Militärdekan Weber ist Ehrenkanoniker

Bischof Krocil "installiert" den nichtresidierenden Ehrenkanoniker Siegfried Weber. (© Diözese Budweis)
Bischof Krocil "installiert" den nichtresidierenden Ehrenkanoniker Siegfried Weber. (© Diözese Budweis)
Der Bischof bei seiner Ansprache (© Diözese Budweis)
Der Bischof bei seiner Ansprache (© Diözese Budweis)
Die vier neuen Kanoniker gemeinsam am Altar (© Diözese Budweis)
Die vier neuen Kanoniker gemeinsam am Altar (© Diözese Budweis)
Blick in die St.-Nikolaus-Kathedrale von Budweis (© Diözese Budweis)
Blick in die St.-Nikolaus-Kathedrale von Budweis (© Diözese Budweis)

Am 6. Dezember 2015, dem Fest des Diözesanpatrons von Budweis, des Hl. Nikolaus, installierte Diözesanbischof Vlastimil Krocil in einer feierlichen Kapitelsvesper die neuen Kanoniker an der Kathedrale St. Nikolaus. Zuvor mussten sie das Glaubensbekenntnis beten und den Kapitelseid ablegen. Der Bischof bekleidete sie mit der Mozetta, dem Kreuz, steckte den Kapitelsring an und setzte ihnen das Birett auf. Der Friedensgruß mit dem Bischof und allen Kanonikern beschloss den Akt der Installation.

Bereits am 28. September, dem Fest des Hl. Wenzel, des böhmischen Nationalheiligen, hatte der Bischof von Budweis (heute Tschechien) vier neue Kanoniker ernannt: zwei residierende und zwei nichtresidierende (Ehrenkanoniker). Unter den nichtresidierenden befindet sich Militärdekan Siegfried Weber aus Ulm. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus der Pfarrei Malsching im Böhmerwald und teilte das Schicksal der Vertreibung der Deutschen im Jahre 1946.

Die deutschen ehemaligen Diözesanangehörigen schlossen sich im Verein „Glaube und Heimat“ zusammen, der bald nach der Vertreibung gegründet wurde, um durch eine Monatsschrift die Verbindung unter den Vertriebenen herzustellen, die inzwischen weit zerstreut lebten. „Glaube und Heimat“ war der Titel der Kirchenzeitung für die deutschsprachigen Katholiken in der Diözese Budweis. Dieser Name wurde für den Verein und die nun in Deutschland erscheinende Monatszeitung übernommen.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs machte sich der Verein daran, viele Kirchen und Kapellen zu retten und wieder instand zu setzen und Kontakte mit den örtlichen Pfarrgemeinden und Priestern aufzubauen. Darüber hinaus ist es ein Vereinsziel, für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Tschechen einzutreten und vor allem grenzübergreifende Aktivitäten zu fördern. Im Jahr 2004 wurde Siegfried Weber zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. In Anerkennung seiner Arbeit, der Arbeit des Vereins und der ehemaligen Bewohner im Ganzen, ernannte der Bischof ihn – wie schon seinen Vorgänger – zum Kanoniker.

In der vollbesetzten Kathedrale herrschte am Nikolaus-Tag eine festliche Stimmung, die musikalisch durch den Domchor und den Organisten untermauert wurde. Im Kreis der zahlreichen kirchlichen Würdenträger waren Domkapitular Alois Ehrl aus Eichstätt, Militärdekan Alfons Hutter in Vertretung des Militärgeneralvikars, der tschechische Militärpfarrer Jan Böhm und Pater Justin, der Prior des Zisterzienserstifts Hohenfurth. Unter den Gästen waren u. a. der ehemalige tschechische Außenminister Fürst Karl von Schwarzenberg und Bernd Posselt, der Sprecher der Sudetendeutschen.

zum Verein "Glaube und Heimat"

S. Weber / J. Volpers

 

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