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EU-Bischöfe: Mauerfall war das Werk vieler friedlicher Europäer

Militärbischof Franz-Josef Overbeck © KS / Doreen Bierdel
Militärbischof Franz-Josef Overbeck © KS / Doreen Bierdel

Erklärung zum 30. Jahrestag des Berliner Mauerfalls

Brüssel (KNA). Der Vizepräsident der EU-Bischofskommission COMECE, Franz-Josef Overbeck, hat anlässlich des Mauerfalls an die Bedeutung der EU als Friedensprojekt erinnert. "In Zeiten erstarkender Nationalismen erinnert dieses Ereignis nicht nur die Deutschen eindringlich an den Wert der Freiheit und an die Bedeutung der EU als Friedensprojekt", so Overbeck am Mittwoch in Brüssel. "Der Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren steht symbolisch für die Überwindung der schmerzvollen, mehrere Jahrzehnte dauernden Teilung Europas", sagte der COMECE-Vizepräsident.

Die COMECE erinnerte in einer Erklärung an den 30. Jahrestag des Berliner Mauerfalls. "Es war eine historische Wende, die nur dank dem Engagement einer großen Zahl von Europäern möglich wurde, die ständig, aber friedlich, ihr starkes Verlangen nach politischem Wandel zum Ausdruck gebracht hatten", so die Bischöfe am Mittwoch in Brüssel. "Die Mauer war ein Symbol der ideologischen Spaltung Europas und der ganzen Welt."

Der Fall der Mauer habe den Weg für die Wiedererlangung der Freiheit nach mehr als 40 Jahren repressiver Regime in den mittel- und osteuropäischen Ländern geebnet. Die Ideologien, die hinter dem Bau der Mauer standen, seien in Europa nicht vollständig verschwunden und träten auch heutzutage noch in verschiedenen Formen in Erscheinung.

Einige Opfer früherer Regime hätten bis heute nicht mit dem Prozess der Heilung und Versöhnung abschließen können. "Ihre Entschlossenheit, ihr Engagement und ihr Leiden waren entscheidend für die Freiheit, die Europa heute genießt", heißt es in der Erklärung der EU-Bischöfe. Der Mauerfall habe gezeigt, dass der Bau von Mauern zwischen Menschen niemals eine Lösung sein könne.

Die Bischöfe forderten, dass ein zukunftsorientierter Dialog zwischen den Bürgern Europas die verschiedenen geschichtlichen Erfahrungen respektieren sowie die Hoffnungen auf eine gemeinsame friedliche Zukunft umfassen müsse. Um dabei erfolgreich zu sein, bedürfe es einer Kultur der Begegnung und des Zuhörens.

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