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Gemeinsames Zeichen der Menschlichkeit in Uniform

Der Nijmegen-Marsch sendet gerade in einer Zeit globaler Spannungen und Konflikte eine eindeutige Botschaft: Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern der gemeinsame Weg.

Über 350 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bereiten sich darauf vor, beginnend am 15. Juli 2025 beim 107. Internationalen Vier-Tage-Marsch in Nijmegen mitzumachen. In 20 Marschgruppen bewältigen sie mit jeweils zehn Kilogramm Gepäck Tagesetappen von rund 40 Kilometern. Seit Jahrzehnten gilt der Nijmegen-Marsch als Sinnbild für Solidarität und internationale Verbundenheit.

Soldatinnen und Soldaten aus mehr als 20 Nationen kommen traditionell bereits vor Beginn des Marsches zu stillen Momenten des Erinnerns und Mahnens zusammen. In diesem Jahr begleiten mehrere Militärseelsorgerinnen und -seelsorger die Zeremonien, darunter Maike Seelhorst von der Katholischen Militärseelsorge für die Deutsche Bundeswehr, Geistliche aus der Schweiz und Schweden sowie die evangelische Militärpfarrerin aus Wesel. Gemeinsam gedenken sie auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn der Opfer von Krieg und Gewalt. Brigadegeneral Hans-Dieter Müller vom Landeskommando Nordrhein-Westfalen spricht in seiner Ansprache von den Gräueln der vergangenen Kriege und vor allem der Verantwortung, die daraus für alle Menschen heute erwächst.

Das Luftwaffenmusikkorps Münster sorgt für eine bewegende musikalische Begleitung. Während einer gemeinsamen Schweigeminute halten die Soldatinnen und Soldaten inne um im Anschluss kleine Kreuze mit Vergissmeinnicht-Blumen an den Gräbern, bereitgestellt von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, anzubringen.

Maike Seelhorst unterstreicht: „Für mich und viele andere Soldatinnen und Soldaten ist der Marsch Ausdruck gemeinsamer Verantwortung für den Frieden. Die Aufgaben der Militärseelsorge sind vielfältig: Gespräche anbieten, Begleitung leisten, in schwierigen Phasen unterstützen und auf die Lebensrealität der Truppe eingehen.“

Seelhorst plant, im nächsten Jahr zum ersten Mal den gesamten Marsch mitzugehen. Sie betont: „Gerade in der körperlichen Erschöpfung wächst oft der Wunsch nach innerem Halt“, und: „Dann ist Seelsorge nicht Theorie – sondern Dasein.“

Für die meisten Marschierenden bedeutet die Teilnahme weit mehr als ein sportlicher Wettbewerb. Sie erfahren Kameradschaft und knüpfen Verbindungen über nationale und konfessionelle Grenzen hinweg. Fast die Hälfte der Delegierten nimmt zum ersten Mal am Nijmegen-Marsch teil. Vorab absolvieren alle mindestens 200 Kilometer Training sowie zwei spezielle Übungsmärsche. Die Seelsorgerliche Begleitung beschränkt sich dann auch für Seelhorst nicht auf den Marsch – bereits die Vorbereitung versteht sie als wichtigen Teil ihrer Arbeit.

Zum Schluss macht die Seelsorgerin deutlich: Ihr Einsatz beginnt überall dort, wo Menschen Kraft benötigen – nicht nur an Tagen des Marsches, nicht nur bei Gedenken, sondern mitten im Alltag der Soldatinnen und Soldaten.

Doreen Bierdel

Ein großer Militärfriedhof mit zahlreichen grauen Holzkreuzen, die gleichmäßig in mehreren Reihen auf einer grünen Wiese angeordnet sind. Im Hintergrund sind Bäume sichtbar, die dem Platz Schatten spenden. Die Atmosphäre ist ruhig und respektvoll.
Die Deutsche Kriegsgräberstätte Ysselsteyn ist in den Niederlanden der einzige Friedhof für deutsche Soldaten. (© Bundeswehr / LKdoNW)
Fünf Soldaten in militärischer Uniform stehen zusammen vor einem Gedenkplatz mit einem Kreuz im Hintergrund. Um sie herum sind Flaggen zu sehen. Die Atmosphäre wirkt ernst und respektvoll, passend zu einem militärischen Gedenkanlass.
In diesem Jahr begleiten mehrere Militärseelsorgerinnen und -seelsorger die Zeremonie, darunter Maike Seelhorst von der Katholischen Militärseelsorge, Geistliche aus der Schweiz und Schweden sowie die evangelische Militärpfarrerin aus Wesel. Gemeinsam gedenken sie mit Brigadegeneral Hans-Dieter Müller vom Landeskommando Nordrhein-Westfalen auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn der Opfer von Krieg und Gewalt. (© Bundeswehr)
Drei militärische Offiziere in Uniformen mit Fallschirmjäger-Mützen stehen in einer Reihe. Sie salutieren und stehen vor Kränzen aus Blumen, die an Gräbern platziert sind. Im Hintergrund sind weitere Soldaten und ein grüner Park zu sehen. Die Szene vermittelt eine Atmosphäre des Gedenkens und Respekts.
Brigadegeneral Hans-Dieter Müller vom Landeskommando Nordrhein-Westfalen legt einen Kranz nieder (© Bundeswehr / LKdoNW)

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