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Frieden nicht ohne Gerechtigkeit

Erstellt von Barbara Dreiling |
Gottesdienst im Zeltlager mit Militärbischof Overbeck © KS / Doreen Bierdel
Gottesdienst im Zeltlager mit Militärbischof Overbeck © KS / Doreen Bierdel
Militärbischof Overbeck spendet einem Soldaten das Sakrament der Firmung. © KS / Doreen Bierdel
Militärbischof Overbeck spendet einem Soldaten das Sakrament der Firmung. © KS / Doreen Bierdel
Parlamentarischer Staatssekretär Peter Tauber im Gespräch mit Soldaten © KS / Doreen Bierdel
Parlamentarischer Staatssekretär Peter Tauber im Gespräch mit Soldaten © KS / Doreen Bierdel

Gottesdienst im Zeltlager während der Internationalen Soldatenwallfahrt

Einer der wichtigsten Programmpunkte der Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes ist der Gottesdienst im Zeltlager. Am Samstag haben hunderte Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unter freiem Himmel und zwischen den Bäumen auf dem Mont des Béatitudes mit Militärbischof Franz-Josef Overbeck die heilige Messe gefeiert. Ein Soldat empfing das Sakrament der Firmung.

Der Begriff „gerechter Friede“ beschreibe den Auftrag von Soldatinnen und Soldaten, sagte Bischof Overbeck in seiner Predigt. Frieden sei an Gerechtigkeit gebunden, was bedeute, jedem Menschen „das zu ermöglichen, was er braucht, um leben zu können“. Der Bischof betonte die Bedeutung von Gerechtigkeit, Menschenwürde und Menschenrechten für dauerhaften Frieden in den Konfliktgebieten der Erde. 

Religion muss Frieden ermöglichen

Zugleich kritisierte er, dass im Namen Gottes Krieg geführt wird, wohingegen Gott etwas sei, „das wir als Frieden begreifen“. Der Auftrag von Christen sei deshalb, Vertrauen zu leben und Frieden und Gerechtigkeit zu suchen, so der Militärbischof. „Religion, im Sinne von Rückbindung an das Höhere, gibt diese Kraft zum Frieden“, heißt es dazu in seinem Redemanuskript.

Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber hat in Vertretung der Verteidigungsministerin an dem Gottesdienst teilgenommen. In seinem Grußwort während der anschließenden Begegnung betonte er, dass es nicht selbstverständlich, sondern „etwas ganz außergewöhnliches ist, dass Soldaten aus allen europäischen Nationen diese Pilgerreise machen.“ Ein Jahrhundert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und fast 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei es „ein gelebtes Wunder, was mit Blick auf deutsche Geschichte hier geschieht“.

"Eigenen Kompass überprüfen“

Tauber machte deutlich, dass sich Soldatinnen und Soldaten bewusst sein müssten, nicht nur ihr Land, sondern auch Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Deshalb diene die Internationale Soldatenwallfahrt dazu, „den eigenen Kompass zu überprüfen“.

Die 61. Internationale Soldatenwallfahrt in Lourdes steht unter dem Thema „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15) Bis Sonntag treffen sich 12.000 Soldatinnen und Soldaten aus über 40 Nationen in dem französischen Marienwallfahrtsort, um miteinander für den Frieden zu beten und Gemeinschaft zu erleben. Aus Deutschland nehmen 800 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr an der Soldatenwallfahrt teil.

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