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Militärbischof Overbeck und General Breuer im Gespräch zum Thema Weißbuch

Militärbischof Overbeck und Generalmajor Carsten Breuer © KS / Josef König
Militärbischof Overbeck und Generalmajor Carsten Breuer © KS / Josef König
Der Gesprächsabend fand in der Katholischen Hochschulgemeinde an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg statt © KS / Josef König
Der Gesprächsabend fand in der Katholischen Hochschulgemeinde an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg statt © KS / Josef König

Im Mittelpunkt einer Abendveranstaltung, zu der Militärpfarrer Pater Dr. Peter Henrich OP in das Maximilian-Kolbe-Haus der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) der Universität der Bundeswehr Hamburg eingeladen hatte, stand das Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, welches am 13. Juli 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt worden war.

Zuvor feierte Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck in der Hauskapelle einen Gottesdienst zusammen mit den an der Helmut-Schmidt-Universität studierenden Offizieren und den an der Themenstellung der Abendveranstaltung interessierten Gästen. Im Anschluss daran war Gelegenheit, mit Generalmajor Carsten Breuer, der von 1985 bis 1988 an der Hamburger Bundeswehr-Universität Pädagogik studiert hatte und in dieser Zeit Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der KHG war, über dieses wichtige Regierungsdokument zu diskutieren.

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Seit 1. Juli 2016 ist Generalmajor Breuer Abteilungsleiter Einsatz im Kommando Heer in Strausberg. Zuvor war er durch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Beauftragten Weißbuch berufen worden. Breuer informierte in seinem Eingangs-Statement u. a. über die außergewöhnliche Art und Weise der Entstehung des Weißbuchs. Vorrangig ging es bei der Erarbeitung um die Einbindung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Kreise, um so das Verständnis und die Akzeptanz zu erhöhen.

Nicht zuletzt in einer breit angelegten Partizipationsphase mit mehr als 150 nationalen und internationalen Expertinnen und Experten waren Ideen und Anregungen in den Erstellungsprozess des Weißbuchs 2016 eingebracht worden. Vertreterinnen und Vertreter aus Bundesregierung, Wissenschaft, Nicht-Regierungsorganisationen, Kirchen, Gewerkschaften, Interessenverbänden und der Privatwirtschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit nutzten die Möglichkeit, sich in den Strategieprozess einzubringen.

Darüber hinaus – und mit Blick auf die Konsequenzen für die Bundeswehr – betonte Breuer, dass das Weißbuch jetzt den Rahmen dafür setzt, wie die Bundeswehr ausgestaltet werden muss. Sie soll neuen und zusätzlichen Anforderungen, die als Folge gestiegener Bereitschaft zur Übernahme von sicherheitspolitischer Verantwortung in einem komplexen, dynamischen und volatilen Umfeld entstanden, gerecht werden. Trendwenden in den Bereichen Personal, Material und Finanzen wurden bereits eingeleitet.

Militärbischof Overbeck betonte anschließend, dass sich auch nach dem neuen Weißbuch nichts am Grundauftrag und -anliegen der Katholischen Militärseelsorge, die Soldatinnen und Soldaten im Inland und auch in den Einsätzen im Ausland, aber auch deren Familien, als Seelsorger zu begleiten, ändert. Zugleich begrüßte er, dass die Entstehung des Weißbuchs in eine breite öffentliche Konsultationsphase integriert war, an dem auch die Kirchen beteiligt waren. Sie brachten in diesen vorbereitenden Reflexionsprozess ihre friedensethischen Grundüberzeugungen ein, insbesondere die Leitidee eines Weltgemeinwohls als Orientierungshilfe für jede nationalstaatliche, interessenbasierte Sicherheitspolitik.

Zugleich fordert das neue Weißbuch deshalb – jenseits tagespolitischer Aktualitäten – zu einer gründlichen Lektüre aus der Perspektive der christlichen Friedensethik heraus. Das bedeutet nach Meinung des Militärbischofs auch, dass der in der Konsultationsphase begonnene sicherheitspolitische Diskurs fortgesetzt wird. Das Weißbuch 2016 vermerkt zu Recht, dass dieser Diskurs für die Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft wichtig ist. Die Kirchen werden sich, so Overbeck, diesem Gespräch nicht entziehen. Mit der Veranstaltung in der KHG wurde dazu wiederum ein wichtiger Beitrag geleistet. (jk)

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