Zum Inhalt springen

Studie: Welt etwas friedlicher, aber weiterhin viele Kriege

Erstellt von KNA |
© Bundeswehr / Jana Neumann
© Bundeswehr / Jana Neumann

Global Peace Index 2019 veröffentlicht

London (KNA). Die Welt ist einer neuen Studie zufolge erstmals seit 2013 wieder friedlicher geworden. Vor allem in der Ukraine, in Syrien und im Irak habe sich die Situation im vergangenen Jahr stabilisiert, heißt es in dem am Mittwoch in London veröffentlichten Global Peace Index 2019. Allerdings sei die Konfliktlage insgesamt deutlich angespannter als ein Jahrzehnt zuvor. Nach neun Weltregionen unterteilt ist es in Europa am friedlichsten - wie jedes Jahr seit Bestehen der Studie - und in der MENA-Region ("Middle East and North Africa") am unfriedlichsten. Urheber der Studie ist das Institute for Economics and Peace mit Hauptsitz in Sydney.

Den Ergebnissen zufolge hat Afghanistan als konfliktreichstes Land Syrien abgelöst, das nun auf dem vorletzten Platz liegt. Es folgen Südsudan, Jemen und Irak. Friedlichstes Land der Erde bleibt Island gefolgt von Neuseeland, Österreich, Portugal und Dänemark. Insgesamt hat sich laut Bericht die Friedenslage in 86 Ländern verbessert, in 76 Staaten ist sie schlechter geworden.

Erstmals einbezogen wurde auch das Risiko gewaltsamer Konflikte, die durch den Klimawandel verursacht werden. Demnach leben 971 Millionen Menschen in Zonen mit hoher oder sehr hoher klimatischer Gefährdung. Mehr als 40 Prozent von ihnen leben in Ländern, die der Bericht als unfriedlich klassifiziert. - In der Studie wird die Lage in mehr als 160 Ländern anhand von Kriterien wie Krieg, Terrorismus, Polizeigewalt und Waffenexporten eingestuft.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte in Berlin mit Blick auf die Studie, Krieg bleibe für Millionen Menschen auf der Welt weiter Alltag. So sei 2018 das tödlichste Jahr für die Kinder in Syrien gewesen. "Jedes fünfte Kind lebt in einem Kriegsgebiet. Es müsste ein Aufschrei durch die Welt und durch die Völkergemeinschaft gehen, dass zwischenzeitlich Krankenhäuser, Kindergärten oder Schulen bewusste Ziele für Bombenangriffe sind, wie zum Beispiel in der Ost-Ukraine oder jetzt gerade in Idlib." Dies sei ein noch nie dagewesener Bruch des humanitären Völkerrechts, den UN und EU nicht ignorieren dürften.

"Es ist wichtig, dass der Global Peace Index die Folgen der Klimakrise für Frieden und Sicherheit berücksichtig", lobte der Leiter des Friedensteams von Greenpeace, Thomas Breuer, in Hamburg. Klimabedingte Vertreibung und der Kampf um Ressourcen bergen nach seinen Worten ein enormes Risiko für Krieg und Konflikte. "Das werden wir auch in Europa zu spüren bekommen, wenn wir nicht gegensteuern. Sicherheitspolitik muss auch Klimapolitik sein."

Nachrichtenarchiv