Beschlüsse der Vollversammlung des Katholikenrats

Stabsfeldwebel Andreas Schmidt informierte über die Nachbarschaftshilfe. © KS / Doreen Bierdel
Stabsfeldwebel Andreas Schmidt informierte über die Nachbarschaftshilfe. © KS / Doreen Bierdel

Soldaten dürfen sich auf neues Soldatengesangbuch freuen

Im weiteren Fortgang der diesjährigen Vollversammlung galt es, sich einer Vielzahl von Berichten zu widmen, die allesamt Auskunft über das unterschiedliche und vielfältige Engagement der Laienvertreter in der Katholischen Militärseelsorge gaben. Zumeist war es Aufgabe, dieses im Rückblick in Erinnerung zu rufen und mit Blick auf die weiteren Planungen auf den Prüfstand zu stellen.

Berichte aus der Arbeit des Katholikenrats

Oberstleutnant Gereon Gräf, 2017 erstmals zum Vorsitzenden des Katholikenrats gewählt, informierte eingangs in seinem Bericht vor den Delegierten, dass es aufgrund von deutlichen Struktur- und Anpassungsprozessen in den Streitkräften, auch zu Veränderungen in der Arbeitsweise und im Arbeitsmodus der Laienarbeit in der Katholischen Militärseelsorge kommen wird. Zukünftig, und im Jahr 2020 beginnend, wird die bislang so bezeichnete „Woche der Begegnung“ verkürzt werden. So soll es zukünftig in „Tagen der Begegnung“ darum gehen, die inhaltliche Arbeit zu straffen, um so den Delegierten – insbesondere als aktive Soldatinnen und Soldaten –, die Teilnahme zu ermöglichen. In den Blick seines Vorstandberichts nahm der Stabsoffizier zugleich das ministerielle Vorhaben, die ethische Bildung in der Bundeswehr in einer eigenen Vorschrift neu zu regeln. In diesem Zusammenhang erinnerte er zugleich an die positiven Rückmeldungen aus den Reihen der Soldatinnen und Soldaten, die an Veranstaltungen des Lebenskundlichen Unterrichts (LKU) teilnahmen, die von den Militärseelsorgern der beiden Kirchen im Auftrag des Staates durchgeführt werden. 

Soldaten setzen Nachbarschaftshilfe in Mali fort

Die Nachbarschaftshilfe der katholischen Soldaten ist eine sozial-karitative Aktion katholischer Soldaten der Bundeswehr für notleidende Menschen in Krisengebieten. „Beschäftigung junger Menschen – ein Schlüssel zum Frieden in Mali“ – so lautet das neue Vorhaben und Projekt, das in Zusammenarbeit mit CARITAS INTERNATIONAL bis 2021 gefördert wird. Stabsfeldwebel Andreas Schmidt informierte über die Ziele des neuen sozial-caritativen Vorhabens, dem die Vollversammlung zustimmte. Zukünftige Kollekten sollen dem Projekt zugutekommen. Zugleich gilt es, so die Auffassung der Delegierten, die Militärpfarrämter in die Lage zu versetzen, das Vorhaben erfolgreich unterstützen zu können. 

Aus der Arbeit der Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS)

In Vertretung des Bundesvorsitzenden der GKS, Oberst Rüdiger Attermeyer, der bei der anstehenden Bundeskonferenz der GKS, dem Zusammenschluss der katholischen Soldatinnen und Soldaten, nicht mehr zum Bundesvorsitzenden kandidieren wird, informierte Stabshauptmann Andreas Quirin über die zurückliegenden Aktivitäten und zukünftigen Vorhaben in der Gemeinschaft der Katholischen Soldaten. Stabshauptmann Quirin, der zum Bundesvorsitzenden der GKS bei der sich anschließenden Bundeskonferenz kandidieren wird, informierte zugleich, dass der Antrag auf Änderung in „Gemeinschaft katholischer Soldatinnen und Soldaten“ bei den zurückliegenden Konferenzen keine Mehrheit fand und es bei der Bezeichnung „Gemeinschaft Katholischer Soldaten“ bis auf weiteres  bleiben wird. Mit Blick auf die Zukunft der soldatischen Verbandsarbeit rückte Quirin die Gewinnung neuer Mitglieder für die Gemeinschaft in den Mittelpunkt seines Berichts. Ebenso ist ein Relaunch der eigenen Homepage geplant. 

Soldaten engagieren sich im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Oberst i. G. Dr. Köster, Oberstleutnant Dr. Lippert, Oberst Attermeyer und Generalleutnant Dr. Rieks vertreten in ihrer Verantwortung als Soldaten die Anliegen der Katholischen Militärseelsorge im ZdK, dem Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte und der katholischen Verbände sowie von Institutionen des Laienapostolates und weiteren Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft. Als einzige Uniformträger in der Vollversammlung und in den Beratungen der Sachbereiche stoßen sie, eigenem Bekunden zufolge, weniger auf Ablehnung als vielmehr auf ein hohes Informationsinteresse. Generalleutnant Dr. Rieks, der zugleich engagiert im Sachbereich „Politische und ethische Grundfragen“ des ZdK mitwirkt, hat es sich, eigenen Angaben zufolge, in der zurückliegenden Zeit zum Anliegen gemacht, ethische Fragen in der rapide fortschreitenden Technologieentwicklung in den engeren Fokus zu rücken. In seinem Bericht hob er abschließend die demokratische Willensbildung in den Sach- und Personalfragen hervor, die die Arbeitsweise nach dem Prinzip „Mehrheit/Minderheit“ bestimmen. Äußerungen des Präsidenten und des Generalsekretärs verantworten diese selbst und geben nicht immer die Meinung einer Mehrheit wieder. Er empfahl den Delegierten der Vollversammlung zugleich die Lektüre der ZdK-Publikation „Salzkörner“, in der in der Regel Autoren- und Namensbeiträge zu Sachthemen veröffentlicht werden. Generalleutnant Dr. Rieks informierte zum Abschluss seines Berichtes über die unterschiedlichen Stationen der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauches zwischen den Laien und der Deutschen Bischofskonferenz in der katholischen Kirche. 

Neues Gebet- und Gesangbuch für Soldatinnen und Soldaten

Petra Hammann, Oberrätin i.K. (im Kirchendienst) im Referat II des Katholischen Militärbischofsamtes, informierte über die Hintergründe, Anlässe und die unterschiedlichen Stationen der Konzeption eines neuen Katholischen Gebet- und Gesangbuchs für Soldatinnen und Soldaten. Im Zeitraum von gut vier Jahren ist es gelungen, unterschiedliche Talente und Charismen in der Sacharbeit zusammenzuführen, um geistlich suchenden Soldatinnen und Soldaten „einen Raum für ihre Sehnsucht zu schenken“. Leitidee war, die Voraussetzungen für eine Identifikation der Soldatinnen und Soldaten mit dem Gebet-und Gesangbuch und einfache katechetische Zugänge zu schaffen. Zugleich dachte, man daran, „Einsatztaugliches und Internationales“ zu verbinden. Fremd- und mehrsprachige sowie mehrstimmige Gesänge bestimmen die gesamte inhaltliche Ausrichtung des neuen Gebet- und Gesangbuchs. Eine Auslieferung an die Militärpfarrämter wird, eigenen Angaben zufolge, Mitte Mai erfolgen. Der Auslieferung schließen sich eigene Schulungen mit Blick auf den sachgerechten Umgang an. Mit viel Zustimmung und Applaus aus den Reihen der Delegierten der Vollversammlung war der Dank an die geleistete Arbeit gesichert und dokumentiert.

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