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Militärbischof besuchte Universität der Bundeswehr in München

Militärbischof Franz-Josef Overbeck (re.) mit der Präsidentin der Universität, Merith Niehuss, sowie mit Militärdekan Michael Gmelch. © Universität der Bundeswehr / Greber
Militärbischof Franz-Josef Overbeck (re.) mit der Präsidentin der Universität, Merith Niehuss, sowie mit Militärdekan Michael Gmelch. © Universität der Bundeswehr / Greber

Wissen und Gewissen und die Freiheit des Nächsten

Studium (von lat. ‚studeo‘) bedeutet sich bemühen, nach etwas streben. Das Studium der angehenden Offizierinnen und Offiziere der Bundeswehr ist dabei ein Teil der zukünftigen Führungsverantwortung. Daraus entwickelt sich neben dem Erlangen von Fachwissen im Studienfach auch die Notwendigkeit, die ethischen Folgen des Strebens nach Wissen und dessen Anwendung zu bedenken. Auch die Dozentinnen und Dozenten sind Teil dieses Prozesses und die sachliche, kritische Auseinandersetzung mit Absichten und Folgen von Studien sollte bei aller Wissensvermittlung von ihnen angeregt werden. 

Ethische Verantwortung für die Lösung von Konflikten

Studierende werden von der Militärseelsorge unterstützt, wenn es im Alltag darauf ankommt Wissen und Gewissen zu prüfen. Der Katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat Studentinnen und Studenten und deren Lehrkräfte an der Universität der Bundeswehr in München besucht und sie ermutigt, sich mit den ethischen Fragen des Soldatenberufs auseinanderzusetzen. 

In einem Standortgottesdienst am Fest des heiligen Martin erinnerte Overbeck die Bundeswehr-Angehörigen an die Tugenden, „weil es im Blick auf die Mitverantwortung für die Beherrschung und Deeskalation wie Lösung von Konflikten immer auch um die inneren Haltungen und Einstellungen derer geht, die an diesen Prozessen beteiligt sind.“

Einüben von Tugenden 

Dabei kommt es für den Militärbischof auf jeden Einzelnen und jede Einzelne an: „Ohne das Üben der Tugenden von Maßhalten, Klugheit, Wahrhaftigkeit, Geduld, Toleranz und ebenso des Mutes, um der kontroversen und schwierigen Themen willen alte Gewissheiten infrage zu stellen, wird es keine Problemlösungen geben können. Dabei ist Auseinandersetzung nicht durch Ausgrenzung zu verweigern, sondern entschiedener und klarer Widerspruch überall dort zu leisten, wo humane Grenzen erreicht sind oder gar Fundamentalismen und Extremismen Raum zu greifen drohen, die aufs Neue vor Augen führen, wie so Polarisierungen Vorschub geleistet werden können.“

Gewissensbildung

Als zukünftige Zugführer, später Kompaniechefs und vielleicht Bataillonskommandeure haben die Studierenden immer die Verantwortung für andere und für sich selbst und das in einer demokratischen Gesellschaft. Die Militärseelsorge hilft bei der Gewissenserforschung ebenso wie bei Fragen des Alltags, im Lebenskundlichen Unterricht und im Gottesdienst. Bedeutend ist dabei, dass Studieren letztlich nie endet – das Streben nach etwas Besserem als dem Bestehenden, ist für Offiziere immer Teil des kameradschaftlich soldatischen Dienstes.

Neben der Universität der Bundeswehr besuchte Militärbischof Overbeck auch die Sanitätsakademie der Bundeswehr. An der Lehr- und Forschungsstelle für Wehrmedizinische Ethik informierte er sich über medizinische Fragen unter den komplexen Bedingungen im Krieg und in den Einsatzgebieten der Bundeswehr. 

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