Etwa 170 Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatzkontingent „enhanced Air Policing South“ (eAPS) stationiert. Ihr Auftrag ist die Sicherung des südosteuropäischen Luftraums der NATO. Zu diesem Zweck wurden fünf Eurofighter mit den Soldatinnen und Soldaten auf den in Rumänien am Schwarzen Meer gelegenen militärisch genutzten Teil des Flughafens „Mihail Kogalniceanu“ verlegt. Der Großteil des Einsatzkontingents unter Führung von Oberstleutnant Thomas Kötting stammt aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus Wittmund und wird von den Objektschutzkräften aus Schortens unterstützt. Während das Geschwader den Kernauftrag der Sicherung des Luftraums erfüllt, sind die Objektschützer für den Schutz von Mensch und Maschine am Boden zuständig.
Ein Platz zum Wohlfühlen
Für die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten bei eAPS durch die Militärseelsorge wurde von der Bundeswehr ein Container ausgeliehen. Dieser wurde durch die Arge (Kooperation von EAS und KAS) ausgestattet und dadurch zum „OASE-Container“ aufgewertet. Dieser dient sowohl als Büro des Militärseelsorgers als auch Raum für vertrauliche Gespräche. Die „OASE“ wurde für die Sommermonate mit einer gemütlichen Sitzecke unter einem Pavillon und Tarnnetz eingerichtet, während in den Wintermonaten im Inneren Sitzplätze zur Verfügung stehen. Vor Wind und Sonne geschützt, finden die Kontingentangehörigen dort tagsüber alles, was für eine Kaffeerunde gebraucht wird. Die vertrauliche Atmosphäre erleichtert den Einstieg in offene Gespräche mit Militärdekan Walocha, der das erste Einsatzkontingent als Militärseelsorger begleitet.
Leitender Militärdekan besucht Kontingent in Rumänien
Nachdem sich einige Wochen zuvor das deutsche Einsatzkontingent in Rumänien eingerichtet hatte, besuchte der Leitende Militärdekan Simon im Rahmen einer Dienstaufsicht die Soldatinnen und Soldaten. Neben den obligatorischen Gesprächen mit Militärseelsorger Walocha, Kontingentfeldwebel Bohnen und Kontingentführer Kötting, blieb noch Zeit, sich mit den Menschen des Einsatzkontingents auszutauschen. Beim gemeinsamen Kontingentgrillen und gekühlten Getränken nutzte der Leitende Militärdekan die Gelegenheit, sich mit den Bundeswehrangehörigen auszutauschen.
„You are not forgotten“
In der amerikanischen Truppenküche, in der auch die deutschen Soldatinnen und Soldaten des Einsatzkontingents verpflegt werden, steht symbolisch ein gedeckter Tisch, der den Gefallenen vorbehalten ist. „You are not forgotten! – Du bist nicht vergessen!“, steht über diesem Tisch geschrieben. Diese Geste unserer Verbündeten schlägt eine Brücke in die Vergangenheit, die auch beim Besuch der Kriegsgräberstätte in Constanta ihre Gültigkeit bestätigte. Denn am nächsten Vormittag stand ein Besuch auf dem Zentralfriedhof in Constanta auf dem Programm. Eine deutsche Kriegsgräberstätte ist Teil dieses Friedhofs und war das Ziel des Besuchs, um den Gefallenen Respekt zu bezeugen. Ferner konnte Monsignore Simon das Grab seines gefallenen Onkels besuchen, der hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Dieser starb als Bordschütze der Luftwaffe 1944 im Lazarett Constanta.
Die Dienstaufsicht des Leitenden Militärdekans war eine gute Gelegenheit, Einblick in den Alltag der Soldatinnen und Soldaten sowie des Militärseelsorgers vor Ort zu bekommen.
Deeke Werner / Lars D. Sielisch


