Ein Raum für Stille, Erinnerung und Kraft
Die direkt an der Wache gelegene Kapelle, die von vielen Soldaten schlicht „Michaelskapelle“ genannt wird, ist als multireligiöser Andachtsraum konzipiert. Sie steht nun allen Angehörigen der Bundeswehr, vor allem aber natürlich den Soldatinnen und Soldaten der Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne, offen. Der Katholische Militärpfarrer Markus Konrad beschrieb den neuen Raum im Gebet als einen „Raum der Stille, Raum des Gedenkens, Raum des Dankes, Raum der Hoffnung, Raum, der uns zusammenführt – Kraft-Raum“. Sein Gebet endete mit den Worten: „Wir danken dir, dass du uns Menschen Raum gibst für unser Leben!“
Vor der Kapelle erinnert eine Gedenktafel an die gefallenen Soldaten des Regiments. Für deren Angehörige war die Einweihungsfeier ein besonders bewegender Moment. In der Liturgie wurden ihre Namen verlesen, Fahnen gesenkt und eine Schweigeminute gehalten.
Feierlicher Ablauf
Die Einweihungsfeier wurde von Militärpfarrer Konrad und dem Evangelischen Militärpfarrer Alexander Beck eröffnet. Dabei waren auch der Katholische Leitende Militärdekan Rainer Schnettker und der Evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg. Direktorin i.K. Petra Hammann vom Katholischen Militärbischofsamt Berlin führte die Anwesenden durch die Baugeschichte der Kapelle: „Von der Idee zum multireligiösen Andachtsraum: Wegmarken der Entstehungsgeschichte.“
Zeichen der Wertschätzung
Die neue Kapelle steht an der Wache der Niederauerbach-Kaserne. Sie ist bewusst luftig gebaut und bietet Platz für Gottesdienste, stille Einkehr und besondere Veranstaltungen. „Die Entscheidung, die Kapelle am Tag der offenen Tür einzuweihen, war richtig“, betonte Militärpfarrer Konrad. „Viele Menschen haben Kerzen entzündet und suchten diesen Ort, bevor sie nach Hause gingen, um Ruhe und Orientierung zu finden“.
Auch die Katholische Militärseelsorge war mit einem Stand präsent. Militärseelsorgeassistentin Andrea Otten berichtet von zahlreichen Gesprächen mit Familien, interessierten Soldatenangehörigen und Besuchern. Angebote wie Bastelzelt, Kinderschminken, Seifenblasen und Informationsgespräche fanden großen Zuspruch.
Bedeutung des Erzengels Michael
Der Namenspatron der Kapelle, der Erzengel Michael, spielt in der Spiritualität vieler Soldaten eine wichtige Rolle. Er gilt als Schutzpatron und Identifikationsfigur. Mit der Michaelskapelle hat das Regiment nun einen sichtbaren Ort, der Glauben, Erinnerung und Kameradschaft verbindet.
Theo Weisenburger


