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Christen zum Frieden verpflichtet

Erstellt von Barbara Dreiling |
Militärbischof Overbeck bei der Predigt während des Gottesdienstes im Zeltlager © Christina Lux
Militärbischof Overbeck bei der Predigt während des Gottesdienstes im Zeltlager © Christina Lux

Lourdes, 19.05.2018. Der Katholischen Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck hat an die Verpflichtung aller Menschen und besonders der Christen zum Frieden erinnert. „Gerade wir Christen sind hier durch unsere grundlegende Verbundenheit mit Jesus Christus unbedingt dem gerechten Frieden verpflichtet“, sagte er in seiner Predigt vor Hunderten Bundeswehr-Soldaten während der 60. Internationalen Soldatenwallfahrt in Lourdes.

Das Motto der diesjährigen Internationalen Soldatenwallfahrt heißt „Pacem in terris“ – „Frieden auf Erden“. Unter dem gleichen Titel wurde auch die Friedensenzyklika von Papst Johannes XXIII. im Jahr 1963 veröffentlicht.

Aufgabe für alle Menschen 

Die Zusage und die Aufgabe aller Menschen bestehe darin, „dass Frieden für alle gilt und für alle Wirklichkeit wird“. Darauf sei es Papst Johannes XXIII. angekommen, so Bischof Overbeck. Johannes XXIII. habe sich damit zum Sprecher aller Menschen „guten Willens“ und nicht nur der katholischen Christen gemacht. Mit Blick auf die derzeitige politische Lage und die für alle gültigen Menschenrechte fragte Bischof Overbeck, „ob wir das nicht wiederholen müssen, weil es so viele gibt, die daran Abstriche machen.“

Bischof Overbeck kritisierte die „neue Rede von Heimat und Identität“, wenn sie nicht für alle Menschen gelte und beispielsweise Geflüchtete ausschließt. Gerechter Friede bedeute eben auch die Anerkennung der Menschenrechte und Chancengleichheit für alle, so der Militärbischof.

Gewalt nur als äußerstes Mittel

Das Konzept des „Gerechten Friedens“ verpflichte außerdem zu Gewaltlosigkeit. Demnach ist Gewalt zwar „aus Gründen der Notwehr und Nothilfe erlaubt, oder wenn nötig, sogar geboten. Sie ist aber auf den Fall der „ultima ratio“ beschränkt“, wenn alle Möglichkeiten der friedlichen Streitbeilegung versagt hätten, betonte der Militärbischof. 

Während des Gottesdienstes im Zeltlager oberhalb der Wallfahrtsstätten empfing der französische Soldat Sylvain B. das Sakrament der Taufe durch Bischof Overbeck. Schon nach seinem Eintritt in die Armee habe er sich für den Glauben interessiert und angefangen, zum Gottesdienst zu gehen. Als Student an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg habe er nun Zeit gefunden, sich auf die Taufe vorzubereiten, sagte er.

Soldaten empfangen Sakrament der Firmung

Danach spendete der Militärbischof Oberstabsbootsmann Stephan Bode, Oberbootsmann Felix Winkler und Major Ulrich Brinker das Sakrament der Firmung. Felix Winkler war zunächst evangelischer Christ. „Je mehr ich mit der katholischen Kirche zu tun hatte, desto mehr habe ich entdeckt, dass dies mein Weg des Glaubens ist“, sagte er zu seiner Entscheidung der Konversion. Und für ihn als Soldaten gebe es „keinen schöneren Ort als Lourdes“, um die Firmung zu empfangen.

Stephan Bode lernte den katholischen Glauben durch die Militärseelsorge am Bundeswehr-Standort Nordholz kennen. Durch die Beschäftigung mit dem katholischen Glauben und Gespräche mit dem katholischen Militärpfarrer reifte sein Entschluss, katholisch zu werden. Für Ulrich Brinker standen das bewusste Erleben des Glaubens und die Entscheidung für den Glauben im Vordergrund. 

Kerze für Bundeswehr-Soldaten

Am Ende des Gottesdienstes segnete Militärbischof Overbeck die Kerze der Katholischen Militärseelsorge und aller Pilger, die anschließend an der Grotte Massabielle entzündet wurde. Sie brennt dort für alle Soldaten und auch für die Gefallenen und Verstorbenen unter ihnen. „Wir wissen uns mit allen Ländern und Völkern verbunden, die sich nach Frieden sehnen“, sagte Schwester Irmgard Langhans, die die Kerze verziert hat.

An dem Gottesdienst nahm unter anderem der parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Thomas Silberhorn, teil. Die Feier wurde begleitet vom Heeresmusikkorps Kassel. (bd)

 

 

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