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Studie: Weltfriedensniveau auf Tiefstand

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© Uschi Dreiucker / pixelio.de
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London, 06.06.2018 (KNA). Die Weltfriedenslage hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Das geht aus dem am heutigen Mittwoch in London veröffentlichten "Global Peace Index 2018" hervor. In der Untersuchung des "Institute for Economics and Peace" (IEP) wurden 163 Länder hinsichtlich der Sicherheitslage im vergangenen Jahr bewertet. Demnach verzeichneten 92 Länder eine Verschlechterung der Friedenssituation, in 71 Staaten verbesserte sich die Lage.

Zu den am wenigsten friedlichen Ländern zählen Syrien, Afghanistan, Irak, Südsudan und Somalia. Am friedlichsten war es im vergangenen Jahr in Island, Neuseeland, Österreich, Portugal und Dänemark. Deutschland liegt auf Rang 17 im Bereich eines hohen Friedensniveaus, den USA wird mit Rang 121 noch knapp ein mittleres Friedenslevel attestiert – Myanmar auf Rang 122 liegt bereits im Bereich des geringen Friedenslevels, Russland auf Rang 154 im Bereich des sehr geringen.

Insgesamt sei das Friedensniveau gemessen am vergangenen Jahrzehnt auf einem Tiefstand, hieß es. Verantwortlich dafür sind demnach vor allem anhaltende Konflikte im Nahen Osten und in Nordafrika. So hätten etwa die Auseinandersetzungen in Syrien, Libyen, Afghanistan und im Jemen in den vergangenen zehn Jahren zu einer deutlichen Zunahme von Gefechtstoten, einer wachsenden Flüchtlingszahl und einem Anstieg des Terrorismus geführt, sagte IEP-Gründer und Vorsitzender Steve Killelea. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der Gefechtstoten um 264 Prozent erhöht.

Als weltweit friedlichste Weltregion nennt die Studie Europa. Auch hier habe sich die Lage jedoch im dritten Jahr in Folge verschlechtert. So sei etwa Spanien unter anderem aufgrund der innenpolitischen Spannungen um zehn Plätze auf Rang 30 zurückgestuft worden. Insgesamt wiesen laut IEP 23 der 36 Länder in Europa im vergangenen Jahr eine Verschlechterung hinsichtlich der Friedfertigkeit auf. Diese liegen den Angaben zufolge vor allem in Westeuropa, in vielen osteuropäischen Ländern habe sich die Lage hingegen verbessert.

Eine Verbesserung zeigte sich der Studie zufolge besonders mit Blick auf die Rüstungsausgaben. Der Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt sei in 88 Ländern zurückgegangen, in 44 Ländern hingegen gestiegen.

Erstellt wird der "Global Peace Index", der in diesem Jahr zum zwölften Mal erschienen ist, anhand von 23 Indikatoren, die in die Bereiche "andauernde Konflikte", "Sicherheit und Schutz", und "Militarisierung" untergliedert sind.

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zum Thema "Suche Frieden" hier die April-Ausgabe 2018 von "Kompass. Soldat in Welt und Kirche" (PDF, 32 Seiten)

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