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Overbeck: „Intoleranz hat in unserer Gesellschaft keinen Platz“

Militärbischof Franz-Josef Overbeck © KS / Doreen Bierdel
Militärbischof Franz-Josef Overbeck © KS / Doreen Bierdel

Militärbischof äußert sich nach Demonstrationen in Berlin am vergangenen Wochenende

Essen. Mit großer Sorge hat Bischof Franz-Josef Overbeck am vergangenen Wochenende die Ereignisse in Berlin verfolgt. „Eine eigentümliche Allianz aus Rechtsextremisten, Impfgegnern und Anhängern von Verschwörungsideologien hat sich offenkundig zum Ziel gesetzt, die Symbole unserer Demokratie zu beschädigen“, sagte der Bischof von Essen und Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr.

„Unter dem Vorwand, unsere demokratische Grundordnung gegen eine vermeintlich herrschende ,Corona-Diktatur‘ zu verteidigen, nutzen sie die Verunsicherung vieler Menschen dazu, ihre eigenen antidemokratischen Vorstellungen zu verbreiten. Einige Demonstranten schrecken dabei auch vor Gewalt gegen Polizisten und Journalisten nicht zurück. Das ist unter keinen Umständen zu tolerieren“, betonte Overbeck. 

Das Demonstrationsrecht sei ein hohes Gut, „es hat aber ganz klar dort seine Grenze, wo zu Hass und Gewalt gegen andere Menschen aufgerufen wird. Denn Intoleranz, ob von rechts oder links ausgehend, ob säkular oder religiös motiviert, hat in unserer vielfältigen Gesellschaft keinen Platz. Insbesondere Christinnen und Christen müssen sich deutlich positionieren, wenn unsere älteren Geschwister im Glauben wieder offenem Antisemitismus ausgesetzt sind“, hob der Bischof hervor. 

Dank an Polizisten 

„Wer vorgibt, eigene Freiheitsrechte zu schützen, dabei aber das Wohl und die Gesundheit seiner Mitmenschen gefährdet, handelt selbstgerecht und unsolidarisch“, kritisierte Overbeck. Ausdrücklich bedankte sich der Bischof hingegen „bei allen Sicherheitskräften, die in einer für sie persönlich gefährlichen Situation standgehalten und vorbildlich unserer Demokratie verteidigt haben“. (tr/dr)

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