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Friedensaufrufe zum 75. Jahrestag von Hiroshima

Erstellt von KNA |
Bischof Peter Kohlgraf © Bistum Mainz
Bischof Peter Kohlgraf © Bistum Mainz

Zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima am Donnerstag haben Kirchenvertreter und Hilfsorganisationen zu Frieden und nuklearer Abrüstung aufgerufen.

Bonn (KNA). Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte, er hoffe auf eine internationale und rechtskräftige Ächtung von Atomwaffen noch in diesem Jahr. "Die Drohung mit der Vernichtung des Lebens durch Atomwaffen kann kein Synonym für Frieden sein", so der Präsident von Pax Christi Deutschland. Der Verzicht auf die Abschreckungslogik der Atomwaffen gehöre zu einer "Friedenslogik der Zukunft".

Kohlgraf betonte: "Jede der heute existierenden Atomwaffen hat das mehrfache Vernichtungspotenzial der Hiroshima-Bombe und bedroht alles Leben auf der Erde." Die Bedrohung der Menschheit durch Atomwaffen sei "auch heute grausame Realität". Die Bundesregierung forderte er deswegen dazu auf, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen, der zum Verzicht auf Herstellung, Besitz, Stationierung und Einsatz von Atomwaffen verpflichte.

Nach den Worten der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) leiden weltweit indigene Völker unter den Folgen von Nukleartests. "Tausende Menschen starben einen frühen Tod aufgrund der Folgen ihrer Verstrahlung oder der Zerstörung ihrer Lebensgrundlage", kritisierte GfbV-Direktor Ulrich Delius. Einige verantwortliche Staaten weigerten sich weiterhin, das Unrecht anzuerkennen und Entschädigung zu leisten.

Als "blanken Zynismus" verurteilte die GfbV Überlegungen zur Wiederaufnahme von Atomtests, wie sie zurzeit etwa in den USA geäußert werden. Wer neue Versuche erwäge, "sollte das anhaltende Leiden der Opfer des atomaren Wettrüstens nicht ignorieren".

Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abgeworfen. Nach Schätzungen starben mehr als 250.000 Menschen sofort oder teils Jahre später an Verbrennungen und Strahlenschäden.

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