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Interreligiöser Dialog in der Al-Nour-Moschee

Von links: Daniel Abdin, Shlomo Bistritzky, Heinz-Gerhard Justenhoven, Abu Ahmed Jakobi, Tanja Höfert © ithf / Frank Gadban
Von links: Daniel Abdin, Shlomo Bistritzky, Heinz-Gerhard Justenhoven, Abu Ahmed Jakobi, Tanja Höfert © ithf / Frank Gadban
Tanja Höfert begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung. © ithf / Frank Gadban
Tanja Höfert begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung. © ithf / Frank Gadban

Ein Imam, ein Rabbiner und ein Christ haben gezeigt, wie Frieden beginnt.

Imam Abu Ahmed Jakobi, Landesrabbiner Shlomo Bistritzky, und Heinz-Gerhard Justenhoven diskutierten zum Thema „Zunehmender Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“: Wie können der „Sündenbock-Mechanismus? in der Gesellschaft verhindert und Verständnis und Frieden wachsen? 200 Zuhörer haben sich an der Diskussion im Gebetsraum der Al-Nour-Moschee beteiligt. 

Der Landesrabbiner von Hamburg, Shlomo Bistritzky, berichtete über einen persönlich erlebten Übergriff am Rathausmarkt in Hamburg. Er forderte die Menschen in Deutschland zu mehr Offenheit und Toleranz gegenüber Kopftuch und Kippa auf.

Heinz-Gerhard Justenhoven sieht auch Bürger in der Verantwortung: „Wir bauen miteinander die Gesellschaft, die wir haben wollen, indem wir Orte der Begegnung schaffen", sagte der Direktor des Instituts für Theologie und Frieden (ithf). „Wir müssen lernen auf das Andere hinzuschauen, aber mit Neugier", ergänzte er. 

„Wir sprechen auf ethischer Ebene die gleiche Sprache", betonte Imam Abu Ahmed Jakobi, Theologe und Vorsitzender des Fachrates Islamische Studien. Er machte deutlich, dass die Religionen mehr verbindet, als in der Gesellschaft wahrgenommen wird. 

In der kontroversen Debatte wurden einerseits die Gemeinsamkeiten des Christentums, Judentums und Islams hervorgehoben. Andererseits ging es um Fragen wie: Dürfen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit miteinander verglichen werden? Sieht die deutsche Gesellschaft weg, wenn es um antimuslimischen Rassismus geht? Inwieweit trägt die mediale Berichterstattung zur Spaltung der Gesellschaft bei? 

Der interreligiöse Dialog wurde bei einem arabischen Buffet fortgesetzt, zu dem die Gäste im Freien eingeladen waren. Die Veranstaltung war Teil des dritten Friedens-Dialogs des J.J.Darboven Stiftungsfonds „Friede der Religionen“ und der Katholischen Friedensstiftung. Moderiert wurde der Abend von Tanja Höfert, Geschäftsführerin der Katholischen Friedensstiftung, und von Daniel Abdin, Vorsitzender des islamischen Zentrums Al-Nour und Geschäftsführer der Al-Nour Stiftung.

Der Veranstaltungsort ist ein weltweit nahezu einmaliges Projekt – eine evangelische Landeskirche wurde zur Moschee umgebaut. Die Al-Nour Moschee dient als interreligiöse Begegnungsstätte um Ängste und Vorurteile abzubauen. 

Die Katholische Friedensstiftung fördert das wissenschaftliche Institut für Theologie und Frieden in Hamburg, das seit 40 Jahren die ethischen Grundlagen des Friedens erforscht und diese in die aktuelle politische und kirchliche Debatte hineinträgt. Aktuelle Projekte sind unter anderen Frieden für Afrika, Cyberkriege und Europäische Außen-und Sicherheitspolitik.

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