlosigkeit gibt es heute überall.“ Die anwesenden Soldaten bat er, „atemlos nach dem Frieden zu suchen“, denn die Krankheit der Friedlosigkeit sei noch lange nicht ausgemerzt. 

Den Kern bildeten jedenfalls die zahlreichen Gespräche – mal unter vier Augen, wie mit Kommandeur und Pfarrer, mal in Gruppen, wie mit den Soldaten der Trainingseinheit. Den Abschluss des Besuches bildete der traditionelle „Kirchencocktail“ am Sonntagvormittag. Bei diesem Treff nach dem Gottesdienst mit Kaffee und alkoholfreien Getränken bedankte sich Militärbischof Overbeck für die Gastfreundschaft und wünschte allen Soldatinnen und Soldaten Gottes Segen.

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