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Ein Ort des stillen Gedenkens

Erstellt von Barbara Dreiling |
Im Wald der Erinnerung © KS / Jörg Volpers
Im Wald der Erinnerung © KS / Jörg Volpers

Vor fünf Jahren eingeweiht: Viele Menschen besuchen den Wald der Erinnerung, um den Einsatz der Soldaten der Bundeswehr zu würdigen.

Kein Museum, sondern ein lebendiger Ort zum Anfassen ist in dem Waldstück nahe Potsdam entstanden. Auf den Lichtungen entlang des 150 Meter langen gepflasterten Weges befinden sich die Ehrenhaine aus den Einsatzgebieten der Bundeswehr, wo schon die Soldaten im Einsatz um ihre Kameraden getrauert haben. Auf den Stelen am Wegesrand sind die Namen der im Einsatz verstorbenen Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr verzeichnet. 

54.000 Besucher

Vor fünf Jahren, am 15. November 2014, wurde der Wald der Erinnerung auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos in Potsdam eingeweiht. Seitdem haben über 54.000 Soldaten, zivile Besucher und Angehörige den Ort besucht. Unter ihnen Schüler einer 10. Klasse genauso wie der Bundespräsident.

Kapitänleutnant Mathieu Krause leitet die Gedenkstätte. „Ich finde es bemerkenswert, dass dieser einmalige Ort des stillen Gedenkens und Erinnerns so intensiv besucht wird. Es zeigt, wie sehr wir alle ihn brauchen. Besonders bewegend für mein Team und mich sind die individuellen Gespräche mit Betroffenen und Hinterbliebenen. Viele Besucher berühren die Themen Tod, Verwundung und Trauer auch erst, nachdem sie hier bei uns waren und den Ort spüren konnten.“

Im Auftrag des Volkes
Nur wenige der Besucher haben einen persönlichen Bezug zu einem der 114 Bundeswehrangehörigen, die im Einsatz oder einer anerkannten Mission ihr Leben verloren haben. Doch die acht Stelen, auf denen die Namen verzeichnet sind, machen die Wirklichkeit in den Einsätzen deutlich, in die Soldaten im Auftrag des deutschen Volkes geschickt werden. Im Gedenkwald sind zudem viele Namen der Bundeswehrangehörigen zu lesen, die im Dienst ihr Leben verloren haben, also zum Beispiel auch im Inland.

Ein „innerliches Mitgehen“ und „hohes Mitgefühl und Wertschätzung für die gefallenen Soldaten und deren Angehörigen“ bemerkt der katholische Militärpfarrer Stephan Frank bei den Besuchern. Er bietet Andachten im Wald der Erinnerung an, mit denen die Besucher ihrem Gedenken Ausdruck geben können. 

Andachten der Militärseelsorge

Der Militärpfarrer berichtet von sehr intensiven Gesprächen mit Besuchern. Auch ihn selbst mache der Wald der Erinnerung immer wieder betroffen, weil er als Militärseelsorger schon die eine oder andere Todesnachricht überbringen musste.

Mit den Andachten trägt er dazu bei, dass die Besucher mit ihren Fragen nicht alleine bleiben. Das gemeinsame Beten und Singen aus dem Soldatengesangbuch, die Bibeltexte und das Vater unser trösten und schaffen eine Verbindung zwischen Toten und Lebenden.

Der Wald der Erinnerung ist fast ganzjährig geöffnet. Einzelpersonen und Gruppen erhalten Führungen und die Möglichkeit zu individuellem Gedenken mit Kerzen oder Blumen bis hin zum Angebot einer Andacht. Besucher werden gebeten sich unter 03327-50-3874 oder walddererinnerungbundeswehrorg  anzumelden.

Wald der Erinnerung

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